Rötlicher Brotaufstrich

Ihr Hobby üben sie eigenständig, dennoch pflegen die Imker auch gerne die Gemeinschaft: Ein Grundstück im Kolzental soll den Mitgliedern des Bezirks-Bienenzüchtervereins Urach als Treffpunkt dienen.

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Ehre wem Ehre gebührt: Die Bezirksimker zeichnen ihre langjährigen Mitglieder aus.  Foto: 

Ihre Völker haben sie im Tal oder auf der Schwäbischen Alb, abseits auf einer Wiese oder unweit des eigenen Hauses: 42 Frauen und Männer sind im Bezirk-Imkerverein Urach Mitglied, der Einzugsbereich umfasst die Kurstadt und ihre Stadtteile sowie die Gemeinden auf der Vorderen Alb.

Regelmäßig treffen sie sich einmal im Monat zum Stammtisch, der laut Schriftführer Gotthold Müller auch gerne besucht wird. Nun wechselt der Treffpunkt, geht's für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch in gemütlicher Runde von einer Gaststätte in ein privates Gartenhäusle. Vorläufig jedenfalls, denn auf einer Wiese im Kolzental soll ein Treffpunkt für die Vereinsmitglieder entstehen - dort existiert ein kleines Haus, das zunächst noch in Eigenleistung renoviert werden soll. Dort wird im Sommer auch ein Imkerhock stattfinden, bei dem interessierte Besucher über das Imken informiert werden und auch Einblick in einen Bienenstand erhalten, das dort bereits seit vielen Jahren steht.

"Wir wollen auf keinen Fall eine Konkurrenz zum naheliegenden Lehrbienenstand und dem Lehrpfad des Bezirks-Bienenzüchtervereins Metzingen sein", erklärte zweiter Vorsitzender Rolf Geigle, der die Wiese zur Verfügung stellt, bei der Hauptversammlung im Gasthaus "Hirsch". Vielmehr soll dort eine Bienenweide entstehen, wofür laut Lonie Geigle bienentaugliche und vor allem pflegeleichte Pflanzen - unter anderem Lilien und Astern - gesucht werden. Außerdem wird in einem Areal eine einjährige blühende Mischung gesät und lockt ein betagter Kirschenbaum die Bienen an: "Wir wollen zeigen, was man im Garten machen kann, dass es den Bienen gut geht", führte Rolf Geigle aus. Er könne sich durchaus vorstellen, auch Führungen mit Kurgästen oder Kindern anzubieten. Doch bis es so weit ist, muss auf dem Grundstück noch viel gearbeitet werden - unter anderem sind die Obstbäume zu schneiden. Grundsätzlich, so Lonie Geigle, soll auf der Vereinswiese nicht nur ein für Bienen wichtiges Biotop entstehen, sondern auch für andere Insekten.

Geprägt war die Hauptversammlung ansonsten vom Blick zurück auf ein laut Schriftführer Müller für Biene und Imker turbulentes Jahr: Auf Grund des Winters, der laut Schriftführer Müller, keiner war, und des früh einsetzenden warmen Frühjahrs hätten die Bienen fast keine brutfreie Zeit gehabt: "Die Natur war schneller als die Entwicklung der geschwächten Bienenvölker."

So sei die erste Ernte mäßig ausgefallen, auch der heiße und trockene Juli hätte Auswirkungen gehabt: Die Bienen flogen neben Nektar auch Früchte an wie zum Beispiel zuckersüße Kirschen. Die Folgen für ihn: Ein Honig mit einem deutlichen Rotstich. Untersuchungen bei der Universität Hohenheim hätten ergeben, dass es sich lediglich um ein honigähnliches Produkt handle: "Es gilt als Brotaufstrich, der nur in neutralen Gläsern vermarktet werden darf." Zum Kämpfen hatten die Imker auch mit einer Milbe, deren Tragweite nicht gleich jeder realisiert hätte: "Ich muss zugeben, dass auch ich mit der Milbenbekämpfung zu spät angefangen habe."

Neben dem Erfahrungsaustausch vor allem über die Auswinterung - die 42 Mitglieder betreuen laut Kassiererin Renate Siewert 278 Bienenvölker - standen Ehrungen im Mittelpunkt der Hauptversammlung: Vorsitzender Erwin Reichenecker zeichnete Eckhart Renz für 40-jährige Mitgliedschaft mit der Ehrennadel in Gold des Landesverbandes aus. Die silberne Variante erhielt Hans Rein, der seit 40 Jahren Mitglied ist. Der Bezirks-Bienenzüchterverein Urach zeichnete zudem Jörg Schorm und Dieter Maier für 30-jährige Mitgliedschaft aus: "Das ist uns eine Ehre wert", meinte Vorsitzender Reichenecker.

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