Eine lange und erfolgreiche Ära geht zu Ende

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Gisela Kromer ist seit 25 Jahren Erste Vorsitzende des TSV Riederich. Foto: Peter Swoboda  Foto: 

Der TSV Riederich gehört zu den größten Sportvereinen im Ermstal. Seit mittlerweile 25 Jahren führt Gisela Kromer die Geschicke des Vereins. Im Rahmen der nächsten Jahreshauptversammlung will sie nicht mehr kandidieren. Die 70-Jährige will das Amt endlich in jüngere Hände übergeben. Für den Verein wird die Nachfolgeregelung sicher nicht einfach.

Wir sprachen mit Gisela Kromer über ihre Zeit als TSV-Vorsitzende und über den Verein an sich.

Frau Kromer, Sie sind eine von wenigen Frauen, die einen solch großen Sportverein führen. Ist das auch für Sie persönlich etwas Besonderes?

Gisela Kromer: Mittlerweile ist das Amt für mich nichts Besonderes mehr. Das war es vielleicht am Anfang. Mit der Zeit bekommt man Routine und man erlangt Gelassenheit.

Seit wann sind Sie Erste Vorsitzende des TSV?

Kromer: Seit 1992. Davor war ich schon zehn Jahre lang in anderen Positionen im Vorstand, etwa als Schriftführerin und ich war Abteilungsleiterin.

Der TSV hat sieben Abteilungen. Welche sind das?

Ja der Verein hat sieben Abteilungen, Fußball, Hockey, Karate, Turnen und Leichtathletik, Tennis, Tischtennis sowie Volkswandern. Die Abteilungen sind sportfachlich und im Rahmen der Finanzordnung selbstständig.

Ist das in den Vereinen so üblich?

Nicht unbedingt. Aber wir gehörten zu den ersten, die das so eingeführt haben. Und es hat sich bewährt.

Wie viele Mitglieder hat der TSV Riederich aktuell?

Wir haben zurzeit rund 1500 Mitglieder. Die Zahl schwankt immer wieder mal, weil sich beispielsweise Kinder plötzlich für etwas anderes interessieren.

Der TSV hatte im vergangenen Jahr auch Angebote für Flüchtlinge. Wie sieht es aktuell aus?

Flüchtlinge dürfen bei uns in allen Abteilungen mitmachen. Aber das Interesse ist schwankend.

Was sind die größten Aufgaben, die in einem solchen Amt auf einen zukommen?

Das kann man so nicht beantworten. Man muss sich in die ganze Materie einarbeiten, dann versteht man das Geschäft immer besser. Ich habe viele Weiterbildungs-Seminare besucht, das hat mir sehr geholfen.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Beispielsweise habe ich die Organisationsleiter-Lizenz erworben. Von den Seminaren bin ich immer wieder voll motiviert nach Riederich zurückgekommen. Das hat mir Kraft gegeben.

Welche Fähigkeiten muss man für ein solches Amt mitbringen?

Man muss die Bereitschaft mitbringen, sich voll für den Verein einzusetzen. Man muss Druck aushalten können, die Übersicht bewahren und immer den Gesamtverein im Blick haben. Außerdem braucht man Durchsetzungsvermögen.

Wie schafft man es, sich in der Männerwelt des Fußballs durchzusetzen?

Ich habe von Anfang an immer Unterstützungen aus den Abteilungen erhalten.  Man muss sich sonntags im Stadion zeigen und wie bereits gesagt, haben mir die Weiterbildungen geholfen. Irgendwann haben auch die hartgesottenen Männer gemerkt, dass man mit mir reden kann.

Welche Bedeutung hat das  Kunstrasenspielfeld, das neu im Stadion verlegt wird für den Verein?

Für den Verein ist das eine enorme Aufwertung. Insbesondere dem Hockeysport wird das neue Impulse geben und einen Schub nach vorne. Der gesamte Stadion-Umbau wird den Verein und den Breitensport voranbringen. Gute Sportstätten sind nun mal das A und O. Wir sind der Gemeinde sehr dankbar dafür, dass sie den TSV unterstützt.

Welche sportlichen Erfolge konnte der Verein im Verlauf Ihrer 25-jährigen Amtszeit verzeichnen?

In der Leichtathletik konnten sich einige Junioren für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren, und bei der Sportlerehrung des Sportkreises waren Jahr für Jahr Nachwuchskräfte des TSV Riederich unter den Geehrten.

Der TSV steht im Ruf, seine Veranstaltungen  immer auf höchstem Niveau zu organisieren. Wie kommt das?

Das war uns immer wichtig. Wir haben gute Leute, die sich da hinein finden können und die eine Effektivität an den Tag legen.

Das spricht sich dann herum, und die Anfragen häufen sich?

Ja, das ist so. Für die Verbände wird es auch immer schwieriger Veranstalter zu finden. Wir müssen nur aufpassen, dass wir unsere Mitglieder nicht überfordern. Und die Sportanlagen müssen immer gut in Schuss sein.

Sie wollen bei der nächsten Wahl zum Ersten Vorsitzenden nicht mehr antreten. Warum?

25 Jahre als Erste Vorsitzende sind genug. Ich möchte die Verantwortung in jüngere Hände legen. Der Verein soll sich neu ausrichten. Ich bin jetzt immerhin 70 Jahre alt. Für den TSV sind die vergangenen 50 Jahre ja glücklich gelaufen, denn mein Vorgänger war ebenfalls 25 Jahre im Amt. Diese Kontinuität kommt dem Verein natürlich zugute.

Ist denn die Nachfolge schon geregelt?

Nein. Wir haben jetzt erst mal eine Findungskommission gegründet mit Vertretern aus allen Abteilungen. Das ist ein sensibles Thema.

Trainer und Betreuer sorgen beim TSV Riederich dafür, dass der Trainings- und der Spielbetrieb reibungslos  laufen. Der Verein hat zurzeit rund 1500 Mitglieder.

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