Der Lenz ziert sich noch

Mit dem Lammevent wollen die Uracher eigentlich den Beginn des Frühlings feiern. Der Lenz ließ indessen auch gestern auf sich warten. Trotzdem strömten viele hundert Besucher in die Stadt.

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Für die Damen und Herren des Verschönerungsvereins endeten gestern eher ungemütliche Tage: Bei teils strammem Frost installierten die Männer des vereinseigenen Bautrupps den "Osterfocus" in der vergangenen Woche auf dem Marktplatz. Das Häckselgut, das den Boden rund um die Installation bedeckt und bunten Frühlingsblumen Halt bietet, war sogar zu dicken Klumpen gefroren, als es die Helfer des Vereins am Donnerstag im Bauhof abholten. Nur mit schwerem Gerät wurden die Männer dem Problem Herr, wie Gerhard Schwenninger, der Erste Vorsitzende des Vereins, berichtet.

Doch die Mühe hat sich gelohnt, der "Osterfocus" bildete gestern wie schon seit etlichen Jahren den schönsten Blickfang auf dem Bad Uracher Marktplatz. Davor hatten zwei Schafe mit ihren Lämmchen Platz gefunden und erinnerten mit ihrer Präsenz daran, dass die Kurstadt traditionell mit dem Lammevent in die Freiluftsaison startet. Wiewohl sich vermutlich mancher gestern Morgen wünschte, in der warmen Stube bleiben zu dürfen. Zuerst fielen dicke, weiße Flocken vom Himmel, die später nahtlos in heftigen Regen übergingen. Kurzum, der Marktplatz präsentierte sich ziemlich ungemütlich.

Einige Händler, die eigentlich den Bauernmarkt beim Lammevent verstärken sollten, hatten deshalb kurzfristig abgesagt, wie Sebastian Hauenstein berichtet. Er hat dieses Jahr das Lammevent für den Verein "Bad Urach aktiv" federführend organisiert. Damit die verbliebenen Marktbeschicker nicht im Regen stehen blieben, versorgten sie die Veranstalter in der Frühe noch schnell mit Zelt oder Pavillon. Doch einmal mehr behielt der Volksmund recht, "Morgenregen ist bald verlegen".

Als Bürgermeister Elmar Rebmann zum Fassanstich schritt, besserte sich das Wetter, nachmittags ließ sich am Himmel über der Kurstadt sogar die Sonne erahnen. Das wiederum lockte so manchen vor die Haustüre, weswegen Sabine Hunzinger-Miran, Spartenleiterin "Einzelhandel" bei "Bad Urach aktiv", "von einem regen Kommen und Gehen" sprach. Die Geschäfte in der Kurstadt hatten gestern fünf Stunden lang zum Verkauf geöffnet, das Ergebnis, sagt Hunzinger-Miran, dürfte ganz zufriedenstellend sein.

Großen Zuspruch vermeldeten auch die Mitarbeiter des Residenzschlosses. Schon am Samstag fanden 700 Besucher den Weg zum Ostermarkt in der Dürnitz und damit deutlich mehr als gewöhnlich, wie Johanna Kugele berichtet. Sie vermutete, der Zustrom hänge nicht nur mit dem großen kunsthandwerklichen Angebot zusammen, sondern auch mit der Tatsache, dass die Garten- und Feldarbeit derzeit noch ruhen muss. Allerdings finden durchaus viele Stammgäste den Weg in die Dürnitz. Sie haben bereits ihre festen Anlaufstellen und erwerben dort ihre Geschenke fürs Osternest oder die Deko für die Kaffeetafel. Apropos Kaffee. Heiß und stark ließ er sich auch direkt im Schloss genießen, nebst einem Stück selbst gebackenem Kuchen oder einer schönen Torte. Der Verein "Die Kreativen 89" bewirtete, jeder Händler, der in der Dürnitz verkaufte, hatte ihnen ein süßes Backwerk mitgebracht.

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