Eine Kogge ankert im Grünen Herz

Im Januar beginnen die Arbeiten für den Umbau am Grünen Herz, Ende Mai sollen die Kinder ihren neuen Herrschaftsbereich in Besitz nehmen können. Als zentrales Spielgerät kommt ein Schiff aufs Gelände.

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  • Das Grüne Herz sieht im Moment einigermaßen trist aus, im Januar beginnt der Umbau des Areals. Fotos: Thomas Kiehl 1/2
    Das Grüne Herz sieht im Moment einigermaßen trist aus, im Januar beginnt der Umbau des Areals. Fotos: Thomas Kiehl
  • An der Elsach ist schon zu erkennen, wo einmal die Sitzgelegenheiten zu finden sind. 2/2
    An der Elsach ist schon zu erkennen, wo einmal die Sitzgelegenheiten zu finden sind.
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Zwei Kinder haben Bürgermeister Elmar Rebmann dieser Tage ihren Unmut kundgetan. Via E-Mail beschwerten sie sich beim Rathauschef über dessen vermeintliche Pläne fürs Grüne Herz. Sie hätten gehört, schrieben die zwei, dort solle ein Parkplatz entstehen, was sie nicht gutheißen könnten. Postwendend erhielten sie eine Einladung ins bürgermeisterliche Dienstzimmer, damit ihnen Rebmann die tatsächlichen Pläne fürs Areal erläutern kann. Immerhin stellte der Gemeinderat am Dienstag die letzten Weichen für den Umbau des Geländes. Wobei der dortige Spielplatz selbstredend erhalten bleibt, aber ein neues Gesicht erhält.

Schon vor einiger Zeit hatten die Stadträte entschieden, wie der Platz in Zukunft aussieht. Unter anderem soll es Wasserfontänen, Bodentrampoline, Sitzsteine entlang der Elsach und größere Freiflächen geben. Befinden musste das Gremium nun noch über das zentrale Spielgerät auf dem Areal. Planer Roland Lengtat schlug vor, ein Schiff, das verschiedene Spielgeräte in sich vereint, aufzustellen. Dieses passe wegen der Nähe zur Elsach thematisch gut zum Grünen Herz. Wolfgang Lieb (FDP) wollte allerdings lieber eine Burg auf dem Gelände sehen. Sie füge sich, argumentiert er, besser ins Stadtbild ein, zumal die Ruine Hohenurach vom Grünen Herz aus zu sehen ist.

Für beide Varianten ließ die Stadtverwaltung in den vergangenen Wochen Angebote einholen, das Ergebnis präsentierte sie am Dienstag: Für das Spielschiff "Kleine Kogge" fallen Kosten in Höhe von 19 000 Euro an, für die Spielburg gut 24 000 Euro. Nicht nur der Preis spricht nach Meinung von Planer Lengtat und der Stadtverwaltung gegen die Burg. Auch deren Proportionen bereiten den Planern Probleme. Wegen ihrer Größe füge sie sich nicht optimal ins Gelände ein, sagt Lengtat, da die dortigen Verhältnisse beengt seien. Stadträtin Martina Kübler (CDU) erneuerte ihre grundsätzliche Kritik am vorliegenden Plan fürs Grüne Herz. Sie glaubt, Schulkinder fänden hier nur wenig Möglichkeiten zum Zeitvertreib, weil die vorgesehenen Geräte nicht ihren Bedürfnissen entsprächen. Überdies stünden die Spielgeräte sehr dicht aufeinander, weswegen sie vorschlug, auf eines zu verzichten. Zudem mahnte sie eine Konzeption für alle Bad Uracher Spielplätze an.

Eine solche Konzeption erarbeite die Verwaltung bereits, betonte Bürgermeister Elmar Rebmann, darin würden auch jene Plätze einbezogen, auf denen sich Jugendliche treffen. Die Kritik Küblers an den Plänen fürs Grüne Herz, so Rebmann, könne er nicht teilen. Für größere Kinder stünden die Freiflächen ebenso zur Verfügung wie die Wasserspiele oder die Bodentrampoline. "Die älteren Kinder schnappen sich einen Ball und kicken."

Marcus Vogel (Grüne) hatte in der Frage Schiff oder Burg zwei Experten befragt, wie er erklärte. Das Urteil seiner Kinder fiel salomonisch aus: Eines sprach sich fürs Schiff aus, das andere für die Burg. Beengter als vorher sei es im Grünen Herz wegen der Durchgangsstraße jetzt schon, betonte Vogel, daran lasse sich aber nichts mehr ändern. Ansonsten sei er mit den vorliegenden Plänen einverstanden. Marlene Eggert (SPD/AB) betonte, ihr sei wichtig, dass die Kinder das Grüne Herz möglichst schnell wieder nutzen können. Ob Burg oder Schiff auf dem Gelände Platz finden, sei ihr egal.

Wolfgang Lieb hielt derweil nicht nur an seiner Burg-Idee fest, sondern brachte noch eine weitere Variante ins Spiel. Diese betraf den Baum, der als zentrales Gestaltungselement Platz im Grünen Herz findet. Planer Lengtat plädierte hier in Absprache mit der Stadtgärtnerei für einen Tulpenbaum. Dieser blühe nicht nur eindrücklich, sondern überzeuge auch mit schön gefärbtem Laub im Herbst. Er sei, so betonte Wolfgang Lieb, diesbezüglich konservativ, traditionell und heimisch, weswegen er sich gegen den aus Nordamerika stammenden Tulpenbaum und für Ahorn ausspreche. Uthe Scheckel (FWV) brachte schließlich noch eine dritte Variante ins Spiel. Sie schlug vor, einen Apfelbaum zu pflanzen. Dessen Früchte könnten die Kinder im Herbst selbst ernten.

Am Ende des Tages erhielt der Tulpenbaum die meisten Stimmen aus dem Ratsrund. Denkbar knapp fiel das Votum für die "Kleine Kogge" aus, hier gab eine Stimme den Ausschlag gegen die Burg. Eingezäunt wird das Gelände mit einem Doppelstabmattenzaun. Die vom Rat beauftragte Firma soll im Januar mit den Arbeiten im Grünen Herz beginnen, spätestens am 1. Juni möchte die Verwaltung den Spielplatz wieder freigeben.

Die beiden Kinder, die sich, wie eingangs erwähnt, beim Bürgermeister beschwerten, sind womöglich wegen rechtswidrig abgestellter Autos auf den Gedanken gekommen, das Grüne Herz sei nunmehr ein Parkplatz. Ein Uracher Bürger schilderte jedenfalls im Gemeinderat, am Samstag hätten mehr als 20 Autos auf dem Gelände geparkt, weil im benachbarten Hartenstein-Haus eine Feier stieg. Auch der Fußweg, der durchs Gelände führt, werde vom einen oder anderen als Straße genutzt. Zudem dienten die neuen Gehwege in der Pfählerstraße nicht wenigen Fahrern als Parkplatz. Die Stadtverwaltung versprach Abhilfe: Der Fußweg werde abgesperrt und in der Pfählerstraße verstärkt kontrolliert.

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