Die nahe Welt in Nordperu

In 27 Jahren hat die Initiative Überleben in Peru vieles bewegt, ein Ende der Unterstützung ist nicht abzusehen. Mitglieder der Gruppe berichteten von ihrer Projektreise im vergangenen Sommer.

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Hans-Martin Schwarz und Susanne Sauer. Foto: Kirsten Oechsner

Regelmäßig ist die Initiative Überleben auf dem Marktplatz mit einem Verkaufsstand präsent, doch hinter dem ehrenamtlichen Engagement steckt viel mehr als der Verkauf von fair gehandelten Waren: Seit 1986 unterstützt die kleine, aber engagierte und effektiv arbeitende Gruppe Projekte in Peru. Seit 20 Jahren geht die Bad Uracher Initiative einen ungewöhnlichen Weg und tritt selbst als Projektträger auf: "Wir wollen unsere Projektziele mit unseren Partnern selbst definieren", klärte Hans-Martin Schwarz vom Vorstand bei einem Vortrag im Profi-Markt Winkler.

Dessen Inhaber Christoph Winkler unterstützt wie viele andere Unternehmen und Privatpersonen aus Bad Urach und Umgebung die Arbeit der Initiative mit Spenden, im Jahr 2011 betrugen sie 17 000 Euro. Rund 20 Unterstützer der Projekte oder daran interessierte Menschen waren am Freitag gekommen. Gemeinsam mit Schwarz und Susanne Sauer tauchten sie ein in eine ferne und dank der Referenten doch so nahen Welt in Nordperu: Vergangenen Sommer waren die beiden, Hans Mauch und weitere Unterstützer für zwei Wochen in Südamerika, zurück gekommen sind sie mit unzähligen Bildern der Menschen in Tampogrande und im Anbaugebiet von Pidécafé in den Anden.

Anschaulich berichteten sie vom Leben dort und den Projekten, gewährten aber auch einen Blick auf die grandiose Natur- und Tierwelt. In knapp zwei Stunden tauchten die Zuhörer tief ein in die Welt Nordperus und ihrer Einwohner, die auch die Reisenden aus Schwaben nachhaltig beeindruckt - denn vieles habe sich in den vergangenen Jahren geändert: "Ich habe zum ersten Mal erlebt, dass es so etwas wie einen Fahrplan gibt", berichtete Hans-Martin Schwarz.

Ganz nah dran sein an den Projekten war ein Ziel der Reise, zahlreiche intensive Gespräche wurden geführt - seis mit Vertretern der Partnerorganisationen oder auch Kleinbauern, Dorfbewohnern oder Krankenschwestern und natürlich den peruanischen Projektmitarbeitern: "Es gibt viele Dinge, die sehr erfreulich sind. Bei anderen muss noch vieles getan werden", so seine Bilanz.

Ein großes Projekt ist zum Beispiel die Einrichtung, Ausrüstung und Möblierung von Gesundheitsposten - neue entstehen und die aus der Anfangszeit sind zum Teil in einem schlechten Zustand. Trotzdem habe, so Susanne Sauer eine Schwester in einem einfachst ausgestatteten Geburtsraum positives zu vermelden gehabt: "Seit Bestehen der Abteilung sind kein Kind und keine Mutter mehr gestorben."

Eine zweite Woche verbrachte die Gruppe in den Anden in der Region Montero-Ayabaca, wo die Initiative Überleben von 1995 bis 2003 die Verbesserung des Kaffeeanbaus und der Kaffeequalität unterstützt haben: "Unser Ansatz war die Landflucht zu stoppen", berichtete Schwarz.

Das Ergebnis überraschte, die Professionalität beeindruckte: Teilweise sind die Bauern zu kleinem Wohlstand gekommen, können ihre Kinder zum studieren schicken. Derzeit wird ein Projekt in Hurmaca zur Ernährungssicherung, häuslicher Hygiene und Bildung unterstützt.

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