Fast wie in der Großstadt

Bei der Jahreshauptversammlung der Dettinger Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes gab es neben vielen Arbeitsstunden auch so manchen Erfolg zu verkünden. Das motiviert fürs neue Einsatzjahr.

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Das DRK in Dettingen ehrte verdiente Mitglieder. Foto: Nadine Wilmanns

Ganz schön viel Arbeit hatte die Dettinger Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes im vergangenen Jahr. Und schön war tatsächlich so manches an dem Engagement für die gute Sache, auch wenn die schwierigen Momente, die die Nerven immer wieder auf eine harte Probe stellen, leider auch nicht ausgeblieben sind. Die Arbeit beim DRK verlangt den Helfern vieles ab, trägt aber auch Früchte und schweißt zusammen. Eine der Erfolgsfrüchte des DRK ist der Erlös aus den Altkleidersammlungen: es sind 31 Tonnen Kleider und damit rund viereinhalbtausend Euro zusammengekommen, berichtet der Vorsitzende Fritz Schaich. "Die Altkleidersammlung geht nicht ohne die Unterstützung aus unserer Jugend", lobt Ausbildungsleiter Heiko Kästel. Das Engagement bei solchen Aktionen, bei Bewirtungseinsätzen und bei den Übungsabenden an jedem zweiten Dienstag, gehören genauso zur DRK-Jugend wie die gemeinsamen Bowlingabende oder der Jahresausflug. Für die "Großen" standen 2011 die Beschaffung fünf neuer AED-Geräte im Fokus - jeder Helfer vor Ort ist nun mit einem solchen ausgestattet. Die Helfer vor Ort waren im vergangenen Jahr knapp 350 Stunden im Einsatz.

Die Vielzahl an Problemen, mit denen sich die Helfer am Einsatzort jeweils konfrontiert sahen, zeigt, wie gewieft und flexibel die Helfer sein müssen. So halfen die DRKler 2011 unter anderem bei Verkehrsunfällen, Schlaganfällen, Stürzen oder Suizidversuchen. "Wirklich umfangreich, was da an Verletzungen auf einen zukommt", sagt Bereitschaftsleiterin Susanne Buchholz. "Manchmal denkt man, man ist irgendwo in der Großstadt und nicht in Dettingen auf dem Land."

Der Großteil der Einsätze fiel auf Extremitätenverletzungen und Frakturen, außerdem auf Herz-Kreislaufkrankheiten. Ein Großeinsatz wurde bei einem Verdacht auf Gasaustritt in einer Firma auf die Beine gestellt. Und natürlich war das Rote Kreuz bei diversen Festen und Veranstaltungen sozusagen prophylaktisch vor Ort. Insgesamt kommen die Dettinger DRKler 2011 auf über 6000 Arbeitsstunden.

Besonders erfreulich, wenn diese Arbeit in Lebensrettung mündet, so etwa bei einem Einsatz im Mai des letzten Jahres. Ein Mann hatte einen Herzstillstand und konnte von den Dettinger Helfern erfolgreich reanimiert werden. "Im Juli hat er schon wieder gearbeitet", freut sich Buchholz für den Geretteten.

"Der DRK macht oft wirklich heftige Arbeit in schwierigen Situationen, die oft nicht leicht zu verarbeiten sind", lobt Vize-Bürgermeister Dr. Rolf Hägele und plädiert für einen Fokus auf der Nachwuchsförderung. Die gestalte sich heutzutage ja oft schwierig, angesichts der "vielen Verlockungen". Doch die Vorteile des Vereinseinsatzes liegen neben dem persönlichen Gewinn klar auf der Hand: "Wer sich im Verein engagiert, kommt auf keine dummen Gedanken und um den muss man sich in der Regel auch keine Sorgen im Hinblick auf seine soziale Entwicklung machen", so Hägele. Im Übrigen locke beim DRK ja nicht nur die interessante Tätigkeit, sondern auch die Geselligkeit, gemeinsame Ausflüge und Unternehmungen, die zusammenschweißen und motivieren.

Info

Geehrt für fünf Dienstjahre wurden Bettina und Thomas Klingberg, 20 Dienstjahre hat Doris Maier zu verzeichnen, 40 Jahre Karl Joachim und Gerhard Guhl kommt gar auf 55 Dienstjahre im DRK. Auch diejenigen, die sich im vergangenen Jahr besonders für den Verein eingesetzt haben, sollten geehrt werden. Das waren Susanne Buchholz, Julia Reihs, Dirk Ostertag, Erwin Stanischa, Timo Walter und Heiko Kästel.

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