Stadt investiert in den Trinkwasserschutz

Rund eine Million Euro investiert die Stadt in den Bau eines Regenüberlaufbeckens an der Markungsgrenze nach Dettingen. Der Bau entlastet die Kläranlage in Metzingen und dient dem Umweltschutz.

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Das neue Regenüberlaufbecken entsteht in der Nähe der Erms.  Foto: 

Die Regenüberlaufbecken (RÜB) in der Stadt werden von den Bürgern regelmäßig mit Füßen getreten und das, obwohl die Stadt Millionen in ihre Herstellung investierte. Denn die Bauwerke liegen verborgen im Boden, über manche geht eine Straße hinweg, auf anderen findet sich ein Parkplatz. Ihre Aufgaben nehmen die Regenüberlaufbecken also im verborgenen wahr, obwohl sie eine wichtige Rolle beim Schutz des Trinkwassers spielen, wie Bad Urachs Tiefbauamtsleiter Andreas Streble am Dienstag im Gemeinderat ausführte.

In der "Bleiche" steht der Bau des letzten Überlaufbeckens in Bad Urach an, etwa eine Million Euro muss die Stadt dafür aufbringen. Vor dem Baubeschluss hatte der Gemeinderat einen Wettbewerb ausgelobt und das Bad Uracher Ingenieurbüro Fritz Planung sowie das Ingenieurteam Rieber mit Sitz in Neuhausen ob Eck und Metzingen beauftragt, ihre Ideen für den Bau eines solchen Beckens im Gremium zu präsentieren. Bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung votierte der Rat mit großer Mehrheit dafür, das Ingenieurteam Rieber (ITR) zu beauftragen. Der erste Spatenstich soll nach den derzeitigen Plänen im November über die Bühne gehen, die Bauzeit beträgt zehn bis zwölf Monate. Das Ingenieurteam Rieber schlägt vor, das RÜB als offenes Rechteckbecken zu erstellen, dafür veranschlagt es 950 000 Euro. Hinzu kommen noch die Kosten für eine Begrünung. Das Becken zu einem späteren Zeitpunkt mit einem Deckel zu versehen, sei jederzeit möglich, betonte Immo Gerber von ITR auf Nachfrage aus dem Gemeinderat. Einige Räte befürchten, Bürger, Kurgäste und Spaziergänger konnten von nicht unbedingt angenehmen Gerüchen belästigt werden, wenn das Wasser in einem offenen Becken steht. Diese Furcht konnten sowohl der Ingenieur als auch die zuständige Fachfrau aus dem Landratsamt sowie Hengens Ortsvorsteher Gerhard Stooß weitgehend zerstreuen. In Hengen, sagt Stooß, lägen die ersten Häuser nur rund 100 Meter vom RÜB entfernt, klagen über Gestank hätten ihn jedoch noch nie erreicht.

Ohnehin sei das Becken die meiste Zeit über trocken, erklärt Ingenieur Immo Gerber. Nur wenn es kräftig regnet, füllt es sich mit Wasser. Dadurch wird die Kläranlage in Metzingen entlastet, die wie alle Kläranlagen nur etwa den zweieinhalbfachen Trockenwetterabfluss verkraftet, wie Gerber ausführte. Und dieser ist bereits bei recht kleinen Regenmengen erreicht. Zudem besitzen die Kanäle, die das Regenwasser aufnehmen und weiter nach Metzingen leiten, nicht die riesige Dimension, um die ganze niedergehende Menge auf einen Schlag zu verkraften.

Das Becken, das nun in der "Bleiche" entsteht, besitzt eine große von 30 Mal zehn Meter, sein Rand soll etwa 1,20 Meter über dem Gelände liegen. Da das Gelände entsprechend modelliert werde, sagt Ingenieur Gerber, werde das Bauwerk seiner Meinung nach nicht als störend empfunden. Entsprechende Bedenken hatten zuvor mehrere Gemeinderäte geäußert, zumal das Kurgebiet und Spazierwege in der Nähe liegen.

Vorerst erhält das neue Überlaufbecken keinen Deckel, nicht zuletzt deshalb, weil es dann leichter kontrolliert werden kann als ein geschlossenes.

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