Wald wirft ordentlich Gewinn ab

Weniger Vollzug als geplant und dennoch eine runde Sache: Der Gemeindewald in St. Johann warf 2012 einen Gewinn von mehr als 147 000 Euro ab. Auch Dank eines weiter boomenden Brennholzmarkts.

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Der Brennholzverkauf lohnt sich für die Gemeinde. Foto: Simon Wagner

Im vergangenen Jahr wurde im rund 1200 Hektar umfassenden Gemeindewald rund 8500 Festmeter Holz geerntet. Rund 900 Festmeter weniger als ursprünglich geplant. Und dennoch: Unter dem Strich fließt der Gemeindekasse etwas mehr Gewinn zu als erwartet. Statt den anvisierten knapp 142 000 Euro waren es am Ende mehr als 147 000 Euro. Und das trotz eines schwächelnden Absatzmarkts für Buchenholz. Wurde im Jahr 2009 noch etwa neun Prozent der Ernte als Industrieholz verkauft, waren es 2012 nur noch drei Prozent.

"Es gab eine eklatante Sortimentsverschiebung", erklärte Revierförster Enzian Schneider, als er zusammen mit Georg Kemmner vom Kreisforstamt die Entwicklungen im heimischen Forst beleuchtete: Eine Verschiebung hin zum Brennholz als Reaktion auf sich verändernde Märkte und mit dem Ziel "das Optimum für die Gemeinde herauszuholen". Denn die Vermutung, das der Boom auf diesem Markt zu Ende sei, bewahrheitete sich nicht. Kalkulatorische Absatzverluste konnten so durch den vermehrten Absatz von Brennholz ausgeglichen werden. Der Ertrag durch sonstige Verkäufe: 225 000 statt geplanten 132 000 Euro. Für 2013 erwartet Schneider, dass nun eine gewisse Sättigung im Brennholzsektor erreicht sein dürfte. Die Zahlen jedenfalls seien leicht geschrumpft.

In der Rechnung, die das Forstwirtschaftsjahr 2012 abschließt, stehen gegenüber dem Plan leicht gesunkene Einnahmen zu Buche (519 000 statt 549 000 Euro). Doch der etwas geringere Einschlag führte auch zu geringeren Kosten. Sie blieben unter den Planzahlen (knapp 372 000 statt 408 000 Euro).

Etwas gedämpfter sind die Aussichten auf das laufende Jahr. Bei einem anvisierten Hiebsatz von 9200 Festmetern und Einnahmen von knapp 510 000 Euro stehen kalkulierte Ausgaben von rund 372 000 Euro gegenüber. Es bliebe ein Gewinn von 128 000 Euro. Dabei geht man von durchschnittlichen Preisen von rund 68 Euro für Nadelholz und etwa 45 Euro für Laubholz aus. Nach Preisspitzen von bis zu 100 Euro für Fichten-Stammholz im Jahr 2012 kalkuliert man hier nun mit 90 Euro pro Festmeter. Buchen-Stammholz dürfte sich bei rund 68 Euro einpendeln. Bei 56 Euro pro Festmeter Laubbrennholz, erwartet man bei einer bereitgestellten Menge von rund 2800 Festmetern mehr als 157 000 Euro: Der Erlös-Spitzenreiter. Im Jahr 2013 werden auf einer Fläche von 1,6 Hektar 4150 neue Nadelbäume gepflanzt. Knapp 15 Hektar sind der Jungbestandspflege vorbehalten.

Georg Kemmner blickte zudem auf das vergangene Jahr zurück. Es war geprägt durch sehr gute Wachstumsbedingungen. Nach einem sehr kalten Winter folgte ein relativ warmes Frühjahr. Pünktlich zur Hauptwachstumsperiode gab es ausreichend Niederschläge. Man hatte kaum zufällige Nutzungen, also etwa Sturmschäden, zu verzeichnen. Auch der Befall durch Insekten blieb aus.

Dagegen weiter intensiviert habe sich das Eschentriebsterben. Mittlerweile seien auch Altbäume betroffen. Einige Prozent des Bestands zeige sich aber gegenüber dem Pilzbefall resistent. Kemmner hofft so, dass die Bestände nicht komplett absterben. Sorgen machen ihm zudem die Fichtenbestände. Sie besitzen weiter nur rund 70 Prozent der Nadelmasse: Folge der Luftverschmutzung auch auf der Alb.

Neben einem Überblick über verschiedenste Aktivitäten, vom Wegebau bis hin zu Walderlebnistagen für Kinder, verwiesen die Forstleute auf die kommende Beschlussfassung zum zehnjährigen Forsteinrichtungswerk. Noch im April soll das Gremium die mittelfristigen Bewirtschaftungsziele festlegen.

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