Elmar Rebmann siegt: Mit Fleiß, Mut und Vernunft in die zweite Amtszeit

Ein Drittel der Bad Uracher Bürger war am Sonntag an der Wahlurne. Auf den alten und neuen Rathauschef Elmar Rebmann entfallen 94 Prozent der Stimmen. Mit einem Kommentar von Regine Lotterer.

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Der glückliche Wahlsieger: Elmar Rebmann mit Tochter Johanna und Ehefrau Sylvia. Foto: Thomas Kiehl  Foto: 

Als Elmar Rebmann am Sonntag um halb acht vors Bad Uracher Rathaus trat, brandete Beifall für den Wahlsieger auf. Wer auf den Marktplatz gekommen war, um das Endergebnis zu erfahren, brauchte freilich Geduld. Weil außer Elmar Rebmann nur ein weiterer Kandidat auf den Stimmzetteln stand, schrieben etliche Wähler einen zusätzlichen Namen aufs Papier. Den von Axel Leiss beispielsweise, auf den sechs Stimmen entfielen, oder den von Dietmar Schrade (vier Stimmen). Alle Namen zu überprüfen und das Ergebnis zu ermitteln, hat gedauert. Der klare Wahlsieger nahm es gelassen: Er strahlte über „das tolle Ergebnis“. Vor allem die ordentliche Wahlbeteiligung, sie lag bei knapp 33 Prozent, freute ihn.

Sein bestes Ergebnis erhielt Rebmann im Wahllokal Geschwister-Scholl-Realschule A, hier stimmten gut 97 Prozent für ihn. Das schlechteste Ergebnis in der  Kernstadt betrug 94 Prozent im Kindergarten Grünes Herz.

In Seeburg entfielen gut 85 Prozent der abgegebenen Stimmen auf ihn, Michael Eckardt von der Nein-Idee-Partei kam hier auf 11,5 Prozent. 116 Bürger hatten im kleinsten Stadtteil ihre Stimme abgegeben. In Hengen bestätigten 89,5 Prozent Rebmann im Amt, in Wittlingen waren es 96 Prozent, in Sirchingen, 94,5 Prozent.

Die große Wahlparty fiel am Sonntag allerdings aus. Der grippekranke Bürgermeister kam nur zum offiziellen Teil auf den Marktplatz, um sich persönlich an seine Bürger, Mitstreiter und Mitarbeiter zu wenden. Sein besonderer Dank richtete er sichtlich bewegt an seine Frau Sylvia und seine Tochter Johanna: „Ohne Euch hätte ich das heute Abend nicht erreicht.“ Ein großes Lob erteilte er der Stadtverwaltung und seiner Rathausmannschaft. Sie hätten einen großen Anteil am guten Wahlergebnis. „Ich komme jeden Tag mit Freude an meinen Arbeitsplatz“, sagte Rebmann,  weil es Spaß mache, mit dem Team zusammenzuarbeiten. Die kommenden acht Jahre möchte er mit „Fleiß, Mut und Vernunft anpacken.“ Dabei hofft er auf die Unterstützung der Stadtteile, der Bürger und der Vereine. Denn anzupacken gebe es genug: „Die Entwicklung unserer Stadt darf nicht still stehen.“  Fortschritt könne indessen nur gelingen, wenn das Miteinander gut funktioniere, wenn Arbeitsplätze entstünden, und wenn es gelinge Kaufkraft zu generieren.

Im Reigen der Bürgermeisterkollegen, die am Sonntag zur Gratulation in die Kurstadt gekommen waren, fehlte einer, der Tod von Harald Steidl geht auch Elmar Rebmann nahe, wie am Sonntagabend deutlich zu sehen war. Die Anwesenden spendeten dem Verstorbenen und seinem Lebenswerk Applaus.

Rückenwind für Rebmann

Elmar Rebmann hat am Sonntag ein gutes Wahlergebnis erzielt und kann gestärkt in seine zweite Amtszeit gehen. Zwar ging nur ein Drittel der Bürger an die Urne, angesichts des vorab schon feststehenden Ergebnisses ist das dennoch ein Erfolg, mit dem im Vorfeld nicht jeder gerechnet hat. Die 94 Prozent Zustimmung, die der alte und neue Verwaltungschef erhielt, sind ein klares Indiz dafür, dass er in den Augen seiner Bürger in den vergangenen acht Jahren einiges richtig gemacht hat. Für ein gutes Klima in der Stadt sorgte dabei nicht zuletzt ein Netzwerk aus Vereinen, Institutionen und Verwaltung, dem es gelang, schwierige Jugendliche wieder einzufangen und die vielen Flüchtlinge geräusch- und problemlos zu integrieren. Für den Bürgermeister war das stets eine Herzensangelegenheit. Jetzt gilt es für Elmar Rebmann, die kommenden Aufgaben anzupacken: Die Innenstadt beispielsweise muss gestärkt werden, damit sie nicht langsam ausblutet. Der Wohnungsbau will angekurbelt sein. Es gilt, die touristische Infrastruktur zu pflegen, damit die Besucher Bad Urach gerne weiterempfehlen. Dazu muss Rebmann die Balance zwischen der Kernstadt und ihren Stadtteilen austarieren. Das ist ihm in den vergangenen acht Jahren gut gelungen, vielleicht auch, weil er selbst aus einem Reutlinger Stadtteil stammt und deshalb weiß, welche Sorgen die Ortschaften umtreiben. Von ihrem alten und neuen Rathauschef erhoffen sich die Bürger nicht zuletzt Hilfe bei einem der drängendsten Probleme: Dem immensen Verkehr auf der B 28. Hier kämpft Rebmann seit langem vehement für den Halbstundentakt der Ermstalbahn. Hier wünschen ihm sicher nicht allein die Kurstädter schnellen und durchschlagenden Erfolg.

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