Ein Projektsteuerer soll es richten

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Superlative sind viele bemüht worden in der jüngsten Sitzung des Dettinger Gemeinderates. Das größte Bauvorhaben der vergangenen Jahrzehnte, die höchsten Baupreise seit langem. Kurz, die Rede war einmal mehr vom Umbau der Schillerschule in eine moderne Gemeinschaftsschule. Nun gibt’s eine Wende, was die Koordination des mit 15 Millionen Euro veranschlagten Projekts angeht.

Um die Mammutbaustelle weiterhin zu managen, haben Gemeinderat und Verwaltung am Donnerstag ein externes Planungsbüro beauftragt. Die so genannten Projektsteuerer sollen Ausschreibungen und Vergaben regeln und dabei stets die einzelnen Schritte auf der Baustelle im Blick haben. Vor allem zwei Dinge: Zeitplan und Budget.

Der Reihe nach. Das Vorankommen auf Dettingens Mega-Baustelle gestaltet sich offensichtlich schwieriger als gedacht. „Der Kostenrahmen ist riesig, und wir sind unterwegs in einer Zeit der baulichen Höchstpreise“, urteilt Bürgermeister Michael Hillert. Dazu komme die hohe Auslastung der Betriebe und ein damit verbundener Ausfall an Angeboten. Fazit: „Das Projekt ist komplexer als wir erwartet haben“, so Hillert, der in den Sommerferien eilige Vergabe-Entscheidungen für die Sanierung des Baus aus dem Jahr 1968 treffen musste. Sonst hätte wohl dort der Schulbetrieb nicht rechtzeitig am 11. September wieder starten können. 

Im August wurde dann „in einem Mail-Dialog zwischen Gemeinderäten und Bürgermeister die Sorge offenbar, ob der weitere Zeitplan, und vor allem der Kostenrahmen, eingehalten werden können“. Vor allem sei erkannt worden, dass strittige Fragen zwischen Planer und Verwaltung einer „fachkundigen und unabhängigen Klärung“ bedürfen. Denn: „Kommt etwas nicht voran, geraten wir ins Straucheln“, sagte der Bürgermeister, der am Kostenvoranschlag unbedingt festhalten will: „Ich werde die 15 Millionen Euro mit Zähnen und Klauen verteidigen.“

Bevor es aber soweit ist, muss Dettingen erst einmal weiteres Geld ausgeben. Für die Projektsteuerer, das Stuttgarter Büro Klotz und Partner, hat der Gemeinderat ein pauschales Honorar von 225 740 Euro bewilligt.

Die Sprecher aller drei Fraktionen stellten sich hinter den Vorschlag der Verwaltung, wobei Archibald Fritz (Unabhängige Liste) als Architekt und Baufachmann betonte: „Bei einem 15-Millionen-Euro-Projekt ist ein Projektsteuerer durchaus üblich.“

Das bestätigte übrigens der zuständige Architekt Thorismuth Gaiser auf Anfrage von FWV-Rat Martin Salzer („wozu benötigen Sie als Planer einen Steuerer?“). FWV-Chef Dr. Rolf Hägele nahm das Stuttgarter Büro in die Pflicht („bitte vertreten Sie wirklich unsere Interessen“) und betonte: „Wir können das mit unserer Manpower nicht leisten und brauchen einen Fachmann.“

Die CDU schwenkte mit ihrem Vorsitzenden Wolfgang Budweg ebenfalls auf dieser Linie ein: „Uns haben die 225 000 Euro zunächst wehgetan. Aber es geht um ein Projekt, auf das Dettingen stolz sein kann.“

Die neuen Baukostenplaner machten sich gleich ans Werk und präsentierten dem Gremium weitere Vergaben an den Gebäuden zwei (Neubau) und vier (Mensa) auf dem Schulgelände. Unter anderem für Rohbau, Elektroinstallation und Aufzüge hat der Rat Arbeiten von insgesamt gut 3,6 Millionen Euro abgesegnet.

Laut Planer Thorismuth Gaiser starten die Rohbauarbeiten an den beiden Gebäuden im Oktober, fertig sollen die Bauten dann im August 2019 sein. Der Rundbau auf dem Schulgelände wird dann bis Sommer 2020 saniert.

Der 1968er-Jahre-Bau (ehemals Verwaltung), in dem seit Pfingsten gearbeitet wird, ist noch nicht komplett fertig. Die Brandschutztechnik steht weitgehend, noch fehlen Fluchttreppen und Aufzug der (wir berichteten bereits). Der Unterricht läuft dort wieder.

drei Jahre, noch zum Sommer 2020, bleibt die Dettinger Schillerschule eine Großbaustelle. Danach soll das Schulzentrum einziger Bildungsstandort in der Ermsgemeinde sein.

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