Eine Zukunft für Leni

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Vorsitzender Erwin Schlichter und die Ärzte Dr. Ute Graepler-Mainka und Dr. Andreas Hector (alle hinten Mitte) sind weiter für Mukoviszidose-Kranke da. Im Wagen Leni aus Dettingen.  Foto: 

Gerade einmal fünf Monate alt ist die jüngste Patientin bei der Geburtstagsfeier des Fördervereins Mukoviszidose im Alten Rathaus: Die kleine Leni aus Dettingen wollte einfach nicht zunehmen. Mit drei Wochen wog sie so viel wie bei ihrer Geburt. „Dabei weinte Leni viel, hatte ständig Hunger“, erzählt ihre Mutter. Neugeborenen-Screening und Schweißtest brachten der Familie schließlich Klarheit: Leni leidet an der erblichen Stoffwechsel-Krankheit Mukoviszidose. Zäher Schleim verstopft ihre Lungen, sie muss mehrfach täglich inhalieren. Und neuerdings bekommt der Säugling sogar hochkalorische Nahrung über eine Magensonde verabreicht.

Lenis Mutter ist froh, dass sie gleich in Dettingen eine Anlaufstelle gefunden hat: Der Förderverein Mukoviszidose kümmert sich seit 30 Jahren um Patienten und Familien, die mit der schweren Diagnose leben müssen. Dabei helfen der Vorsitzende Erwin Schlichter, seine Frau Rita, „Vize“ Lothar Kürner und die ehrenantlichen Mitarbeiter des Vereins sowohl ideell (mit Rat und praktischen Tipps für Betroffene) als auch finanziell.

Der Einsatz reicht vom Ausrichten diverser Benefizveranstaltungen über Sach- bis hin zu Geldspenden, bilanzierte Erwin Schlichter beim Jubiläumsfest in Dettingen. 1986 hatte der Unternehmer seinen Mukoviszidose-Förderkreis in Grafenberg gegründet, seit 1987 steht der Verein im Register und agiert weit über die Region hinaus. Auch aus dem Stuttgarter Raum sind Patienten zum Fest gekommen – vor allem finanziell schlechter gestellte Muko-Kranke können in Notlagen mit Unterstützung aus Dettingen rechnen. Für sie übernahm der Verein sogar schon Heizkostenrechnungen oder die Kosten für Rollstühle, Hörgeräte, Therapiemittel und teure Medikamente. Auch ermöglicht der Verein Patienten, an wissenschaftlichen Studien teilzunehmen. Und was Ermstal und Alb angeht: Dort gehören die regelmäßigen Jugendhandball- und die Fußballturniere um den Schlichter-Cup längst zum sportlichen Leben.

Kurz, der Verein ist fleißig am Spenden sammeln (so auch am kommenden Samstag wieder beim Benefiz-Gansessen in der Dettinger „Linde“), um Patienten wie Leni das Leben zu erleichtern. Insgesamt 11 000 Euro haben Erwin Schlichter und seine Mitstreiter nun beim Geburtstagsfest weitergegeben an Mukoviszidose-Patienten und ihre Familien. Ein Geschenk nicht für die Jubilare, sondern für die, die mit der Krankheit leben müssen.

Und Hoffnung machte den Betroffenen auch der Besuch zweier neuer Gäste im Kreis des Fördervereins: Dr. Ute Graepler-Mainka und Dr. Andreas Hector von der Universitätsklinik für Kinderheilkunde in Tübingen setzen die Arbeit des kürzlich verstorbenen Professor Dr. Joachim Riethmüller in der Mukoviszidose-Ambulanz und der wissenschaftlichen Forschung fort.

Der Tod des überregional anerkannten Arztes und Ambulanzleiters Riethmüller hatte auch in Dettingen für Betroffenheit gesorgt. Und in der Arbeit der Tübinger Mediziner eine große Lücke hinterlassen, betont seine Nachfolgerin Ute Graepler-Mainka. Was die Therapie von Muko-Patienten angeht, hatte sie gute Nachrichten: Es gibt neue Medikamente, die künftig nicht nur die Nebenwirkungen der Krankheit  unterdrücken, sondern bereits an der Ursache ansetzen. „Wir sind optimistisch, was  die Behandlung angeht“, so die Ärztin. Die Lebenserwartung für Leni und alle anderen Mukoviszidose-Patienten könnte also weiter steigen. Vor 30 Jahren, als der Förderverein gegründet wurde, lag sie gerade bei 18 Jahren. Heute werden Betroffene schon mehr als doppelt so alt.

Elftausend Euro hat der Dettinger Förderverein Mukoviszidose jetzt anlässlich seines 30-jährigen Bestehens wieder an Patienten gespendet, die an der schweren Krankheit leiden.

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