Mit Fächer und Pailletten

Der Verein Oriental Moves brachte eine außergewöhnliche Tanzshow auf die Bühne der Festhalle. Alle Akteure boten eine überzeugende Leistung.

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Fantasievolle Kostüme und tänzerische Topleistungen zeigten die verschiedenen Gruppen während ihrer Auftritte in der Festhalle. Foto: Kirsten Oechsner  Foto: 

Sie kommen von der Alb und aus Augsburg, aus Pliezhausen oder Stuttgart, nennen sich „Ida Mahin“, „Artemis“ oder „Semiramis“ und die Frauen eint eines: Die Liebe zum orientalischen Tanz. Da mischen sich wie beim Ensemble „Saltatrix Orients“ mittelalterliche Elemente in den Bauchtanz, ganz im Stil der 1930er-Jahre swingt die Gruppe „Ereshkigal“. Im Stil der legendären Mata Hari tanzt „Sha-Waza“ und „Amouna“ steht für den Bollywood-Style in Perfektion. Die Akteure tanzten mit Säbeln, überdimensional großen Fächern aus Federn, auch Tücher gehören zu den vielfältigen Tanzaccessoires.

Dies und vieles mehr brachte der kleine, aber aktive Bad Uracher Verein Oriental Moves am Samstag auf die Bühne der Festhalle: Ein Höhepunkt jagte den anderen. Viel Haut war zu sehen, aber gleichzeitig gab es auch farbenfrohe Kostüme: Knallgelb im Samba-Stil, in der Art der mittelalterlichen Marketenderinnen oder ganz nah am orientalischen Original. Viele Pailletten blitzen, lenkten aber nicht ab von den hochklassischen tänzerischen Leistungen der Akteure. Orientalischer Tanz, das ist weit mehr als mit dem Bauch wackeln. Es werden vielmehr Geschichten erzählt und das durchaus auch mit Musik von Madonna – der Song „Frozen“ wurde interpretiert von „Shenan“. Hinter diesem Künstlernamen steckt Claudia Rosendo Martins, federführend für die Organisation der „Traumtänzer“-Show verantwortlich.

Sie wolle enge Freunde und Weggefährten um sich haben oder Künstler, die sie selbst bewundert, sagte sie zur Begrüßung. Denn der Showabend hatte für sie eine besondere Bedeutung: Vor 25 Jahren entdeckte sie den orientalischen Tanz für sich und am Samstag bewies die Gastgeberin eindrucksvoll, dass auch eine Schwäbin diese Form des Tanzes beherrscht. Sie brachte entspannt und gelöst ihre Lieblingschoreographien auf die Bühne und sorgte beim Auftritt mit ihrer Nichte Hannah Anhorn im Dunkeln für spezielle Akzente: Ihre Kostüme waren mit bunten LED-Minileuchten ausgestattet. Bei der Gestaltung des Programms hat sie die richtige Mischung gefunden: Von jedem etwas, aber von nichts zu viel. Und so wurde den Zuschauern über die vielfältigen Ausdrucksformen im orientalischen Tanz hinaus auch andere Tanzrichtungen geboten: Auszüge aus einer Remoshow präsentierte Streettänzer „Remus“. Lasziv und erotisch, aber nie die Grenze zum Ordinären überschreitend ist das Markenzeichen des Burlesque-Tanzes, auf der Festhallenbühne dargeboten von „Bseisa“. Zünftig in Dirndl und Lederhose stürmten „Ina und Max“ auf die Bühne, beeindruckten mit ihrer eigenwilligen Interpretation des „Dreiviertelblut“-Songs „Deifetanz“. Komplettiert wurde die Gästeliste vom Ensembles „Nogoum al Sahara“ und von den Gastgebern selbst. Und der Brasilianer Antonio Rodriguez bewies, dass das Genre keine reine Frauensache ist: er kombinierte orientalischen Tanz mit Sambaelementen.

Ein imposantes Bild bot sich zum Schluss, als Moderatorin Mona Sommer alle Akteure auf die Bühne bat. Mittendrin mit Claudia Rosendo Martins alias „Shenan“ eine strahlende Jubilarin. Sie und ihre vielen Helfer hätten ein paar Besucher mehr verdient gehabt, denn selten einmal ist so viel geballte Tanzkompetenz in der Festhalle zu sehen.

Claudia Rosendo Martins entdeckte vor einem Vierteljahrhundert den orientalischen Tanz für sich. Als „Shenan“ trat sie am Samstag in der Festhalle auf.

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