Improvisieren ist Kunst

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Jakob Manz bei einem Auftritt der „BGV- Jugend jazzt“. Improvisation liegt dem 16-Jährigen.  Foto: 

Gymnasiast, Jungstudent und Saxophonist, Jakob Manz hat viele Gesichter. Wobei eines ganz klar im Vordergrund seht: Er ist Musiker, und das mit Leib und Seele. Auf die Frage, wann denn das Interesse für die Musik aufkam, muss er trotzdem überlegen. „Es ist irgendwie immer da gewesen“, sagt der 16-Jährige. Sein Vater Michael Manz wirft ein, dass er als kleines Kind bereits die Kochtöpfe als Schlagzeug genutzt hat. „Jakob hat immer mit den Kochlöffeln draufgeschlagen, das hat uns dann dazu bewogen, ihm ein Schlagzeug zu kaufen.“ Und so fing die musikalische Reise des Dettingers an.

„Wildes Holz“ und Inspiration

Gelernt hat er zunächst Blockflöte. Vor sechs Jahren kam dann das Saxophon dazu. Nicht zu vergessen: das Schlagzeug. Zum Jazz ist er eher zufällig gekommen und dem Stil bis heute treu geblieben. Seine Musikschullehrerin spielte ihm ein Band von „Wildes Holz“ vor. Der Stil gefiel dem 16-Jährigen, er begann, die Platte nach Gehör nachzuspielen. „Mir liegt die Improvisation“, sagt Manz.

Das beweist der Schüler auch immer wieder bei diversen Auftritten, darunter auch der Musikwettbewerb des Stuttgarter Lions Clubs, wo er mit seiner Band „The Jakob Manz Project“ antrat. Dort erreichte er dieses Jahr den ersten Platz. Außerdem war Manz 2014 und 2016 Sieger bei „Jugend jazzt“ (Saxophon/Blockflöte) und darüber hinaus noch zweifacher erster Bundespreisträger in den Jahren 2014 und 2015 bei „Jugend musiziert“ (Schlagzeug/Blockflöte). Für den 16-jährigen Dettinger gehören solche Sachen in die Rubrik Erfolgserlebnisse. Auf der anderen Seite sind da die Erfahrungen, die Manz bei jedem seiner Auftritte macht.

Nicht jedes Konzert bleibt auf ewig im Gedächtnis haften. „Aber ich versuche, einfach überall etwas mitzunehmen“, sagt der 16-Jährige. Dabei sei es egal, ob es positive oder negative Dinge sind. Schließlich lerne man aus allem. Oft komme es einfach auf die banalen Kleinigkeiten an.

Inspiration holt sich der Ausnahmemusiker bei Konzerten und dem stetigen Hören von Stücken. Wenn er an etwas Neuem arbeitet, denkt er aber keinesfalls in Instrumenten, wie er sagt. „Ich mag alle gleich gern, nutze sie aber situationsabhängig.“

Musik ist einfach sein Ding. Vor allem Jazz, mit seiner Band „The Jakob Manz Project“ spielt er mit Leidenschaft. Funkig und mit einer gehörigen Portion Soul. Vor etwa einem Jahr haben sich die vier Mitglieder zusammengeschlossen, wobei Manz der Jüngste ist.

Neben den Proben für seine Soloauftritte sollen die für die Band selbstverständlich nicht zu kurz kommen. Aber da stellt sich die Frage, wie so ein Tagesablauf eigentlich aussieht? „Morgens Schule, dann Hausaufgaben und später geht es mit dem Zug nach Stuttgart.“

Der Gymnasiast ist im dritten Semester Jungstudent an der Musikhochschule. „Ich habe den schönen Teil“, scherzt er. Denn die Vorlesungen braucht er nicht zu besuchen. Ein gut geplanter Tagesablauf, der dem Dettinger nichts ausmacht. Schließlich ist die Musik auch sein Hobby. Für ihn sei es wichtig, selbst weiterzukommen. „Meine Eltern haben mich nie in eine Richtung gedrängt. Es war immer mein Weg und meine Entscheidungen.“

Darauf besteht Jakob Manz und macht deutlich, dass er später gern sein Geld mit der Musik verdienen will. „Ich möchte einfach spielen“, sagt Manz. Und auf dieses Ziel arbeitet er hin.

Ernüchternd ist dabei für den Jungmusiker nur, wie viel die bildende mit darstellender Kunst gemein hat. Bei beiden scheint oft für den Zuschauer nicht ganz klar zu sein, welches Maß an Arbeit darin steckt. Der Wert ist schwer abschätzbar. „Viele wissen gar nicht, was alles hinter einem Konzert steckt“, sagt Manz. Neben den Proben, ist da noch das Organisatorische und die vielen Kleinigkeiten.

Das Konzert mit Jakob Manz beginnt heute um 20 Uhr in der Dettinger Stiftskirche. Mit dabei sein wird das Projekt-Blasorchester der Musikvereine aus Metzingen, Neuhausen und Dettingen unter der musikalische Leitung des Landesmusikdirektor Bruno Seitz. Jazzig wird es dann mit dem Dettinger Ausnahmetalent Manz.

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