Uracher Notariat zieht ins Haus des Tourismus um

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Im Dezember 2017 endet in Württemberg das System des Bezirksnotariats, nach beinahe 200 Jahren. Das bringt auch für Bad Urach einige Veränderungen mit sich: Sie finden ihren sichtbaren Ausdruck im neuen Dienstsitz des Notariats. Bislang ist es beim Gericht angesiedelt, künftig liegt die Amtsstube im Dachgeschoss der Alten Post, das nun ausgebaut wird. Der Technische Ausschuss des Gemeinderates hat die Arbeiten am Dienstag einmütig abgesegnet. Für den Umbau entstehen Kosten in Höhe von 224 000 Euro, allerdings erhält die Stadt davon 114 000 Euro über Zuschüsse zurück.

Inzwischen ist klar, dass in Bad Urach eine Notarstelle angesiedelt wird, auch der Stelleninhaber steht fest: Es handelt sich um Martin Gierner, der dieses Amt  in der Kurstadt bereits ausübt. Damit Gierner seine neue Wirkungsstätte rechtzeitig einrichten kann, soll der Dachgeschossumbau in der Alten Post bis Herbst 2017 abgeschlossen sein. Um weiterhin als Notar arbeiten zu können, muss Gierner aus dem Staatsdienst ausscheiden und sich selbstständig machen, wie er den Uracher Stadträten erläuterte. Ein großer Teil seiner seitherigen Mitarbeiter hat sich ebenfalls entschieden, diesen Schritt zu wagen und mit ins Haus des Tourismus zu ziehen, wie er berichtete.

Mit der Notariatsreform ändert sich indessen nicht allein der Dienstsitz, sondern auch die Zuständigkeit. Die Felder Betreuung und Nachlass werden ab 2018 am Amtsgericht in Bad Urach angesiedelt sein. Dort entstehen wohl zwei neue Abteilungen, die sich mit diesen Themen befassen.

Umbauen will allerdings nicht allein die Stadt im Haus des Tourismus, sondern auch der Lidl-Markt am Seilerweg. Der Discounter verfügt an diesem Standort momentan über eine Verkaufsfläche von gut 1000 Quadratmeter. Nachdem sich in der Nachbarschaft weitere Einzelhändler angesiedelt haben, will Lidl seinen Markt modernisieren und zugleich die Verkaufsfläche um gut 200 Quadratmeter vergrößern. Dafür sollen Teile eines Lagers zum Verkaufsraum umfunktioniert werden. Damit der Discounter seine Pläne realisieren kann, muss die Stadt das Gebiet als „sonstiges Sondergebiet großflächiger Einzelhandel“ ausweisen. Das Regierungspräsidium Tübingen sieht dafür keine Probleme. Auch der Technische Ausschuss billigte das Vorhaben mit der Gegenstimme von Michael Schwenk (Grüne).

Mit einem Neubau befassen sich derzeit außerdem die Sirchinger: Am Heerweg wollen sie eine Schuppenanlage errichten. Das Interesse daran ist groß, sagt Ortsvorsteherin Kathrin Reichenecker. Während eines ersten Infoabends zum Thema bekundeten bereits 13 Einwohner den ernsthaften Willen bauen zu wollen. Der Ortschaftsrat, sagt Reichenecker, sei deshalb überzeugt, dass sich ein erster Bauabschnitt mit 18 Schuppenanteilen problemlos realisieren lasse. Maximal finden auf dem Areal 36 solcher Schuppenteile Platz. Die Stadt Bad Urach besitzt auf dem Gelände bereits zwei Grundstücke und wäre bereit weitere zu erwerben. Danach möchte sie die Fläche komplett an die Schuppengemeinschaft verkaufen, die dann für alles Weitere verantwortlich wäre. Die Anteile zu verpachten, so Bürgermeister Elmar Rebmann, sei für die Stadt wirtschaftlich nicht sinnvoll.

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