Kabarett-Tage: Das Braune macht Laune

Sein Ziel: Erster schwarzer Bundeskanzler werden. Dave Davis alias Motombo Umbokko sorgte vor 450 Fans für eine tollen Abschluss der Kabarett-Tage.

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Der mit ugandischen Wurzeln ausgestattete Ur-Kölner Dave Davis befasst sich in seinem Programm "Live und in Farbe" mit Eigenheiten und Klischees über Afrikaner und Deutsche, schlüpft in verschiedene Rollen und beweist mit verblüffend authentischer Stimme, dass die beste Antwort auf Udo Lindenberg aus Afrika kommt.

Doch wer ist Motombo Umbokko? Der Supermann mit dem Doppelpass? Das personifizierte Trauma der Deutschen, die Angst vorm schwarzen Mann haben? Dave Davis warf am Freitagabend beim Finale der Dettinger Kabarett-Tage in der vollen Schillerhalle nicht nur Fragen auf, sondern gab auch Antworten: "Junge, Junge, hier gibt es tatsächlich Frauen mit fingerdicken Nasenringen", wundert sich der Comedian, "bei uns in Afrika haben das nur die Kühe."

Als Toilettenmann Motombo Umbokko aus Nfuddu verkleidet, betritt Dave Davis zu Reggaetönen die Bühne und schüttelt die Klischees gleich kräftig durcheinander. Sein kalauerisch daherkommender Humor mit Fistelstimme erweist sich als subtil und intelligent.

Mit seinen Anekdoten zielt der 40-jährige Comedian gleichermaßen auf afrikanische wie deutsche Befindlichkeiten: "Wir müssen alle den Strick enger schnallen", verfremdet er "Angelina Merkels unglaublich motivierende Neujahrsansprache" und schlägt stattdessen vor, die Welt etwas afrikanischer, sprich positiver zu sehen: "Wenn ihr eine politische Fachkraft aus dem nahen Osten zur Bundeskanzlerin machen könnt, seid ihr auch reif für den ersten schwarzen Bundeskanzler", verweist er auf eigene politische Ambitionen.

Aber in seinem Programm bekommen nicht nur Politiker wie Merkel, Westerwelle oder der anwesende Dettinger Bürgermeister Michael Hillert ("Der sieht aus wie Alec Baldwin") ihr Fett weg. Dave Davis macht sich auch so seine Gedanken über die deutsche Sprache (Hartz-IV wird zu "Hass-Vier"), sinnentfremdete Redewendungen ("Achmed hat nen Rucksack an, widewidewitt, bum, bum") und überhaupt über das Afrikanisch- und Deutschsein: "Ihr braucht etwas vom afrikanischen way of life, denn das Braune macht Laune!"

Und was ist nun typisch Deutsch? Spätzle, Bier und Kehrwoche? Oder dass der Deutsche sein Auto mehr liebt als seine Frau? Das zumindest sind Antworten aus dem Publikum, als Davis die Frage in die Runde wirft. Für den Kölner Comedian mit ugandischen Wurzeln sind die Zeitung mit den vier Buchstaben, Kontrollwut und die Suche nach Wärme typisch deutsch. Und er erzählt, was er in Afrika gelernt hat. Erste Regel: Der Klügere läuft erstmal weg. Zweite Regel: Kämpfe niemals gegen einen hässlichen Krieger, denn der hat nichts zu verlieren. . .

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