Im Bad der Emotionen

Im Lehrschwimmbad der Riedericher Gutenbergschule geht seit einigen Tagen nichts mehr. Wegen eines Defekts an der Hauptpumpe ist das Bad für jeglichen Betrieb gesperrt. Außerdem sind Fliesen abgeplatzt.

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Generationen von Riederichern und Kindern aus der Umgebung haben im Lehrschwimmbad der Gutenbergschule das Schwimmen gelernt. Es kursiert sogar die Geschichte, dass vorwitzige Nachwuchsschwimmer es nicht erwarten konnten, bis das Bad fertig war, weshalb sie in die mit Wasser vollgelaufene Baugrube hineingesprungen sind. Wohl aber weniger, um zu schwimmen, als vielmehr, um ihr Mütchen zu kühlen.

Wie dem auch sei, die Geschichte zeigt, ob sie denn wahr ist oder legendär, welche Bedeutung das Riedericher Lehrschwimmbad schon vor seiner Fertigstellung und erst danach für die Menschen hatte. Das ist auch mit vielen Emotionen verbunden. Rund 50 Jahre hat das Lehrschwimmbad nunmehr auf dem Buckel, weshalb man es mit Fug und Recht als altehrwürdig bezeichnen kann.

Nun aber sitzen die Nutzer des Lehrschwimmbades wieder mal auf dem Trockenen. Das Bad ist zum Leidwesen aller Beteiligten geschlossen, weil ein Badebetrieb nicht möglich ist. Zunächst ist die Hauptpumpe ausgefallen, was freilich kein allzu großes Problem war. Die defekte Pumpe ist laut Bürgermeister Tobias Pokrop ersetzt worden. Doch damit nicht genug. Zu allem Überfluss sind auch noch Fliesen am Wasserüberlauf des Beckens abgeplatzt.

Nach Aussage des Bürgermeisters ist hier das große Problem, dass dieses Fließen nicht mehr nachbestellt werden können. „Also war Kreativität gefordert“, sagt Bürgermeister Tobias Pokrop, „wir haben zusammen mit einem Fliesenleger eine Lösung gefunden.“ Und nach Aussage des Handwerkers wird dies auch klappen, weshalb der Schultes zuversichtlich ist, dass das Lehrschwimmbad nach den Osterferien wieder geöffnet werden kann. Nach der Reparatur muss das Ganze ja noch trocknen, anschließend stehen natürlich noch Reinigungsarbeiten an. Dass das Lehrschwimmbad sanierungsbedürftig ist, wissen Verwaltung und Gemeinderat schon seit Jahren. In einem einstimmigen Beschluss vom Mai 2011 hat das Gremium seinen Willen bekundet, das Bad langfristig erhalten zu wollen, und es deshalb in den nächsten Jahren zu sanieren, sofern dies finanzierbar ist. 1,4 Millionen Euro immerhin wurden seinerzeit veranschlagt. Im selben Jahr hatte sich die Interessengemeinschaft „Schwimmfreunde Riederich“ für den Erhalt des Lehrschwimmbads stark gemacht. 1,4 Millionen Euro sind zweifelsfrei eine Menge Geld, vor allem, wenn man bedenkt, was sonst noch alles auf die Gemeinde zukommt. Allein am heutigen Mittwoch geht es im Gemeinderat neben der Verabschiedung des Haushaltsplans 2015 um den Ausbau des Häckselplatzes und um die Sanierung des Trainingsspielfeldes im Alfred-Barner-Stadion. Die neueste Kostenschätzung liegt hierfür bei immerhin knapp 300 000 Euro.

Immerhin aber ist im Haushaltsplan 2015 eine Planungsrate für die Sanierung des Lehrschwimmbads in Höhe von 20 000 Euro eingestellt, die der Gemeinderat nach dem Haushaltsbeschluss für die Planung freigeben könnte.

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