Guter Ertrag erwartet

Rund 60 Teilnehmer fanden sich in der Kirschenanlage des Obst- und Gartenbauvereins Gaisbuckel ein, um sich von Paul Krohmer über den Stand von Bäumen, Kirschen und Ertrag informieren zu lassen.

|
Es sieht nicht schlecht aus mit der Kirschenernte in diesem Jahr. Foto: Wieland Lehmann

Gaisbuckel - diese Bezeichnung taucht auf dem Dettinger Ortsplan nicht auf. Und doch ist die Kirschenanlage des Obst- und Gartenbauvereins leicht zu finden, liegt sie doch nahe an der Straße, die nach Hülben führt. 1981 wurden hier 55 Bäume gesetzt, inzwischen sind weitere hinzugekommen. Hierhin hatte der Verein am Sonntag zur diesjährigen Kirschenführung eingeladen. "Ein tolles Wetter", konstatierte Roland Lieb, Erster Vorsitzender des Vereins, bei seiner Begrüßung und verwies auch gleich auf die Bäume in voller Pracht. Rund 60 Interessierte waren gekommen, um sich von Paul Krohmer, zweiter Vorsitzender des Vereins, über den Stand von Bäumen und Ertrag informieren zu lassen.

Die Blüte habe in diesem Jahr drei Wochen früher eingesetzt, es habe aber an Niederschlag gefehlt, stellte Paul Krohmer fest. Trotzdem sei die Befruchtung gut verlaufen, der Behang könne sich sehen lassen. Mit Schädlingen habe man bis jetzt keine Probleme gehabt. Nur ganz wenige Kirschenfruchtfliegen seien gesichtet worden. Auch die Kirschenessigfliege halte sich in Grenzen. Ihr könne man durch Fallen mit einem Gemisch aus Apfel, Essig, Rotwein und Wasser begegnen, seit zwei Wochen gebe es auch ein biologisches Spritzmittel dagegen.

Paul Krohmer führte an einen Baum mit Ermstäler Knorpelkirschen, die auch als Herzkirschen bekannt sind. Sie sind sehr aromatisch, haben ein festes Fruchtfleisch und waren früher so beliebt, dass sie sogar deutschlandweit verschickt wurden. Wenn eine solche Kirsche 22 Millimeter groß ist, sei das schon gut, stellte er fest. Der Handel wolle aber größere. So ist diese Sorte auch geadelt worden, das heißt sie steht auf der Liste der so genannten Archepassagiere, also von Arten, die vom Aussterben bedroht sind. Es lohnt sich also, dieser Kirschensorte besondere Aufmerksamkeit zu schenken, ist sie doch auch sehr gut für alle Verarbeitungsrichtungen geeignet. Sie gebe auch ein wunderbares Destillat, merkte ein Teilnehmer der Führung an.

Es ging zu einem großen Baum mit schwachem Behang. Nach der Blüte habe diese Sorte Schneiders Knorpelkirsche sehr viele Kirschen getragen, viele seien aber dann gleich abgefallen. Dafür hat die Kirschengröße aber gewonnen. Jeder Baum, der jetzt nicht viel trage, habe dafür im nächsten Jahr um so mehr, zeigte sich Paul Krohmer optimistisch. Beim Kirschenverkauf werde die Querfurter Königskirsche stark gesteigert, informierte er. Es sei eine helle Kirsche, die keine Flecken habe. Und das Auge der Verbraucher ist ja auch ein wesentlicher Aspekt des Kaufs.

2012 wurden in einer Reihe zwölf Bäume der Kirschsorten Regina und Cordia gesetzt. Diese Bäume werden nicht allzu groß, lassen sich leichter pflegen und abernten. Und dann standen alle Teilnehmer um einen kleinen Stamm der Sorte Nadine herum, der einen beeindruckenden Behang den Augen präsentierte. Nun sollte es auch einmal wieder regnen, was das Wachstum der Kirschen fördert und damit dem Ertrag erst noch den richtigen Erfolg bringen kann. Noch sind die Blätter der Bäume nicht welk, noch leiden die Kirschen nicht unter der Trockenheit, stellte Paul Krohmer fest. Doch die Ernte stand bereits bevor. Am Montag versteigerte der Obst- und Gartenbauverein die Kirschen auf seiner Anlage.

Nach der Führung führte der Weg der Teilnehmer zum Schuppen des Vereins im Talweg, wo schon Tische und Bänke zum Hock aufgestellt waren. Es lockten Rote und Getränke sowie Kaffee und Kuchen zum Verzehr. Da waren auch viele gekommen, die bereits im Schatten des Schuppeninneren vor der Sonne Schutz gesucht hatten.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gemeinsam zur Top-Wanderregion

18 Kommunen aus zwei Landkreisen haben gestern in Beuren eine neue Zusammenarbeit besiegelt, um Top-Wanderregion zu werden. weiter lesen