Ort der Gastlichkeit

Zweieinhalb Jahre haben die Naturfreunde an ihrem Haus gebaut, geschuftet, renoviert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen - und der Kraftakt wirkte offensichtlich auf die Vereinsmitglieder wie eine Frischzellenkur.

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Naturfreunde-Vorsitzender Karl-Eugen Buck kann der Öffentlichkeit ein rundum erneuertes Waldheim präsentieren. Foto: Norbert Leister

Eines war nach den Äußerungen von Bürgermeister Michael Hillert im Haus der Naturfreunde Dettingen vor dem Umbau augenscheinlich gewesen: Vor allem die Toiletten- und Sanitäranlagen seien dringend sanierungsbedürftig gewesen. Und: Die Übernachtungszahlen sind nach den Worten des Naturfreunde-Ortsgruppenvorsitzenden Karl-Eugen Buck rückläufig gewesen. Es lag also ein gewaltiger Kraftakt vor dem Verein - der zudem vor drei Jahren nahezu "kurz vor der Auflösung stand", wie Andreas Linsmeier damals befürchtet hatte. Doch das gehöre nun der Vergangenheit an, verkündete der Landesvorsitzende der Naturfreunde anlässlich der Fertigstellung des "neuen" Hauses auf diesem herrlichen Stückchen Erde am Sonntag.

Allerdings ist nicht nur der Anbau mit der Ferienwohnung und dem Lager inklusive Kühlzelle komplett neu, sondern noch viel mehr, wie Buck beim Rundgang durch das Haus ausführte. Küche und Thekenbereich wurden renoviert, die Gasträume neu gestrichen, eine Großküche für Gruppen, mit der Möglichkeit zum Selbstkochen, kam hinzu, die sanitären Anlagen sind ausgetauscht, im Obergeschoss Einzel- und Doppelzimmer renoviert beziehungsweise ganz neu geschaffen worden. "Bislang mussten ja die Betreuer unten im Keller schlafen, während die Jugendlichen oben im Matratzenlager waren", so Buck.

Vor all den Maßnahmen "stand ein Berg an Arbeit vor den Naturfreunden", hatte Hillert gestern hervorgehoben. Wer dann aber gedacht hätte, dass sich der schwächelnde Verein angesichts der anstehenden Aufgabe vollends in seine Bestandteile auflösen würde, der sah sich getäuscht. "Das ist wohl der Dettinger Geist - wenn irgendwo angepackt wird, dann sind gleich viele Helfer da", sagte der Bürgermeister. Tatsächlich war es so, "insgesamt 5000 Arbeitsstunden wurden in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren ehrenamtlich erbracht", hatte Karl-Eugen Buck betont.

Zudem sind 200 000 Euro investiert worden, 5000 Euro hatte die Gemeinde Dettingen dazu gegeben, ein Teil der Summe kam vom Regierungspräsidium Tübingen und für den Rest gewährte der Landesverband ein zinsloses Darlehen. Dass Buck zusammen mit seinen Helfern, "die nicht alle im Verein sind", diesen Kraftakt gemeistert hat, verdient laut Hillert "Hochachtung - ich bin beeindruckt von der Ortsgruppe, das war ein mutiger Schritt". Die Investition sei eine "sinnvolle, die auch Zuversicht für den Blick in die Zukunft gibt", so Dettingens Rathauschef. Nachdem die Jagdhornbläser "Bantelhannes" eine weitere Kostprobe ihrer musikalischen Kunstfertigkeit gegeben hatten, war das Fest am gestrigen Sonntag offiziell eröffnet. Allerdings hatten zuvor noch die drei Redner alle Dettinger und Nicht-Dettinger aufgefordert, möglichst oft zum rundum erneuerten Naturfreundehaus zu kommen, sich es dort gut gehen zu lassen, Getränke und Speisen zu genießen und - auch dort zu übernachten. Entweder in der nagelneuen modernen und komfortablen Ferienwohnung oder mit einer Gruppe im Matratzenlager. "Das gehen wir nach und nach auch noch an", versprach Buck beim Hausdurchgang. "Besuchen Sie diesen Ort der Gastlichkeit immer wieder", sagte Andreas Linsmeier.

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