Laible und Frisch backen weiter

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Film ab: „Laible und Frisch“ kommt ins Kino. Der Dettinger Produzent Frieder Scheiffele, zweiter von links, im Kreis seiner Bäckerfamilien.  Foto: 

Schafferdingen, das fiktive Städtchen, lebt weiter – und die Drehorte,  Dettingen, Bad Urach  und Reutlingen machen bald auf der Kinoleinwand Karriere. Ja, sie zieht doch ins Kino, die schwäbische Bäckersaga „Laible und  Frisch“; die Brezelsaga mit Lokalkolorit und Denver-Clan-Qualitäten.

Wer hätte das gedacht, nachdem der Firma Schwabenlandfilm des Dettinger Produzenten Frieder Scheiffele sämtliche Zuschüsse aus Bundestöpfen verweigert worden waren?

Am allerwenigsten wohl der Ermstäler Filmemacher selbst. Denn zwischendrin verteilte Frieder Scheiffele schon mal Karten in der Optik einer Todesanzeige, weil er sein Projekt endgültig  beerdigt sah. Aber vielleicht brachte mitunter dieser Coup einer Werbeagentur den finalen Kick. Die für den Kinofilm gestartete Crowdfunding-Kampagne der Schwabenlandfilmer war ein riesiger Erfolg: Fast 60 000 Euro haben Laible-und-Frisch-Fans für das Filmprojekt gespendet, mindestens 50 000 brauchen Frieder Scheiffele und sein Drehbuchautor Sebastian Feld, um ihre Geschichte auf der ganz großen Bühne zu erzählen.  

Der Produzent freute sich gestern jedenfalls über alle Maßen. „Das ist ein klares Zeichen. Das Lokale, das Schwäbische zieht beim Publikum eben doch“, sagt der 37-Jährige. Die Berliner Filmförderer hatten anders argumentiert. Zu regional für bundesweites Interesse, zu dialektschwanger für  wirtschaftlichen Erfolg sei die Bäckergeschichte, begründeten sie damals ihre Absage.

Die Zahlen der Crowdfunding-Aktion sprechen nun für sich: Mehr als 500 Spender haben sich gefunden, die den Bäckerkrieg  im Kino sehen wollen und dafür Geld geben. Dabei handelt es sich meist um Privatleute, an Firmen und Instutitionen treten die Filmemacher noch heran, so Scheiffele. Eine wichtige Finanzierungslücke für die gesamten  Filmkosten in Höhe von knapp 1,4 Millionen Euro ist nun aber schon einmal geschlossen.

 Bereits am 30. Mai startet die Filmcrew nun mit den Dreharbeiten. Die dauern bis Ende Juni, wobei die beiden Ermstalgemeinden Dettingen und Bad Urach wieder eine wichtige Rolle spielen. Neben der Story selbstverständlich. Und die wird dieses Mal eine ganz andere sein, so Frieder Scheiffele. Er verspricht „eine dramatische, neue Geschichte“ mit anderen Ideen als in der Fernseh-Serie. „Do goht dr Teig“, heißt denn auch der Kinofilm.

  Die Story: Kleinbäcker Walter Laible (Winfried Wagner) kehrt verfrüht von einem Kuraufenthalt zurück in seinen Heimatort Schafferdingen. Hier müssen seine Frau Marga (Ulrike Barthruff) und sein Sohn Florian (Matthias Dietrich) dem Vater mitteilen, dass sie aufgrund drückender Schulden, Bäckerei und Heim verkaufen mussten - und zwar ausgerechnet an Walters größten Konkurrenten, den Industriebäcker Manfred Frisch, der maßgeblich schuld an Walters angeschlagenem Seelen- und dem Finanzzustand der Familie ist.

Den Familienzwist zwischen dem norddeutschen Großbäcker Manfred Frisch (Simon Licht) und dem schwäbischen Kleibäcker Walter Laible (Winfried Wagner) verfolgten im SWR  bis zu 900.000 Zuschauer je Folge. Das Format wurde an der Filmakademie Baden-Württemberg entwickelt und 2009/10 von Schwabenlandfilm an Originalschauplätzen im Ermstal gedreht. In der Spielzeit 2014/15 sowie 15/16 folgten die „Laible und Frisch“-Theaterstücke „Bühnenreif“ und „Gut geklaut ist halb gebacken“ in der Stuttgarter Komödie im Marquardt mit mehr als 40 000 Besuchern.

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