Der Lärm ist das Problem

Konkrete Wünsche, aber auch manche Träumerei haben die Seeburger ihrem Bürgermeister mit ins Rathaus gegeben. Denn: Die Idylle bröckelt an manchen Stellen - nicht nur allein wegen des Tuffsteins.

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Bürgermeister Elmar Rebmann (links) und Ortsvorsteherin Uthe Scheckel im Gespräch. Foto: Kirsten Oechsner

Im Große und Ganzen ist die Welt in Seeburg noch in Ordnung: Die knapp 300 Bewohner halten zusammen, identifizieren sich mit dem Ort - so engagieren sich viele aktiv im Förderverein oder zeigen ihr Interesse beim Ortsrundgang mit Bürgermeister Elmar Rebmann. Teilweise mehr als 30 Bürger - der älteste über 80 Jahre und der jüngste Seeburger überhaupt mit seinen drei Monaten - begleiteten ihn und Ortsvorsteherin Uthe Scheckel beim ausgedehnten Spaziergang am Donnerstagabend, wobei sie nicht immer alle Ausführungen verstanden. Der Lärm war das Problem - von rasenden Autos und ebenso viel zu schnellen Motorrädern: Laut wars an einem ganz normalen Abend, kaum auszuhalten ists für die Bewohner bei entsprechendem Wetter an den Wochenenden. Da freut sich die Ortsvorsteherin, dass der in Australien lebende Klaus Wagner das einstige Brachland in der Ortsmitte zu einem allgemein zugänglichen Kleinod gerichtet hat: Überall Bänke, Teiche und relative Ruhe, was von den Seeburgern auch geschätzt wird. Trotz der Lärm-Belastungen hätten sich die Durchgangsstraßen nicht zuletzt durch das Dorfentwicklungsprogramm zu einer Visitenkarte Seeburgs gemausert: Einige Häuser wurden renoviert, bei anderen laufen noch die Arbeiten. "Niemand hätte gedacht, dass sich der Ort direkt an der Straße so positiv gestaltet", gibt die Ortsvorsteherin zu. Insgesamt habe sich die Zahl der Leerstände von einst 19 auf elf reduziert: "Man darf nicht aufgeben, man muss einen langen Atem haben."

Den brauchen die Seeburger auch in Sachen Verwaldung und Verbuschung, an vielen Stellen wuchern Wiesen, Wälder und Bachauen zum Ärger der Einwohner: "Wir müssen aufpassen, dass überhaupt noch Luft und Licht reinkommen."

Dabei liegen die Verantwortlichkeiten an unterschiedlicher Stelle, die Gründe für die Situation sind laut Bürgermeister vielfältig: Zeitmangel beim Bauhof, aber auch die veränderte Struktur der Landwirtschaft. "Wir haben eben eine winzige Gemarkung, deshalb fällt so manches auch entsprechend auf", resümierte Uthe Scheckel und gab einen Gedanken mit auf den Weg. "Vielleicht sollte man bei manchen Themen doch über Sonderregelungen nachdenken."

Viele kleine Probleme warens, die der Bürgermeister auf seiner Liste notierte - manche beim Spaziergang spontan geäußert. Ein nachhaltiger Aufreger ist die Sperrung der Brücke beim Pfarrhaus für den Verkehr: Die darunter liegende Tuffsteinmauer weist große Schäden auf, die Verkehrssicherheit ist nicht mehr gewährleistet. Eine Sanierung ist kostenintensiv, zunächst müssen auch die Eigentumsverhältnisse geklärt und die Belange des Naturschutzes gehört werden: "Das gibt eine teure und keine einfache Geschichte", erklärte Scheckel.

Auch die Tuffsteinmauern beim Löwirtmarieshäusle sind sanierungsbedürftig, der Platz um das Gebäude habe sich inzwischen zu einem Dorfmittelpunkt entwickelt. Gerade hier habe die Dorfgemeinschaft noch weitergehende Träume, zur Verwirklichung benötige man die Unterstützung der Stadt in Form eines Planers: Der Platz könne noch weiter aufgewertet werden, eine Überdachung sei notwendig und die Bürger hätten viele alte Utensilien, die man ausstellen könnte. Scheckels Fazit: "Die Mitte Seeburgs lechzt danach, dass hier noch etwas geht." Utopie ist dagegen der Gedanke, über den Trailfinger Weg Sichtglas zu legen. Denn, so die Ortsvorsteherin, es lohne sich in Seeburg unter die Erde zu schauen: "Wir haben hier ein riesiges, weit verzweigtes Höhlenlabyrinth."

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