Mensch und Hund üben gemeinsam

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Eine dramatische Situation hatten Ehrenamtliche von Bergwacht und Rettungshundestaffel am Samstag bei einer gemeinsamen Übung für den Ernstfall dank ihrer professionellen Ausbildung schnell entschärft. Das Szenario: Fünf Kinder und Jugendliche haben sich bei einer Nachtwanderung selbständig gemacht und wurden vermisst. Nachdem die Polizei mit Hubschrauber und Wärmebildkamera niemanden finden konnte, wurde die Reutlinger Rettungshundestaffel alarmiert, um das Gelände mit ihren acht Flächensuchhunden in vier Gruppen abzusuchen. Eine so genannte Trail-Gruppe mit einem speziell ausgebildeten Fährtenhund machte sich zusätzlich auf die Suche nach einem Sirchinger Bürger, der sich als Verwandter eines der vermissten Kinder eigenständig auf die Suche begeben hatte und ebenfalls verschwunden war. „Die Hunde nehmen winzige Hautschüppchen aus der Luft wahr und spüren die Personen auf“, erklärte  Fachberater Jürgen Simon von der Rettungshundestaffel. Für die Tiere ist das übrigens kein Stress, wie Ausbilderin Katrin Kolbe erklärt: „Das ist ein Spiel für die Hunde, sie sind eifrig und mit Begeisterung bei der Sache.“ Wichtig sei allerdings das gegenseitige Vertrauen zwischen Tier und Mensch.

Als bei der Übung schließlich klar war, dass das Gelände zu schwierig und steil wurde, kam die Pfullinger Bergwacht hinzu. Wer dann sah, wie Hund und Mensch gesichert und aneinander gebunden abgeseilt wurden, hielt fast die Luft an. „Das ist das Höchste, da wird Adrenalin frei“, so die Hundeführerin zum perfekten Zusammenspiel der Beteiligten. Zuschauern konnte schon beim Anblick des steilen Abhangs fast schwindlig werden, aber für die Bergwachtmitglieder ist das antrainierte Routine.

Um die Vermissten und meist auch Verletzten zu finden, müssen die Rettungshunde mit abgeseilt werden, denn durch dichtes Laub hindurch erkennt zum Beispiel die Wärmebildkamera des Hubschraubers die Menschen nicht. Auch wenn die Vermissten, wie im Übungsfall, in einen Unterschlupf geflüchtet sind, erkennt die Kamera sie nicht. Zudem können Bewusstlose keine Rufe hören, aber Hunde können sie aufspüren. Das haben sie schließlich auch bei der Übung, alle „Vermissten“ wurden gefunden. Damit haben alle Beteiligten gezeigt, dass sie im Einsatz für den Nächsten auch bereit sind, sich selbst Gefahren auszusetzen.

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