Leise hält die Technik Einzug

Die Stillgruppe Neckartenzlingen wurde vor 16 Jahren gegründet. Am Samstag feierte die Stillgruppe diesen Anlass im evangelischen Gemeindehaus.

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Bei der Jubiläumsfeier konnte man sich ausführlich übers Stillen informieren.  Foto: 

Vor 60 Jahren gründeten Frauen in den USA die La-Leche-Liga, seit 40 Jahren gibt es die Stillgruppen in Deutschland. Im Jahr 2000 lud die La-Leche-Liga-Stillberaterin Charlotte Spieth-Hassel erstmals in Neckartenzlingen zur Stillgruppe ein. Da zudem in den Sommerferien keine Stilltreffen stattfinden, bot das Jubiläumsfest am Samstag im evangelischen Gemeindehaus eine Möglichkeit für Mütter mit Babys, sich zu treffen und auszutauschen.

Zum Festprogramm gehörten am Morgen die Vorträge „Kommunikation mit unseren Kindern“ von Regina Straub und „Stillhilfsmittel“ von Anja Bier, beide sind La-Leche-Liga-Beraterinnen in Furtwangen beziehungsweise München. Ab Mittag gab es ein Kinderschminken und eine Tombola, am Nachmittag einen Tragekurs von Franziska Wenze, bei dem sich interessierte Frauen Kniffe zeigen lassen und Tragehilfen ausprobieren konnten.

Manuela Ostermaier vom Haus der Familie in Nürtingen bot ein Kanga-Schnuppertraining an, bei dem Frauen mit ihren Babys turnen konnten. Später gab es noch einen Rückblick auf die Geschichte der La-Leche-Liga und ein Puppentheater mit Miriam Helfferich. Ein Luftballonstart war dann der bunte Abschluss des Programms. An einem Stand im Gemeindehaus lagen Bücher und Faltblätter zur Information aus. Interessentinnen konnten Tragetücher, Tragehilfen und weitere Waren eines Online-Fachgeschäfts ausprobieren, eine Schweizer Firma hatte Milchpumpen, Brusthütchen und anderes im Angebot. Für Hungrige und Durstige gab es Kuchen, Getränke, salziges Gebäck und Salate.

„Die Technik hält immer mehr Einzug, ob sinnvoll oder nicht“, blickte Charlotte Spieth-Hassel auf die 16 Jahre zurück, die seit der Gründung der Stillgruppe Neckartenzlingen vergangen sind. Mit „Technik“ ist etwa gemeint, dass manche Frauen beispielsweise Excel-Tabellen ausfüllen, wann sie ihr Kind stillen oder eine Handy-App benutzen. Letztere zeigt etwa an, vor wieviel Stunden und Minuten die Mutter zuletzt ihr Kind gestillt hat, wie lange und an welcher Brust.

Das Stillen sei normaler geworden, sagte die Gründerin der Stillgruppe weiter. Andererseits fühlten sich viele Frauen dazu verpflichtet, für eine bestimmte Zeit ihre Kinder zu stillen und setzten sich unter Druck. Mütter wüssten heute unheimlich viel, hörten aber oft nicht mehr in sich selbst hinein und seien von verschiedenen Meinungen eher verwirrt, ergänzten Kolleginnen von Charlotte Spieth-Hassel. Die Arbeit der Stillgruppen sei nach wie vor nötig, sagen die Frauen. Allerdings verschiebe sich die Arbeit immer mehr in Richtung Beratung per E-Mail.

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