Ein Stück Kulturgeschichte

Sie wacht über die Dokumente der Dettinger Historie. Barbara Katic verwaltet das Gemeindearchiv und darin so manche Kostbarkeit. Am Samstag wird Besuchern erstmals ein Blick in das Archiv gewährt.

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Barbara Katic weiß, wo was steht: Die Dettinger Archivarin freut sich über das gut ausgestattete Gemeindearchiv. Fotos: Thomas Kiehl

Der Tag der Archive des Landkreises Reutlingen findet in diesem Jahr in Dettingen statt. Aus gutem Grund. Denn das Gemeindearchiv ist vor einigen Monaten in neue Räume im Erdgeschoss der Uhlandschule gezogen und wird von Barbara Katic, Archivarin im mittleren Dienst und Fachangestellte für Medien und Informationsdienste, professionell betreut. Und das Dettinger Gemeindearchiv ist ein wahrer Fundus. Die älteste Akte stammt aus dem Jahr 1652 und wird beim Tag der Archive am Samstag ebenfalls präsentiert.

Mit Fug und Recht darf wohl von einem Stück Kulturgeschichte gesprochen werden, die da im zwischen 16 und 18 Grad genau temperierten Gemeindearchiv lagert. Fast 400 Jahre Gemeindegeschichte, minutiös mit Tinte und in Schönschrift verfasste Einkommensverhältnisse Dettinger Bürger, Grundstücksangelegenheiten, Kataster, Rats-Protokolle und Gerichtsakten, Steuerbücher sowie so genannte Inventuren und Teilungen. "Hier ist das Gedächtnis der Gemeinde", sagt Barbara Katic. 100 laufende Meter umfasst das Archiv. Und das sei, sagt Katic, für ein Gemeindearchiv ziemlich beeindruckend.

Katic wird die Besucher am Samstag durchs Archiv führen und ihre umfangreiche und anspruchsvolle Arbeit erklären, vom notwendigen Raumklima, um die Dokumente zu schützen, bis zur Archivtechnik. Erst im vergangenen Herbst war das Archiv vom Speicher der Uhlandschule ins Erdgeschoss gezogen. "Die Feuerwehr hat damals mit einem Kran die 130 Kartons mit den kostbaren Dokumenten aus dem Dachfenster geholt und nach unten gebracht", erinnert sich Katic. Einige Bände sind derzeit noch beim Restaurator in Römerstein, sollen bis Samstag aber fertig werden. Noch viele weitere Dokumentenbücher müssten restauriert werden, aber dies ist eine teure Angelegenheit und kann deshalb nur sukzessive erfolgen.

Wer mit historischen Dokumenten arbeitet muss einen geübten Blick für altdeutsche Schriften haben. "Man muss sich richtig einlesen", sagt Katic. "Ein kurzer Blick genügt da nicht."

Einblicke ins Archiv nehmen darf in der Regel jeder, der ein berechtigtes Interesse geltend machen kann. Die Anfragen von Bürgern, meist Historiker, Lehrer und geschichtsinteressierte Rentner, nehmen zu, sagt Katic. Dann obliegt es der Archivarin, die nötige Recherchearbeit zu betreiben und die gewünschten Dokumente im Archiv aufzufinden. Als Hilfe dient dabei ein so genanntes Findbuch mit Stichwörtern. Ein solches aktualisiertes Findbuch wird Dettingen übrigens am Samstag beim Tag der Archive übergeben.

Tag der Archive des Landkreises: Dettingen stellt sich vor
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