Aus drei werden fünf: Ab Januar gilt das neue Pflegegesetz

AOK und SÜDWEST PRESSE laden am kommenden Donnerstag zu einem Informationsabend zum neuen Pflegegesetz ins Bad Uracher Haus des Gastes ein.

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  • Ein neues Gesetz bringt ab Januar einige Änderungen für Pflegebedürftige. Ein Infoabend von AOK und SÜDWEST PRESSE will aufklären und die Neuerungen erläutern. Foto: Thomas Kiehl 1/4
    Ein neues Gesetz bringt ab Januar einige Änderungen für Pflegebedürftige. Ein Infoabend von AOK und SÜDWEST PRESSE will aufklären und die Neuerungen erläutern. Foto: Thomas Kiehl Foto: 
  • Daniela Schopp. Foto: AOK 2/4
    Daniela Schopp. Foto: AOK Foto: 
  • Birgit Künstle. Foto: AOK 3/4
    Birgit Künstle. Foto: AOK Foto: 
  • Paul Butz. Foto: AOK 4/4
    Paul Butz. Foto: AOK Foto: 
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Drei Pflegestufen haben bislang den Alltag von alten und kranken Menschen definiert. Sie bilden den Rahmen für die Leistungen, die Versicherte erhalten. Das System ist inzwischen allerdings an seine Grenzen gestoßen, worauf die Bundespolitik reagierte: Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) legte dazu ein neues Gesetz vor, das nun zum 1. Januar in Kraft tritt. Es definiert den Begriff der Pflegebedürftigkeit komplett neu, auch das Begutachtungsverfahren ist verändert worden.

Ab dem kommenden Jahr wird bei Pflegebedürftigen die gesamte Lebenssituation berücksichtigt. In den Blick geraten jetzt nicht allein die körperlichen Defizite einer Person. Vielmehr wird auch der Frage nachgegangen,  ob der Versicherte sein Leben noch selbstständig bestreiten kann oder ob das nur noch eingeschränkt möglich ist. Deshalb wandeln sich die seitherigen drei Pflegestufen in fünf Pflegegrade. Von der Reform profitieren nicht zuletzt Menschen, die an Demenz erkrankt, aber körperlich noch fit sind. Sie fielen mit der alten Regelung durchs Raster, obwohl sie ihr Leben nicht mehr selbstständig meistern können. Das neue Gesetz bietet ihnen nun ebenso wie geistig Behinderten und psychisch Erkrankten den gleichen Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung wie körperlich Behinderten. Auch pflegende Angehörige profitieren vom neuen Gesetz: Beispielsweise sind sie in der Renten- und Arbeitslosenversicherung besser abgesichert.

Wer nun fürchtet, dass ihm die Reform Nachteile bringt, kann aufatmen: „Niemand wird schlechter gestellt“, verspricht die AOK. Alle, die bereits eine Pflegestufe haben, werden automatisch und ohne eine weitere Prüfung einem der neuen Pflegegrade zugeteilt. In der Regel, so die AOK, steigen die Betroffenen auf, anders gesagt, wer aktuell die Pflegestufe eins besitzt, ist ab Januar dem Pflegegrad zwei zugeordnet. Menschen mit geistiger Einschränkung werden automatisch in den übernächsten Pflegegrad eingestuft.

Bislang, so die AOK, drohte Menschen, die in einem Heim leben, bei einer höheren Pflegestufe auch eine höhere Zuzahlung. Künftig gebe es für sie jedoch die Garantie, dass sich ihr Eigenanteil an den Kosten auch bei zunehmender Pflegebedürftigkeit nicht erhöht. Um die Reform zu finanzieren, steigen die Pflegebeiträge um 0,2 Prozent. Damit liegt der Beitragssatz ab dem 1. Januar bei 2,55 Prozent des Bruttoeinkommens, für Kinderlose beläuft er sich ab dem kommenden Jahr auf 2,8 Prozent.

Über die Änderungen möchte die AOK Neckar-Alb gemeinsam mit dem Metzinger-Uracher Volksblatt/Der Ermstalbote die Versicherten mit fundierten Informationen versorgen. Eine Gelegenheit, mehr zu erfahren und auch selbst Fragen zu stellen, bietet sich am kommenden Donnerstag, 27. Oktober, im Haus des Gastes in Bad Urach. Der Infoabend ist im großen Kursaal, die Saalöffnung erfolgt um 18 Uhr, das Programm beginnt um 18.30 Uhr.

Drei Fachleute der AOK stellen sich am Telefon den Fragen der SÜDWEST PRESSE-Leser. Am Mittwoch, 2. November, stehen Daniela Schopp, Paul Butz und Birgit Künstle von 17.30 bis 19 Uhr bereit und warten auf Anrufe. Sie beantworten Fragen, die sich sicher viele Leser jetzt stellen: Profitiere ich von den Neuerungen? Habe ich jetzt einen Anspruch auf Pflegeleistungen? Was ändert sich für mich als Betroffener oder Angehöriger mit dem neuen Gesetz? Woher bekomme ich den notwendigen Beratungs- und Unterstützungsbedarf?

Immerhin haben im vergangenen Jahr 7096 AOK-Versicherte im Kreis  Reutlingen Pflegeleistungen in Anspruch genommen. Mit Beginn des neuen Jahres wird die Zahl der Empfänger erheblich ausgeweitet. Nach einer Schätzung der Bundesregierung werden etwa 500 000 Menschen erstmals Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen.

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