Feiern mit Posaunen und Trompeten

Symphonie und Feuerwerk, Hock und Rockmusik: Bad Urach feiert sich und seine Geschichte mit großem Programm rund um Marktplatz und Festhalle.

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  • Urach im Spiegel der Zeit: Das Wappen ziert schon lange die Uracher Fahnen. Das Hifthorn ist auch auf jenem Siegel zu sehen, das an einer Urkunde aus dem Jahr 1316 befestigt ist. Es liefert damit den ersten schriftlichen Beweis dafür, dass Urach schon vor 700 Jahren eine Stadt war. 1/2
    Urach im Spiegel der Zeit: Das Wappen ziert schon lange die Uracher Fahnen. Das Hifthorn ist auch auf jenem Siegel zu sehen, das an einer Urkunde aus dem Jahr 1316 befestigt ist. Es liefert damit den ersten schriftlichen Beweis dafür, dass Urach schon vor 700 Jahren eine Stadt war. Foto: 
  • Komponist Adrian Werum spielt den Vertretern der Verwaltung und der Kreissparkasse einen Ausschnitt aus der Stadtsymphonie vor. 2/2
    Komponist Adrian Werum spielt den Vertretern der Verwaltung und der Kreissparkasse einen Ausschnitt aus der Stadtsymphonie vor. Foto: 
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Autoscooter und Karussell stehen bereits auf dem Festplatz, um auf diese Weise von kommenden Festfreuden zu künden: Bad Urach hat Grund zu feiern, sich selbst und seine reiche Geschichte. Seit mindestens 700 Jahren ist die Kommune eine Stadt, was ein altes Siegel bezeugt. Auf ihre stolze Vergangenheit blicken die Uracher während des Jubiläumsjahres 2016 immer wieder zurück, das kommende Wochenende bietet nun die Gelegenheit, das Hier und Jetzt zu zelebrieren.

Gleichzeitig soll das Fest in die Zukunft ausstrahlen, weswegen die Stadt dem Komponisten Adrian Werum vor geraumer Zeit den Auftrag erteilte,  eine Urach-Symphonie zu verfassen. In vier Sätzen ging der gebürtige Mainzer der Frage nach, wie die Stadt klingt.

Das Ergebnis ist am Freitag ab 19 Uhr erstmals öffentlich auf dem Marktplatz zu hören. Sollte es regnen, weichen die Akteure in die Festhalle aus. Das Werk präsentieren der Musikverein Bad Urach, die Beatstomper, der Sängerkranz, dessen Projektchor, das Orchester der Musikschule, die Posaunenchöre Sirchingen und Bad Urach, der Chor der Geschwister-Scholl-Realschule, das Akkordeonorchester sowie die Didgeridooklasse der Realschule.

Die Gruppen spielen allerdings nicht alle gleichzeitig, sondern in unterschiedlichen Kombinationen. Die Texte für den zweiten Satz entstanden in der Realschule, sie berichten vom Alltag der Kinder und Lehrer. Für den vierten Satz verwendete Adrian Werum einen Text des Dichters Johannes R. Becher über Urach. Becher kannte die Stadt aus den 1920er Jahren, als er in der Künstlerkolonie am Grünen Weg zu Gast war. Bechers Gedicht auf die kleine Residenzstadt erinnert Werum an Joseph von Eichendorff und damit an einen der prominentesten Vertreter der Romantik. Das mag den einen oder anderen Zuhörer überraschen, immerhin blieb Becher vor allem als expressionistischer Dichter, Schöpfer der DDR-Nationalhymne sowie Kultusminister der ostdeutschen Republik im Gedächtnis. Zwischen den einzelnen Sätzen treten übrigens Jugendliche auf, die fürs Publikum rappen. Anders gesagt, die musikalischen Spannungsbögen dürften für ein abwechslungsreiches Hörerlebnis sorgen.

Die Arbeit mit den vielen unterschiedlichen Gruppen war spannend, wie Komponist und Dirigent Werum berichtet, und sie erforderte eine gewisse Flexibilität von allen Beteiligten. Mitunter, berichtet der Komponist, stellte er sein Stück spontan um, die Musiker zogen mit: „Die Symphonie wird ein Ohrenschmaus“, verspricht deshalb Bad Urachs Kulturreferent Thomas Braun, der die Kontakte zu Adrian Werum herstellte und darüber hinaus als Cheforganisator des großen Stadtfestwochenendes fungiert.

Die Stadtsymphonie geht mit der Aufführung in den Besitz der Uracher über, die in den kommenden Jahren jederzeit einen oder mehrere Sätze herausgreifen und aufführen können, erklärt Braun.

Mit dem musikalischen Werk, betont Bürgermeister Elmar Rebmann, habe sich ein Wunsch der Initiatoren bereits erfüllt: Verschiedene Generationen aus unterschiedlichen Lebenswelten der Stadt zusammenzubringen. Diesen Effekt zeitigt auch das Stadtfest am Samstag. 19 Vereine beteiligen sich im Jubiläumsjahr daran, so viele wie noch nie, freut sich Rebmann, dem das Vergnügen zukommt, das Fest um 16 Uhr zu eröffnen. Unterstützt wird er bei dieser ehrenvollen Aufgabe von der Stadtkapelle Metzingen, die jenen Jubiläumsmarsch intoniert, der während des offiziellen Festaktes zum Stadtjubiläum Ende Januar erstmals erklang. Darauf folgt ein abwechslungsreiches Programm, das den Gästen gleichwohl Raum lässt, sich zu unterhalten und die einzigartige Atmosphäre des Uracher Marktplatzes zu genießen. Ab 18.30 Uhr gehört die Bühne vor dem Rathaus dann allein den Musikanten: Zuerst erklingt Jazz,  gespielt von „Heye’s Society“. Danach ist die Boiz Bänd an der Reihen, die das Publikum mit Rock, Pop, Charthits und Partymusik unterhält. Die 1970er Jahre lassen „Yvolution“ aufleben. Mit ihrer Show in Schlaghosen und Batik-Shirts waren sie bereits Gäste beim Stadtfest, ihr Auftritt kam damals bestens an, erinnern sich die Verantwortlichen. Das Festwochenende klingt auf dem Marktplatz am Sonntag  ab 10.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst aus, an den sich ein musikalischer Frühschoppen anschließt.

Wer danach weiterfeiern möchte, kann zum Festplatz schlendern. Dort ist ein großer Vergnügungspark aufgebaut, der das gesamte Wochenenende sowie am Montag geöffnet ist. Den Abschluss bildet ein großes Feuerwerk.

Das Festprogramm von Freitag bis Montag

Vor 700 Jahren wurde Urach erstmals schriftlich als Stadt genannt. Das Jubiläum wird ab Freitag groß gefeiert.

Den glanzvollen Auftakt bildet am Freitag die Erstaufführung der Stadtsymphonie „Wie klingt Urach?“. Die Premiere startet um 19 Uhr auf dem Marktplatz, sollte es regnen, ist die Aufführung in der Festhalle. Die Symphonie besteht aus vier Sätzen, dazwischen rappen Jugendliche, begleitet von Musikern des Orchesters der Stadtsymphonie. Die Bewirtung auf dem Marktplatz beginnt um 18 Uhr, in der Pause halten der Sängerkranz, der Musikverein und der FV Bad Urach ebenfalls Speisen und Getränke bereit. Die Aufführung endet gegen 21.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die zweite, kostenlose Aufführung der Stadtsymphonie ist am Sonntagabend um 19 Uhr, die Bewirtung startet ebenfalls um 18 Uhr.

Am Samstag steht das Stadtfest auf dem Programm. Beginn ist um 16 Uhr mit einem Grußwort von Bürgermeister Elmar Rebmann und musikalischer Umrahmung. Um 16.40 Uhr singt der Ermstal-Männerchor. Danach sind die Fahnenschwinger des SV Sirchingen an der Reihe. Um 17.20 Uhr ist portugiesische Folklore zu sehen. Ab 18.30 Uhr spielt die Jazz-Band „Heye’s Society“. Ab 20.30 will die Boiz Bänd die Bühne rocken. Die Musiker um den Böhringer Matthias Wurst werden um 22.30 Uhr abgelöst von „Yvolution“. Die Pforzheimer Band spielt Hits aus den 1970er Jahren. Für die Bewirtung am Samstag sind die teilnehmenden Vereine verantwortlich.

In den Sonntag starten die Bad Uracher um 10.30 Uhr mit einem ökumenischer Gottesdienst auf dem Marktplatz, an dem auch der Posaunenchor mitwirkt. Im Anschluss gibt es einen musikalischen Frühschoppen auf dem Marktplatz.

Das Festwochenende begleitet der traditionelle Rummel auf dem Gelände an der Festhalle. Dort warten verschiedene Fahrgeschäfte und Bewirtung auf die Gäste. Am Montag beginnt um 14 Uhr ein Familientag, der um 19 Uhr endet. Zum Abschluss gibt es bei Einbruch der Dunkelheit ein großes Feuerwerk.

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