Stooß schafft’s mit zwei Schlägen

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Hätte Johann Spitzer nicht den Hammer vergessen, hätte der Dorfhock am Samstagnachmittag fünf Minuten früher beginnen können. Aber nachdem das Werkzeug beschafft war, eröffnete Ortsvorsteher Gerhard Stooß pünktlich durch zwei kräftige Schläge aufs Fass das Dorffest.

Jemand hatte einen guten Draht nach oben, denn der fürchterliche Regen hörte rechtzeitig auf und verschonte die fröhliche Gemeinschaft. „Ich hatte schon etwas Bauchweh wegen des Wetters und habe immer wieder auf die Vorhersage geguckt“, sagte Stooß. Es war der 34. Dorfhock in 35 Jahren, zu dem wieder 150 fleißige Helfer im Einsatz waren. Acht Vereine waren beteiligt, zum zweiten Mal auch die Trachtengruppe. „Die Arbeit für den Hock fängt schon Monate zuvor an, denn die Frauen gehen in den Wald und sammeln Reisig für die Gräla, die Reisigbüschel, mit denen die vier Öfen im Backhaus angefeuert werden“, berichtet Stooß. Am Freitagmittag wurde angeheizt und dann die komplette Nacht hindurch bis Samstagmittag Holzofenbrot gebacken. Wenn die Öfen etwas abgekühlt sind, kommen die kleineren Teile wie Kimmicher und die berühmten Hengener Laugenweckle und Zwiebelkuchen an die Reihe. Nachts wird wieder stärker angefeuert, damit bis zum Sonntag wieder die großen Brote gebacken werden können. „Die Frauen haben das im Griff“, meint der Ortsvorsteher gelassen.

Insgesamt wurden 1300 Kilo Schwarzmehl und 300 Kilo Weißmehl verbraucht. Der Bäckermeister, unter dessen Regie der Teig gerührt wurde, riet diesmal, sich etwas mehr Zeit zu nehmen und den Teig länger durchzuwalken. „Mehl ist ein Naturprodukt, das immer etwas anders ausfällt“, erläutert Stooß. Der Profibäcker sehe sowas und gebe die richtigen Hinweise.

Den Gästen jedenfalls schmeckte es. Auch ein Getränkestand sowie Spanferkel, Schmalzbrot, Maultaschen, Kutteln, Rote, Kartoffelsalat und Steaks machten es unmöglich, beim Dorffest zu hungern. Viele fanden den Weg ins Dorfgemeinschaftshaus, wo Kaffee und selbstgemachter Kuchen jeglicher Couleur warteten. Zwei kleine Flohmärkte luden zum Stöbern ein. Nostalgiker brachte auch das Grammophonmuseum von Rolf Geigle zum Strahlen.

Live-Musik gab es ab 20 Uhr mit der Band „Get the Beat“, dann öffnete die Cocktailbar. Der Sonntag begann mit einem Frühschoppen mit der Musikkapelle Mehrstetten. Am frühen Nachmittag gab es einen Spielzeugflohmarkt, der für große Augen bei den Kindern sorgte. In vergangene Zeiten zurück führte die Trachtengruppe mit ihrem Schaudreschen. Unter der Leitung von Jessica Rieck boten die Sportfreunde Hengen eine mit viel Beifall bedachte Rope-Skipping-Vorführung.

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