Die beste Entscheidung

|
Sebastian Weißinger inmitten von Grundschülern, die ihn und seine Art mögen.  Foto: 

Es ist eine Entscheidung in letzter Minute gewesen, zumindest für den damals 18-jähringen Riedericher. Nach dem Abitur nahm Sebastian Weißinger das Angebot eines freiwilligen sozialen Jahres (FSJ) an der Gutenbergschule an. „Es war das Einzige, das für mich in Frage kam, es war die beste Entscheidung.“ Für ihn war das FSJ eine gute Möglichkeit, sich auf den Traumberuf Grundschullehrer vorzubereiten. Zwar habe er sich auf verschiedene Stellen beworben, aber als die Zusage aus Riederich kam, war für ihn klar, was er nach dem Abitur machen wird.

Finanziert hat das der Förderverein der Gutenbergschule, wie Direktorin Victoria Dietrich erklärt. Für die Schule war die FSJ-Stelle ein Erfolg, denn Weißinger habe die Lehrer unterstützt und sich gut ins Team integriert. „Wir sind hier sehr frauenlastig“, beschreibt Dietrich die Situation im Kollegium. Für die Jungs sei es daher gut gewesen, einen männlichen Ansprechpartner zu haben.

Viel Teamgeist

Das Jahr an der Gutenbergschule war für Weißinger nochmal die Bestätigung, den richtigen Berufswunsch zu haben. Auch wenn die ersten Wochen schwer und lehrreich zugleich gewesen seien, wie der Riedericher erzählt. „Sebastian hat zwei Drittel der Stunden selbst gemacht“, sagt Victoria Dietrich. Es sollte ihm zeigen, wie gearbeitet wird, sozusagen eine Einführung ins Handwerk. Hinzu kommt, dass Weißinger der Rektorin zufolge viel Teamgeist mitbringt und „einen guten Draht zu den Kindern hat“.

Zu den Hauptaufgaben des 19-Jährigen gehörte es, Ausflüge mit den Grundschülern zu machen. Die anfänglichen Herausforderungen meisterte er, nahm sich Zeit für die Schüler und wurde auch dort eingesetzt, wo Kinder einfach mehr Hilfe brauchten. Aufgeben kam für den Riedericher dabei nicht in Frage. „Ich fand es eher ziemlich spannend.“ Schließlich sei die Grundschule ein Ort zwischen Kindergarten und der weiterführenden Schule, so die Direktorin über die Wichtigkeit der Grundschulen.

Hier wollen die Kleinsten Wissen vermittelt bekommen. Sie begeistern sich noch schneller für ganz verschiedene Sachen. Da habe man die Chance, viele Dinge auf unterschiedliche Weise zu zeigen. „Man kann einfach Grundsteine legen“, sagen Dietrich und Weißinger.

Alles positiv sehen

Der wohl spannendste Moment war für ihn der Ausflug mit etwa 50 Viertklässlern nach Blaubeuren. „Ich musste auf vieles achten“, sagt Weißinger. Er habe aber Ruhe bewahrt und sei entspannt an die Sache herangegangen. Die Kinder hielten sowohl im Museum als auch in der Höhle die Regeln ein. Die Angst, dass jemand buchstäblich durchdrehen würde, hatte sich nicht bewahrheitet. Womit er aber dennoch nicht gerechnet hatte, war, dass die Schüler die gesamte Rückfahrt sangen, wie der 19-Jährige erklärt.

Für ihn seien alle Erfahrungen, die er in der Gutenbergschule machte, positiv. Vor allem die Arbeit mit den Kindern habe ihm gezeigt, dass der Beruf das richtige für ihn ist. „Es ist toll, Kinder aufwachsen und ihre Lernfortschritte zu sehen“. Zudem stellen Grundschullehrer auch die Weichen für die zukünftige Entwicklung. Ihm habe es in der Gutenbergschule, die er als Kind selbst besucht hat, gut gefallen. Vielleicht hat sich dadurch der Gedanke gefestigt, Lehrer zu werden.

Nicht zu ersetzen

„Er wird nach dem FSJ schon fehlen“, sagt Victoria Dietrich und merkt an, dass Weißinger auch die passenden Eigenschaften für den Job mitbringt. „Er hat Geduld, Gelassenheit und die Kinder merken das.“ Zudem sei er begeisterungsfähig, emphatisch, habe Freude an der Arbeit und Durchhaltevermögen. Durch das FSJ habe Weißinger auch gute Chancen, einen Studienplatz zu erhalten, so Dietrich. Für sie wäre der 19-Jährige später auch ein Traumkandidat für das Referendariat.

Einen Ersatz für Weißinger soll es zunächst nicht geben. Allerdings, so die Rektorin, habe der Gemeinderat zugesagt, dass es entweder im neuen Schul- oder Kalenderjahr Mittel für einen Schulsozialarbeiter geben wird.

161 Kinder besuchen die Riedericher Grundschule, die eine Kooperation mit der Dreifürstensteinschule in Mössingen hat.
Der Förderverein finanziert unter anderem Theaterbesuche, Ausflüge und Bücher. Er bietet zudem ein Sommerferien- und Freizeitprogramm an.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Mietvertrag läuft 2019 aus: Muss das Luna umziehen?

Das Kino blickt auf zwei erfolgreiche Jahre zurück, doch die Freude ist getrübt. Der angestammte Standort in der Eisenbahnstraße ist in Gefahr. weiter lesen