Uracher Nächte sind lang

Wow, war das eine Party-Nacht. Fünf Stunden lang Livemusik vom Feinsten und tolle Stimmung gab es in Bad Urach zu erleben. Ein Solokünstler, zwei Duos und sechs Bands spielten in neun Locations.

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    Die Musiker heizten dem Publikum mächtig ein. Fotos: Joachim Lenk
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    Ausgelassene Festfreude bei den Besuchern der Uracher Musiknacht.
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Das neue Konzept von Veranstalter Sebastian Hauenstein ist aufgegangen. Der Veranstaltungsmonat wurde von Juni auf Oktober verlegt, der Veranstaltungstag von Samstag auf die Nacht vor dem Tag der deutschen Einheit verschoben und der Eintrittspreis im Vorverkauf um einen Euro gesenkt. Einmal bezahlen, neun Locations besuchen. Das dankten ihm die vielen Fans guter Livemusik. Vergangenes Jahr schlenderten bei der Musiknacht knapp 500 Leute von Liveact zu Liveact. Vorgestern waren es rund 700.

Das lag bestimmt auch an der tollen Auswahl der Musiker. Gleich zum Startschuss der fünfstündigen Party herrschte in "Franks Lounge & Bar" dichtes Gedränge. Kein Wunder. Dort hatten sich "Mona and Friends" angesagt. Mona Weiblen ist in der Stadt keine Unbekannte. Die Lokalmatadorin wurde dort vor 24 Jahren geboren und macht derzeit in München eine Ausbildung zur Musical-Darstellerin. Und die junge Frau hat echt was drauf. Sie bot den Zuschauern mit ihren drei männlichen Begleitern eine musikalische Zeitreise der besonderen Art. Von Pink Floyds "Wish You Were Here" bis Hildegard Knefs "Für mich solls rote Rosen regnen" war alles dabei. Von dieser talentierten Frau wird man in Zukunft bestimmt noch mehr hören. Garantiert.

Gleich um die Ecke im "Café Bad 1" präsentierte sich das Acoustic-Cover-Duo "Zwei!" den zahlreichen Gästen. Raphael Lindeke und Jörg Weigle interpretierten ihre Lieblingssongs aus mehr als einem halben Jahrhundert. Schnörkellos und virtuos, mit echter Spielfreude. Als Zugabe servierten die beiden Pächterinnen des Cafés am Marktbrunnen selbst gemachtes Hefegebäck. Kostenlos. Eine tolle Idee, die Nachahmer finden sollte. Die "vielen fremden Gesichter", die während der mehrstündigen Performance ins Tagescafé kamen, das sich erstmals zum Nachtcafé wandelte, dankten den beiden Besitzerinnen und den Musikern mit viel Beifall.

Partylaune und gute Stimmung herrschte auch bei "Toni & ElMar" im "Café Bar Zill". Dort gab es heiße Rhythmen und das kühle Sommergetränk Lillet Berry. Die beiden Jungs verwöhnten die Gäste mit Hits aus fünf Jahrzehnten. Zu neuem Wein und Zwiebelkuchen spielten beim "Becka Beck" die "Song Riders" auf. Die abwechslungsreiche Musik verleitete viele Gäste dazu, auch einmal das Tanzbein zu schwingen. Zuhören und staunen war bei der fünfköpfigen Band "Stragula" im Wirtshaus "Laurentia" angesagt.

Lo-Fi, Electronic, Indie, Punk und Folk gab es dort auf die Ohren. Und Erinnerungen wurden wach, beim Anblick der Bontempiorgel, dem Casio MT-65 und der Yamaha PSR-27. Für alle jüngeren Leser dieser Zeilen sei gesagt, dass es sich dabei um kein Motorrad, sondern um ein Musikinstrument aus grauer Vorzeit handelt.

Aus grauer Vorzeit stammte auch die Musik der "Frankfort Special" im Restaurant "Ratstube". Die vier Jungs servierten bei Gyros und Ouzo Hits aus den 50er- und 60er-Jahren im Rockabilly-Sixties-Style, stilecht mit Schmalzlocke auf dem Kopf, Lead- und Rhythmusgitarre, Bass und Schlagzeug.

Die Band "Fuenfkommanull" im Café "Ruf" spielt derweil die Hitparade rauf und runter, in deutscher und in englischer Sprache. Kein Wunder, dass dort die ganze Nacht über der Bär tanzte. Nicht zu verachten war auch der "Hugo". Der erfrischende Cocktail passte zu den hohen Temperaturen im Partyraum.

Heiß war es auch in der "Alten Backstube", die für die Gäste extra eine Außenbar aufgebaut hatte. Drinnen spielte Solo-Künstler Moert.

Mit seiner vielseitigen Stimme und der akustischen Gitarre zog er mit Rock-Oldies und Folkrock-Klassikern die Gäste sofort in seinen Bann. Sowohl er als auch die "Toten Hosen"-Coverband "Hier kommt Alex" im "Bräustüble" waren die einzigen Wiederkehrer in der Musiknacht. Sie spielten bereits 2012 in der Kurstadt auf.

Der Megaseller "Tage wie diese" hätte eigentlich in Bad Urach in "Nächte wie diese" heißen müssen. Warum? "Weil es in Urach einfach urig ist", meinte eine ältere Besucherin aus Reutlingen, die schon viele Musiknächte anderswo besucht hat. "Hier geht es persönlicher und ohne Gedränge zu. Hier grüßt dich der Musiker, wenn du ein zweites Mal ins Lokal kommst." Und ihr Begleiter meinte dazu: "In Urach herrscht noch Wohnzimmer-Atmosphäre. Eine Stimmung, die man sonst nirgendwo mehr findet."

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