Unter neuer Führung

Die Stanger GmbH & Co KG in Dettingen hat seit 1. Januar einen neuen Eigentümer. Heinrich Stanger hat den Betrieb, den er 45 Jahre lang geführt hat, aus Altersgründen an Joachim Fischer abgegeben.

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Mit Präzisionsdrehteilen hauptsächlich für Autozulieferer hat sich die Firma Stanger einen Namen gemacht. Im Jahr 1970 hat Hermann Stanger das Unternehmen gegründet und stetig ausgebaut. Angefangen hat die Firma mit der Herstellung von hochwertigen Automatendrehteilen für alle Bereiche der Industrie. Mittlerweile stellt Stanger Präzisionsdrehteile für die Automobilindustrie her, in der Hauptsache Teile für die Einspritztechnik überwiegend für Bosch.

Auftragslage und Umsatz steigen stetig, sodass drei neue Drehmaschinen angeschafft und drei neue Mitarbeiter eingestellt wurden. So sind jetzt 22 Mitarbeiter bei Stanger beschäftigt. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 2,4 Millionen Euro, für dieses Jahr ist eine Steigerung auf 3,1 Millionen Euro geplant. Und mitten auf der Erfolgswelle hat Heinrich Stanger seinen Betrieb verkauft. Altershalber. Der Unternehmer ist jetzt 71 Jahre alt, da werde es Zeit, kürzer zu treten. Als Berater will er aber noch zur Verfügung stehen. Neuer Eigentümer ist seit dem 1. Januar Joachim Fischer aus Grabenstetten. Der 45-Jährige ist gewissermaßen vom Fach. Er hat zunächst Maschinenschlosser gelernt und später Maschinenbau und Betriebwirtschaft studiert. So eine Betriebsübergabe macht man freilich nicht mit links. Der alte und der neue Chef haben sich intensiv ausgetauscht und alles bis ins Kleinste analysiert. Unterstützt und beraten wurden sie dabei von Andreas Wälti von der MCG Consulting Group Deutschland. Und er sagt: „Was die beiden im Vorfeld gemacht haben, gibt es in diesem Bereich sehr selten.“ Die Firma Stanger ist sozusagen ein Premium-Kunde von Bosch, hat auch schon den Bosch-Award bekommen. Lieferant für die Automobilindustrie wird man aber nicht einfach so, dafür braucht eine Zertifizierung. „Das ist die Voraussetzung“, sagt Joachim Fischer. Die meisten Firmen, die Bosch-Partner in Frage kämen, besitzen diese Zertifizierung nicht. „Das“, sagt Hermann Stanger, „ist ein Riesenaufwand und kostet viel Geld“.

Mit der Zertifizierung ist ein Unternehmen verpflichtet, alles zu Dokumentierung, um die Qualität sicherzustellen und wenn nötig zu verbessern. Bei Stanger liegt die Fehlerquote in der Produktion nahe bei Null. „Wir liegen weit über den Anforderungen der Kunden“, sagt er. Deshalb ist Stanger auch Entwicklungspartner von Bosch. Geht es nach dem neuen Eigentümer, soll die Entwicklung der Firma Stanger auch künftig weiter nach oben gehen. Joachim Fischer möchte weitere Kunden gewinnen und neue Märkte erschließen. Außerdem soll pro Jahr eine Auszubildender angestellt werden. So möchte der Mittelständler sich die Fachleute selbst heranziehen.

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