Offenes Zeugnis zum Glauben

Mit einer ökumenischen Palmprozession von der katholischen Kirche St. Josef bis zur evangelischen Amanduskirche haben Christen in Bad Urach an den Einzug Jesu nach Jerusalem erinnert.

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Pfarrer Alain (links) und Pfarrer Wilhelm Keller. In der Mitte Stadtschäfer Dietmar Stotz mit dem Esel Karli. Foto: Mara Sander

Etwa 300 Christen nahmen am Sonntag an der ökumenischen Palmprozession teil, die von der katholischen Kirche St. Josef zur evangelischen Amanduskirche führte. Sie erinnerten damit an den Einzug Jesu in Jerusalem, wo die Menschen ihm mit Palmwedeln zugejubelt hatten. Entsprechend ging allen voran Esel "Karli" als lebendige Erinnerung daran, dass Jesus auf einem Esel geritten war. "Karli" wurde allerdings von seinem Herrchen, Stadtschäfer Dietmar Stotz, an der Leine geführt und ließ sich vor den Kirchen mit Streicheleinheiten verwöhnen.

Am Samstag hatten fleißige Hände "Palmbuschen" gebastelt, grüne Buchsbaumzweige oder andere grüne Zweige, bei den portugiesischen Katholiken teilweise auch Olivenzweige. Diese waren mit bunten Eiern und Bändern geschmückt. Nach dem Segen mit Weihwasser und Weihrauch zogen die Gläubigen durch die Innenstadt und wurden dabei aus vielen Fenstern beobachtet. Vor der Amanduskirche sangen sie dann wie auch schon zuvor vor St. Josef einige Kirchenlieder, begleitet von der kleinen Besetzung des evangelischen Posaunenchors, um dann in die Kirche zu einer ökumenischen Palmsonntagsandacht einzuziehen.

Wer nicht den Weg zwischen den Kirchen mitgehen konnte, hatte schon in der Amanduskirche Platz genommen, aber es gab auch viele Menschen, die mit Krücken oder im Rollstuhl an der Prozession bei strahlendem Sonnenschein teilnahmen und damit auch offen Zeugnis für ihren Glauben ablegten. Die Wegerichtungen der Prozession wechseln jährlich, sodass im nächsten Jahr die Amanduskirche Ausgangspunkt und St. Josef das Ziel sein werden.

Ökumenische Gottesdienste sind in Bad Urach nicht selten, sondern gehören zum festen Jahresprogramm, um so die Annäherung beider Konfessionen in der Praxis zu fördern. In diesem Jahr feierten der evangelische Pfarrer Wilhelm Keller und der katholische Priester Alain Rabarijaona den gemeinsamen Gottesdienst.

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