Ein Hauch von Grün im Kreisverkehr

Im Kreisverkehr am Ortseingang von Dettingen grünt es, zumindest ein bisschen. Das ist eine gute Nachricht. Weil sie den Schlusspunkt hinter einen jahrelangen und überaus heftigen Streit setzt.

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Noch ist wenig grün zu sehen im Kreisverkehr am Ortseingang. Aber irgendwann wird die Begrünung flächendeckend sein. Foto: Thomas Kiehl

Manchmal kann es hilfreich sein, umstrittene Themen für eine Weile ruhen zu lassen. In Dettingen hatte man sich diese Ruhe zwangsauferlegt, aus gutem Grund. Denn die richtige Gestaltung des Kreisverkehrs am Ortseingang aus Richtung Neuhausen hatte den Ort derart in Aufruhr versetzt, als stünde die Selbstständigkeit der Kommune auf der Kippe.

Aber so ist es nun mal mit der schönen Kunst: sie kann erfreuen und gleichzeitig spalten. Jedenfalls hat der Gemeinderat nach monatelangen heftigen Kontroversen das für den Kreisverkehr geplante Kunstobjekt dort gelassen, wo es war - im Kopf der Künstlerin - und, wenn auch mit knirschenden Zähnen, den Beschluss revidiert.

Über dem Thema lag seitdem der berühmte Mantel des Schweigens und niemand wagte fortan, das Wort "Kreiselkunst" in den Mund zu nehmen, wohl wissend, dass eine zu frühe Wiederaufnahme des Themas im Gemeinderat unabsehbare Folgen für den Frieden im Dorf haben könnte.

Doch dann ging plötzlich alles relativ schnell: man entschied sich für eine klassische Bepflanzung und jeder war damit einverstanden. Froh darüber, dass nun ein Konsens gefunden war, dessen Zustimmung in der Bevölkerung weit über den einzelnen Kunstgeschmack hinaus als sicher galt. Der Kreisverkehr ist nun also begrünt. Na ja, zugegebenermaßen nur ein bisschen. Laut Auskunft von Fachleuten soll es noch mindestens zwei Jahre dauern, bis alles bewachsen ist. Aber in Dettingen hat man ja gelernt, sich in Sachen Kreisverkehr in Geduld zu üben.

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