Pause für den Alltag

Bei der Vorpremiere des Kinofilms „Laible und Frisch-Do goht dr Doig“ wird klar, dass der heimlicher Star die hiesige Region ist.

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Die Kinopremiere von „Laible und Frisch“ ist am 29. November in Stuttgart.  Foto: 

Aus erbitterten Feinden werden zwar nicht die allerbesten Freunde, doch eines eint den Bäcker aus Leidenschaft, Walter Laible, und den skrupellosen Großbäcker Manfred Frisch. Es ist der Wunsch „Schafferdingen“ zu retten. „Schwaben kämpft“, ruft der Neigeschmeckte aus Norddeutschland seinen neu gewonnenen Verbündeten aus dem Dorf zu. Und sie tun es, mit viel Witz und Esprit, ausgebufft und doch mit jeder Menge Herz. Am Ende laufen die Backöfen wieder heiß, weil die Vetternwirtschaft funktioniert hat.

Aus der 2009 erstausgestrahlten Serie „Laible und Frisch“, die 900.000 Zuschauer begeistert hat, zwei später folgenden Theaterstücken mit ausverkauften Vorstellungen und insgesamt 400.000 Besuchern ist nun ein Kinofilm geworden: 88:30 Minuten gefüllt mit Bäckerzwist und Intrigen, tiefem Frust und jede Menge Gefühle. Und die darf endlich auch Manfred Frisch zeigen: Der knallharte Geschäftsmann knabbert an einem Vater-Sohn-Konflikt, kommt an seine Grenzen und zeigt Emotionen. Schauspieler Simon Licht ist mehr als ein kaltherziger Geschäftsmann. 

Dennoch brauchen sich Fans von „Laible und Frisch“ keine Sorgen zu machen: Im Kinofilm ist immer noch hauptsächlich das drin, was bereits die Serie ausgemacht hat – jede Menge schwäbischer Lokalkolorit. Doch die Mundart-Komödie hat deutlich an Substanz und Pfiff gewonnen. Rasante Kameraführung, faszinierende Detailaufnahmen aus der Bäckerei und auch die Charaktere sind so geblieben, wie sie waren – nur etwas ausgereifter. Die Rollen wurden den Schauspielern von Drehbuchautor Sebastian Feld noch intensiver auf den Leib geschrieben. Die meisten Gesichter sind den Zuschauern sowieso vertraut, Simon Licht und Winfried Wagner sind ebenso dabei wie Ulrike Barthruff, Matthias Dietrich, Trudel Wulle, Walter Schultheiß und viele andere. Für Aha-Momente sorgen unter anderem Hansy Vogt und Sonja Faber-Schrecklein.

Heimlicher Star des Kinofilms „Laible und Frisch – Do goht dr Doig“ ist jedoch die Region: An den Landschaftsaufnahmen vom Albtrauf, den Streuobstwiesen und vom Ermstal kann man sich kaum satt sehen. Beeindruckend ist vor allem der Blick auf Dettingen aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Eben noch im Hennig Areal in Metzingen befindet man sich plötzlich mittendrin auf dem Bad Uracher Marktplatz mit seinen Fachwerkhäusern und dem Gasthaus „Glöckle“, dann taucht das Backhaus in Dettingen auf oder die Stadthalle in Reutlingen – Heimat pur für alle Zuschauer, die aus der Gegend sind. Und alle anderen fühlen sich angesichts der Fülle an Schönem fürs Auge sicherlich angesprochen, die Region einmal zu besuchen.

Doch eines ist der vom Dettinger Frieder Scheiffele produzierte Kinofilm dennoch nicht: Ein touristischer Werbestreifen. Rasant und spannend ist die Handlung vom Anfang bis zum unerwarteten Schluss. Aber auch „Laible und Frisch“-Neulinge finden sich in der fiktiven Welt von „Schafferdingen“ zurecht. Weltpremiere von „Do goht dr Doig“ ist am 29. November im Metropol-Kino in Stuttgart. Bundesweit startet der von Film dann am 28. Dezember in 50 Kinos – unter anderem im Forum 22 in Bad Urach.

Produzent Scheiffele hofft auf viele Zuschauer, die die Weihnachtstage für einen Kinobesuch nutzen: „Wenn er vier bis fünf Wochen gut läuft sind wir zufrieden.“ Und, das gibt er zu: „Ich habe schon die Open-Air-Kino-Saison im Kopf.“ Da komme eine Mundart-Komödie erfahrungsgemäß gut an – das Potenzial zu einem (schwäbischen) Erfolgsfilm hat die Kinoversion von „Laible und Frisch“. Es macht Spaß, ihn anzuschauen, weil’s keine schwere Kost ist: Der Alltag hat dann knapp anderthalb Stunden Pause.

Tausend Zuschauer sind von der Serie angetan gewesen. Neben Theaterstücken folgt jetzt der Kinofilm. Ab dem 28. Dezember ist der Film auch im Forum 22 in Bad Urach zu sehen.

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