Volta trifft Barbara Gonzaga

Die Scuola Media Alessandro Volta und die Barbara-Gonzaga-Gemeinschaftsschule pflegen seit einigen Jahren eine enge Freundschaft. Vor kurzem war wieder eine Gruppe aus Italien zu Gast.

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Bei einem Ausflug zum Uracher Wasserfall konnten die Schüler aus Italien den deutschen Schnee genießen. Foto: Privat

Wenn sie sich zu Lebzeiten hätten treffen können, dann wäre der Gesprächsstoff bestimmt nicht ausgegangen. Er, der berühmte italienische Physiker, dem die Gesellschaft anderem die Batterien und den Begriff "Volt" verdanken und Barbara Gonzaga, die intelligente und kunstsinnige Gemahlin von Graf Eberhard im Barte.

Damals hat es nicht geklappt, aber heute machen es die guten schulischen deutsch-italienischen Beziehungen zwischen Monopoli bei Bari und Bad Urach möglich. Schon seit Jahren besteht eine enge Verbindung zwischen der Scuola Media "Alessandro Volta" in Monopoli und der Barbara-Gonzaga-Gemeinschaftsschule in Bad Urach. Die italienischen Schüler lernen Deutsch, die Kurstädter können in den beiden siebten Klassen Italienisch lernen. Was läge also näher, als diese Fertigkeiten auch praktisch anzuwenden und zu üben? Im Jahre 2009 bauten die Initiatoren, Saskia Marktanner und Dieter Kayser, dieses Projekt mit Hilfe der apulischen Landesregierung auf und seit 2010 gibt es einen regen Schüleraustausch, und wenn man sich nicht gegenseitig besucht, dann wird die Freundschaft mit vielen E-Mails und mit Skype aufrechterhalten.

Der italienischen Schülergruppe, die mit der Schulleiterin und zwei Lehrerinnen dieses Mal in Bad Urach zu Besuch war, ging ein Herzenswunsch in Erfüllung. Die Jugendlichen sahen Schnee, viel Schnee. In Monopoli sieht man zwar ab und an auch ein Schneeflöckchen, der Schnee bleibt aber nicht liegen. In bleibender Erinnerung behalten die Schüler deshalb sicherlich die Wanderung zum Uracher Wasserfall sowie die ersten Schritte auf dem Eis in Reutlingen. Der stellvertretende Bürgermeister von Bad Urach, Dietmar Schrade, gab den Gästen einen interessanten Überblick über die Stadt, bevor sich alle in das Goldene Buch eintragen durften. Sowohl Mathias Kessler, Schulleiter in Bad Urach, als auch Linda Fasano, die italienische Schulleiterin, hoben die guten Verbindungen hervor, die es auch in Zukunft ermöglichen werden, das Verhältnis zwischen den Städten und Schulen auszubauen, gemeinsam zu arbeiten und voneinander zu lernen. Danach wurde die Stadt Bad Urach erkundet, wozu auch ein Blick vom Kirchturm über die verschneiten Dächer der Stadt gehörte.

Jeder Besuch in den vergangenen Jahren stand unter einem Motto. Dieses Mal hieß das Thema "Spiele". Beide Schülergruppen fertigten schon im Vorfeld des Besuches landestypische Spiele und stellten diese dann gegenseitig vor. Dass es beim gemeinsamen Spielen viel Spaß und noch mehr Gelegenheiten gab, sich in der jeweiligen Fremdsprache auszudrücken, muss wohl nicht extra betont werden.

Die Bad Uracher Gemeinschaftsschule und die italienische Scuola Media haben viele Gemeinsamkeiten, besuchen doch auch in Italien alle Schüler diese Schulart, bevor in der achten Klasse eine Trennung erfolgt und der weitere Weg entweder über das Gymnasium zu einem Studium führt oder über eine beruflich geprägte Schule zu einer Berufsausbildung. Auch die Inklusion, die Teilnahme von Kindern mit Behinderungen aller Art in den Regelschulen, in Deutschland in den Anfängen, ist in Italien schon seit langem Tradition. Auf jeden Fall haben sich sehr schnell Freundschaften gebildet, was man nicht zuletzt an den Abschiedstränen auf dem Flughafen sehen konnte. Das Schöne ist, dass man sich schon im Mai zu einem Gegenbesuch aufmacht, allerdings nicht in den Schnee, sondern in die Sonne Apuliens.

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