Ein musikalisches Puzzle

Eine Uraufführung wartet Freitagabend auf die Besucher. Rund 30 Realschüler führen mit anderen Akteuren die Stadtsymphonie auf.

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Die Akteure der Stadtsymphonie fiebern der heutigen Premiere entgegen. Auch die Realschüler leisten einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Werkes. Heute Abend erfahren die Zuhörer wie Urach klingt.  Foto: 

Kinderalltag mit peppigen Reimen und dazu original Didgeridoomusik: Das ist der dritte Satz der Uracher Stadtsymphonie. Die Geschwister-Scholl-Realschule beteiligt sich auf ihre ganz eigene Art an der 700-Jahr-Feier. Etwa 30 Fünft- und Sechstklässler proben seit Monaten für die Premiere auf dem Marktplatz. In zwei Gruppen studieren die Schüler zum einen den Gesang und zum anderen das Spielen auf den Didgeridoos. Der Unterricht wurde genutzt, um sich auf den großen Tag vorzubereiten.

Angefangen mit den originellen Texten der Jugendlichen. „Morgens früh zur Schule rennen, mittags auf dem Sofa pennen, Hausis machen, Youtube schauen und auch mal den Bruder hauen“, so lautet die erste Strophe. Sie beschreibt aus Sicht der Fünft- und Sechstklässler den Schulalltag. Einen Sechser schreiben und sich auf das Wochenende freuen, wird im Text auch behandelt. Die Didgeridoos, die aus Abflussrohren, Friedhofsvasen und einem hölzernen Mundstück bestehen, haben von den Schülern einen individuellen Anstrich bekommen. Im Kunstunterricht wurden sie bunt bemalt und sind so zu richtigen Unikaten geworden.

Die Ideen der Schüler wurden von Deutschlehrerin Phea Lahn in die richtige Form gebracht und mit Hilfe von Musiklehrer Dietmar Pietsch wiederum den Noten angepasst. Schüler und Lehrer haben zudem eng mit dem freischaffenden Künstler Frank Heinkel zusammengearbeitet. So wurden die Klänge für das Musikschulorchester einstudiert, wie Kerstin Jesser erklärt. Die Musikschullehrerin organisiert den Schülerbeitrag.

Angefangen hat das Ganze mit einer Anfrage an die Bad Uracher Realschule. Adrian Werum, Komponist der Stadtsymphonie, ließ den beiden Gruppen die Noten zukommen und schon begann die monatelange Arbeit. Geübt wurde während des Musikunterrichts. „Alle Kinder der fünften- und sechsten Klasse können den dritten Satz singen“, sagt Kerstin Jesser.

Bisher probten die Schüler allein, zur Haupt- und Generalprobe am Dienstag und Mittwoch, spielten hingegen alle Beteiligten zum ersten Mal gemeinsam. Musikschullehrerin Kerstin Jesser ist gespannt auf das Gesamtwerk. „Es ist wie ein Puzzle, bei dem jetzt alle Teile zusammengefügt werden.“

Spannend wird es auch für die Gäste Freitagabend. Die Stadtsymphonie „Wie klingt Urach“ wird ab 19 Uhr uraufgeführt. In vier Sätzen geben der Musikverein, das Musikschulorchester, der Posaunenchor Sirchingen und Bad Urach, der Sängerkranz, das Akkordeonorchester und die Beatstomper auf dem Marktplatz einen musikalischen Einblick in das Leben der Stadt.

Die Premiere ist auf dem Bad Uracher Marktplatz geplant, der bestuhlt wird. Ab 18 Uhr können die Besucher dort Speisen und Getränke genießen, es bewirten der Sängerkranz, der Musikverein Bad Urach sowie der FV Bad Urach. Deren Mitglieder kümmern sich auch in der Musikpause um die notwendige kulinarische Erfrischung. Komponist Adrian Werum möchte die Zuhörer außerdem vor Beginn des Konzerts kurz in das Werk einführen. Wer Freitagabend keine Zeit hat, kann am Sonntag, ebenfalls ab 19 Uhr, den Klängen der Stadtmusik auf dem Marktplatz lauschen, die Bewirtung startet um 18 Uhr. Sollte das Wetter entgegen aller Hoffnung nicht mitspielen, spielen die Musiker in der Festhalle auf. Der Eintritt ist jeweils frei.

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