Der logische Nachfolger

Der neue Chef ist ein alter Bekannter: Mit Dr. Thomas Drabiniok haben die Fachkliniken Hohenurach einen neuen Chefarzt. "Ein Glücksfall" wie die Geschäftsleitung über den neuen Macher und Gestalter urteilt.

|

Auf seinen Reisen rund um die Welt sucht Dr. Thomas Drabiniok gerne auch mal das Abenteuer, mischt sich in der sprichwörtlichen südamerikanischen Pampa unters Volk, nächtigt in Nepal im Basislager des Annapurna oder lernt ein anderes Mal afrikanische Kulturen hautnah kennen. Nächstes Reiseziel ist die Region Laos, Vietnam und Kambodscha. Kein Urlaub von der Stange, "ich muss was erleben und die Ecken dieser Welt entdecken", sagt Drabiniok zu seinem großen Hobby.

Weit weniger ins Risiko gegangen ist die Geschäftsleitung der Fachkliniken Hohenurach mit der Berufung Drabinioks ab 1. Oktober zum neuen Chefarzt der Orthopädisch-Unfallchirurgischen Abteilung. Schließlich ist der 51-Jährige ein Kind des Hauses und schon seit annähernd 20 Jahren, fast durchgängig als Oberarzt, in den Fachkliniken tätig. "Es war schon immer klar, dass er Nachfolger von Professor Heisel werden sollte. Ich wüsste nicht, wer sonst dafür in Frage gekommen wäre", freut sich Geschäftsführer Uli Wüstner über den reibungslosen Chefarzt-Wechsel. "Eine Absage von ihm wäre ein Drama gewesen", ist Wüstner erleichtert. Drabiniok, 1995 aus Homburg/Saar nach Bad Urach ins Schwabenland gekommen, sei für die Einrichtung genau die richtige Mischung aus Erhalt von Bewährtem und Neuem gewesen.

Der so Gelobte selbst freut sich auf die neue Aufgabe, "man kann mehr und schneller etwas bewegen." Überraschend kommt auch für ihn die Berufung nicht, seit zwei bis drei Jahren habe er sich innerlich auf die Übernahme der Verantwortung vorbereitet.

Gemeinsam mit seinem Doktorvater Prof. Heisel war Drabiniok in der Vergangenheit schon beim Aufbau der speziellen Schmerztherapie sowie beim Ausbau unter anderem des Amputationsschwerpunktes und der Osteologie (Knochenstoffwechselerkrankungen) beteiligt.

Die Rehabilitation hat durch Änderungen im Gesundheitssystem einen rasanten Wechsel durchlaufen: Während Ende der 1990er Jahre noch die Hälfte der Patienten nicht operiert nach Bad Urach zur Anwendung von Heilverfahren kamen, sind es heute nur noch rund fünf Prozent. Überwiegend werden stattdessen Patienten zur Weiterbehandlung nach operativen Eingriffen eingewiesen.

Als Klinik müsse man darauf flexibel reagieren und nach Möglichkeit mehrere Standbeine haben, so Dr. Drabiniok. "Die Fachkliniken Hohenurach sind da derzeit sehr gut aufgestellt, was nicht heißt, dass es nicht noch besser sein könnte."

So wird unter dem neuen Chefarzt die Therapie vor allem berufstätiger Patienten noch stärker an der Praxis ausgerichtet, um eine umfassende Wiedereingliederung zu ermöglichen. Zwei Behandlungsräume wurden speziell für das Arbeitstraining umgerüstet, um dort täglich wiederkehrende Situationen aus dem Arbeitsalltag simulieren zu können.

Bei älteren Patienten wird im Einzelfall entschieden, ob die orthopädische oder die geriatrische Abteilung die richtige ist, um am Ende des Aufenthalts den Patienten mit einem "Optimum an Lebensqualität" wieder nach Hause schicken zu können. Dafür gibt es bereits einen Gehparcours innerhalb der Klinik, ein Projekt wäre nun, eine solche "Übungsstrecke" im Kurpark anzulegen.

Ein künftiger Schwerpunkt soll auf die berufsmedizinische Rehabilitation gelegt werden. Dazu möchte Drabiniok einen engeren Kontakt zu Arbeitgebern und Betriebsärzten. Ab 2015 soll es daher unter dem Gesichtspunkt der Prävention einen jährlichen Patiententag unter dem Motto "Reha bewegt" geben.

Hauptbetätigungsfeld in der Abteilung wird aber sicherlich auch künftig die Nachbehandlung von Gelenksoperationen (Knie- und Hüftgelenksersatz) sein.

In der täglichen Arbeit bezeichnet sich der gebürtige Hesse als "echter Teamarbeiter". Dabei kommt ihm zu Gute, dass er das "System von unten bis oben kennt und versteht". Was er seinem Mitarbeiterteam weitergeben möchte? "Wichtig ist, sich als Arzt oder Therapeut immer selbst wahrzunehmen und auch mal einen Perspektivenwechsel zu vollziehen, um die eigene Tätigkeit zu beleuchten." Patienten werden angenommen, geführt und aktiviert, so der Leitsatz der Fachkliniken.

Die Orthopädische Abteilung der Fachkliniken Hohenurach

In den Fachkliniken stehen insgesamt 555 Betten zur Verfügung, aufgeteilt in die Bereiche Neurologie, Geriatrie und Orthopädie. 250 davon entfallen alleine auf die Orthopädie, die wiederum in sieben Stationen unterteilt ist (zwei im Altbau FK I, fünf in der FK II): eine Station für Patienten der Berufsgenossenschaften (Arbeitsunfälle) und Unfallpatienten, zwei Stationen für Wirbelsäulen- und Amputationspatienten, eine Station für Heilverfahren, eine Station für Schmerzpatienten, eine Station für ältere orthopädische Patienten und eine Privatstation.

Neben dem Chefarzt Dr. Thomas Drabiniok sind in der Abteilung drei Oberärzte (Dr. Katja Reinboth, Dr. Rudolf Rossier und Dr. Richard Hensinger) sowie neun Stationsärzte verantwortlich.

Mit knapp 500 Mitarbeitern sind die Fachkliniken Hohenurach der größte Arbeitgeber in der Kurstadt überhaupt.

SWP

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Eine Skulptur aus der Zauberkraft der Kettensäge

Im Arboretum im Florianwald gibt es eine neue Attraktion: Bären im Baumstamm. weiter lesen