Holzmacher sind enttäuscht

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Ulrich Hövemeyer und Ralf Kirchner sind enttäuscht darüber, dass die Gemeinde und speziell Bürgermeister Michael Hillert das Gespräch mit ihnen über ihre Holzlager nicht sucht. „Die Gemeinde“, sagt Ralf Kirchner, „lehnt die Bildung eines Runden Tisches ab. “Er und Ulrich Hövemeyer können diese Haltung nicht verstehen.

Schon gar nicht können sie es nachvollziehen, dass die Verwaltung gegen die aus deren Sicht zu große Holzlagermengen „kompromisslos vorgeht“. Nun haben die betroffenen Holzverarbeiter von der Baurechtsbehörde einen kostenpflichtigen Bescheid (1200 Euro) zur Räumung der Holzlager bekommen. Die Frist läuft ein Jahr. Sie werden nun den Rechtsweg beschreiten und dagegen Widerspruch einlegen. „Wenn es sein muss“, so Ulrich Hövemeyer, „werden wir vors Verwaltungsgericht ziehen.“

Dabei hätte es aus ihrer Sicht gar nicht so weit kommen müssen. Sie hätten mehrfach schriftlich versucht, ein Gespräch mit Bürgermeister Michael Hillert zu vereinbaren, doch es habe nicht geklappt. Zudem hat die Interessengemeinschaft Holz einen Mediator eingeschaltet, der auch schon Kontakt mit der Gemeindeverwaltung aufgenommen hat. „Bis heute“, so Ralf Kirchner, „wartet er aber vergeblich auf einen Rückruf.“

Die Vorgehensweise der Verwaltung habe mit Bürgernähe nichts zu tun, sagt Ralf Kirchner. Dabei sei es ihnen wichtig, das Holz sauber zu lagern ohne Plastikplanen, denn das sehe teilweise schon recht schlampig aus. „Insofern“, sagt Ralf Kirchner, „vertreten wir die gleichen Interessen wie die Gemeinde. Die Holzverarbeiter verstehen nicht, warum man keinen Kompromiss in der Sache finden kann. „Kompromiss“, so Ulrich Hövemeyer, „heißt, dass beide Seiten ein Stück nachgeben müssen.“ Dass die Interessengemeinschaft bereits eine kleine Gewerbefläche angemietet hat, sehen sie als ersten schritt in dieser Sache an.

Außerdem hat die Interessengemeinschaft einen Antrag auf Erwerb einer Gewerbefläche gestellt, um darauf Holz zu lagern und zu verarbeiten. „Wichtig ist doch die Frage“, so Ralf Kirchner, „wie ich eine Sache anpacke und versuche eine Lösung zu finden. Eine Gemeinde lebt ja vom Miteinander und so wollen wir konstruktiv mit der Sache umgehen.“ Sie wüssten gar nicht woher die „harte Haltung“ der Gemeindeverwaltung komme.

Bürgermeister Michael Hillert sieht das Ganze freilich anders. „Was die wollen“, so Hillert, „ist, den Bürgermeister zu rechtswidrigem Handeln zu veranlassen.“ Für ihn ist die Sachlage glasklar. Die Landesbauordnung zwinge die Baurechtsbehörde dazu, so zu handeln. Die Dettinger Baurechtsbehörde sei in diesem Fall eine Landesauftragsverwaltung.

Fünf Mitglieder der Interessengemeinschaft Holz hätten die Sache des Holzbeigens übertrieben und Holz über die Maßen aufgehäuft. Für den Bürgermeister handle es sich bei der Holzverarbeitung besagter fünf Holzleute um die Ausübung eines Gewerbes. Weder die Verwaltung noch der Gemeinderat habe in der Sache ein Ermessen. „Und im Übrigen“, so Hillert weiter, „liegt mir bis heute keine Anfrage nach einem Gespräch vor.“ Er wisse auch gar nicht, was es zu besprechen gebe, die Landesbauordnung sei eindeutig. Dies habe auch der Ordnungsdezernent des Landkreises, Dr. Claudius Müller, im Oktober im Gemeinderat dargelegt. Demnach sind laut Landesbauordnung lediglich 20 bis 30 Festmeter Holz pro Wiese erlaubt. Das störe das Landschaftsbild nicht.

Inzwischen hat der Gemeinderat beschlossen, dass bei der ehemaligen Mülldeponie im Wachtertal 50 Festmeter Holz gelagert werden können. Einen Gemeinderatsbeschluss gibt es auch zum Thema Gewerbeflächen zur Holzlagerung: Der Bebauungsplan wird nicht geändert, für Holzaufarbeitung und -lagerung gibt es keine Gewerbeflächen. Diese Flächen sind laut Bürgermeister Hillert rar und deshalb zu kostbar. Für Hillert steht jedenfalls fest, dass die Holzleute lediglich „egoistische gewerbliche Ziele“ verfolgen.

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