Dank in blau, weiß, rot

Für ihre vielseitigen Verdienste um die Geschicke Bad Urachs sind am Dienstag Fritz Bader, Gerhard Steinhart und Walter Röhm ausgezeichnet worden. Der Gemeinderat verlieh ihnen die Bürgermedaille.

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  • . . . Gerhard Steinhart . . . 1/3
    . . . Gerhard Steinhart . . .
  • Namens des Gemeinderats ehrte der Bürgermeister Fritz Bader . . . 2/3
    Namens des Gemeinderats ehrte der Bürgermeister Fritz Bader . . .
  • . . . und Walter Röhm für ihre Verdienste um die Stadt. Fotos: Thomas Kiehl 3/3
    . . . und Walter Röhm für ihre Verdienste um die Stadt. Fotos: Thomas Kiehl
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Verdiente Bürger zu ehren sei eine seiner liebsten Pflichten als Bürgermeister, bekannte Verwaltungschef Elmar Rebmann am Dienstag. Insofern begann für ihn die Gemeinderatssitzung durchaus kommod, immerhin durfte er gleich drei Urachern die Bürgermedaille anstecken, deren Wirkungszeitraum für die Stadt und deren Tätigkeitsfelder zum großen Teil miteinander verknüpft waren.

Seine Laudatio begann Rebmann mit Gärtnermeister Fritz Bader, der 1975 erstmals in den Uracher Gemeinderat einzog. Während seiner ersten Jahre als Kommunalpolitiker standen wichtige Weichenstellungen an: Das Kurgebiet und der Breitenstein entwickelten sich weiter, ebenso die Uracher Schullandschaft. Beispielsweise fällte der Gemeinderat seinerzeit den Entschluss, die Geschwister-Scholl-Realschule im Diegele zu bauen. Für heftige politische Kontroversen sorgte der Beschluss, den Marktplatz mit modernen Leuchtstehlen zu schmücken. Am Ende, so erinnerte Elmar Rebmann, beugte sich der Rat dem öffentlichen Druck und entschied sich für herkömmliche Lampen, die heute noch stehen.

Nach seinem Abschied aus dem Gemeinderat 2002 engagierte sich Fritz Bader weiterhin für seine Stadt, sei es im Handels- oder Gewerbeverein oder im Obst- und Gartenbauverein. "Der Lehr- und Schaugarten am Galgenberg wäre ohne den großen Einsatz von Fritz Bader nicht entstanden", betonte Rebmann. Dieser habe dafür nicht nur sein Fachwissen eingebracht, "sondern auch seiner Hände Arbeit", erklärte der Bürgermeister.

"Ausdauer, Beharrlichkeit, Korrektheit und ein schier unglaubliches Gedächtnis fürs Detail." Wenige Worte genügten Elmar Rebmann, um einen Mann zu charakterisieren, der die Bad Uracher Kommunalpolitik in den vergangenen Jahrzehnten prägte. Gerhard Steinhart zog für die CDU drei Mal als Stimmenkönig in den Gemeinderat ein, insgesamt wurde er sieben Mal ins Gremium gewählt. Als Steinhart vor 35 Jahren erstmals im Sitzungssaal des Rathauses Platz nahm, standen vor allem bauliche Veränderungen auf der Agenda: In den frühen 1980ern entstanden unter anderem das Parkhotel, die Fachklinik Hohenurach 2 und das Parkhaus. Wichtiges Thema für Steinhart in jenen Jahren war die Umfahrung des Wilhelmsplatzes. Beharrlich zeigte sich Steinhart auch bei einem anderen verkehrspolitischen Projekt: dem der durchgängigen Erschließungsstraße von der Neuffener- zur Stuttgarter Straße. Seit Ende des vergangenen Jahres ist sie Wirklichkeit.

Weniger erfreulich gestaltete sich die frühen 2000er Jahre. Thermalbad und Kurbetriebe, die beiden touristischen Aushängeschilder der Kurstadt, gerieten in Schieflage und gingen schließlich in die Insolvenz. Der Prozess wurde maßgeblich vom Gemeinderat bestimmt: "Eine der ganz großen und weitsichtigen Entscheidungen des Gremiums, die vor allem von Gerhard Steinhart bewusst mitgetragen wurde", erklärte Bürgermeister Rebmann.

Mit dem Tourismus aufs engste verbunden ist auch Walter Röhm. Als Kurdirektor zeichnete er mitverantwortlich für den Auf- und Ausbau des Kurzentrums sowie für den Kurtourismus in der Stadt. Er darf deshalb nicht zuletzt als maßgeblicher Wegbereiter des Titels gelten, der dem Wort Urach seit 1983 vorangestellt ist: Bad. Vieles vom Wirken Walter Röhms sei konkret greifbar, betonte Bürgermeister Rebmann, der damit auf die zahlreichen Publikationen verwies, die Walter Röhm verfasste, darunter Wanderbücher, Stadtführer und Bildbände. Zudem ist Röhm bis heute ein gefragter Autor für stadthistorische Themen, den Lesern unserer Zeitung ist er als Verfasser der "Uracher Geschichte(n) bestens bekannt. Für sein 2012 erschienenes Werk "Schäfertag und Schäferlauf in Bad Urach" erhielt Röhm den Landespreis für Heimatforschung.

Neben der Historie lag Walter Röhm nicht zuletzt die Kulturförderung am Herzen. Für das Jugendblasorchester organisierte er zahlreiche Konzertreisen und trug auf diese Weise dazu bei, den Namen der Kapelle und den seiner Heimatstadt weit über deren Grenzen hinauszutragen. Wertvolle Arbeit für Bad Urach leistete Röhm zudem als Stadtarchivar. Von dieser Tätigkeit, erklärt der Bürgermeister, profitiere die Verwaltung immer wieder, etwa wenn es um die Sanierung von Straßen oder um Bauprojekte gehe.

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