Demokratie gemeinsam gestalten

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Die Schul-Parlamentarier debattieren im Namen aller Schüler des GEG.  Foto: 

Sir Winston Churchill hat es einmal so gefasst: „Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.“ Viel über das Wesen der Demokratie lernen derzeit Schüler des Graf-Eberhard-Gymnasiums in Bad Urach. Am Mittwoch startete das Schulprojekt „Gemeinsam Demokratie gestalten“. Bis in den März hinein werden sich 28 ausgeloste Schüler aller Jahrgangsstufen zusammen mit vier Lehrkräften in der Kunst der Diskussion und des Kompromisses üben.

Und das keineswegs nur theoretisch im luftleeren Raum, sondern anhand einer Frage, die schon lange ein schulisches Dauerthema ist und die Lebenswelt der Schüler direkt betrifft: Gefunden werden soll eine Regelung für den sinnvollen Umgang mit privaten Smartphones am GEG. Ganz ausschalten oder gar bei Betreten des Schulgeländes abgeben? Soll die Nutzung während der Pausen erlaubt sein? Unter welchen Umständen kann die Nutzung während des Unterrichts sinnvoll sein?

Die Delegierten des GEG wollen in einem mehrstufigen Prozess eine tragfähige Lösung entwickeln, die, sobald sie im März ausgehandelt ist, durch den Beschluss der Lehrer- und Schulkonferenz als verbindliches Regelwerk verabschiedet werden soll.

Bis es allerdings soweit ist, werden insgesamt drei Arbeitstagungen im Haus auf der Alb stattfinden. Bewusst verlässt man die schulischen Räumlichkeiten, um der Besonderheit des Projekts Rechnung zu tragen. Begleitet wird das landesweit und wohl auch bundesweit einmalige Schulprojekt durch die Lehrkräfte Susanne Müller, Ilse Beck und Schulpsychologin Inge Beck ebenso, wie  von Axel Eberhardt, Politologe, Kultursoziologe und Mitarbeiter der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.

Ziel ist neben einer Lösung des Handy-Problems, insbesondere ein Verständnis für demokratische Prozesse. Und die, so erfuhren es die Schüler während der rund achtstündigen Konferenz am eigenen Leib, haben auch viel mit Arbeit zu tun. Das Schul-Parlament hörte unter anderem Fachvorträge von Aytekin Celik (Landesmedienzentrum) und Paul Mejzlik (Polizeipräsidium Reutlingen) zum Umgang mit Medien im Allgemeinen und zu den Tücken der Smartphone-Nutzung im Besonderen. Nicht nur in Berlin gehen dem Meinungsbildungsprozess umfassende Informationen voraus. Sie sind Voraussetzung, um eigene Standpunkte zu entwickeln, zu revidieren und sich einer abwägenden Diskussion zu stellen. Und die soll in den kommenden Monaten nicht nur unter den Delegierten stattfinden, sondern etwa über online gestellte Protokolle, eine Umfrage und spezielle Klassenlehrerstunden in den Schulalltag rückgekoppelt werden. Bewusst setzt man auf Transparenz und will der Bildung einer Elite vorbeugen, die über die Köpfe aller hinweg debattiert.

Das Projekt, inspiriert von den in Irland bereits etablierten „Citizens’ Assemblys“, will Wege abseits des vielfach kultivierten Politik-Bashings aufzeigen und gleichzeitig demonstrieren, dass es auf dem Feld der Demokratie nicht nur darum geht, eigene Positionen und Forderungen möglichst lautstark in die Welt zu setzen, sondern sich konstruktiv auf die Suche nach Mehrheiten und Kompromissen zu machen.

Oder wie es der englische Staatsmann Churchill einst formulierte: „Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.“

Das Schulprojekt „Gemeinsam Demokratie gestalten“ nimmt unter der Schirmherrschaft des GEG-Fördervereins beim Schulförderwettbewerb „Spardaimpuls“ teil. Unter www.spardaimpuls.de, kann abgestimmt werden. wag

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