Abteilung auf Intensivstation

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Für Patienten mit ernsten HNO-Leiden ist die Ermstalklinik erste Anlaufstelle. Foto: Archiv  Foto: 

Die HNO-Belegabteilung an der Bad Uracher Ermstalklinik steht vor einer ungewissen Zukunft. Mit dem aktuell gültigen Bettenbescheid aus dem Jahr 2013 hat der Planungsausschuss des Stuttgarter Sozialministeriums der Abteilung noch eine befristete Betriebsgenehmigung bis zum Ende des Jahres erteilt. Eine Verlängerung aber scheint, stand jetzt, zumindest unsicher.

Grund ist der inzwischen fortgeschriebene Landeskrankenhausplan. In ihm verankert ist auch die Planung des Regierungspräsidiums Tübingen. Es sieht mit Verweis auf die HNO-Abteilung am Klinikstandort Reutlingen eine Doppelvorhaltung in Bad Urach nicht vor.

Auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE bestätigten der Geschäftsführer der Kreiskliniken Reutlingen, Norbert Finke und Klinikumssprecher Eckhard Zieker, entsprechende Überlegungen seitens der Behörden. Beide betonen indes, dass die Kreisklinik selbst, zu der die Ermstalklinik organisatorisch gehört, keinesfalls die Absicht hat, die HNO-Belegabteilung in Bad Urach aufzugeben. Vielmehr werde man sich „mit aller Kraft dafür einsetzen“, sie zu erhalten.

Bereits im Frühsommer habe man sich deswegen mit einem entsprechenden Antrag an das Sozialministerium gewandt. Dort liege nun der Ball. Gespräche laufen derzeit. Eine offizielle Rückmeldung seitens des Ministeriums steht indes noch aus. Das könnte sich jedoch im Laufe des Herbsts ändern, wenn der Krankenhaus-Planungsausschuss des Landtags zu seiner Tagung zusammenkommen wird. Ministeriumsvertreter, unterschiedliche Krankenkassen wie auch Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung werden sich austauschen. „Wir müssen die Situation abwarten“, sagt Finke über die derzeit schwebende Lage.

Sollte sich der Daumen senken, müssten sich die Patienten, die sich bislang in Bad Urach behandeln ließen, künftig bis ins Reutlinger Klinikum fahren. Dort stünden zwar sämtliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, gleichwohl sei die Verlagerung nicht primäres Ziel der Reutlinger Klinikleitung.

Verhindern will sie Dr. Andy Weidner. Der niedergelassene Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, mit Praxis in Bad Urach, ist gleichzeitig Belegarzt an der Ermstalklinik und behandelt dort im Jahr rund 250 Patienten. Sie, aber auch medizinische Gegebenheiten führt er ins Feld, um die Vorzüge des kleinen, persönlichen und vergleichsweise gut zu erreichenden Hauses aufzuzeigen. Dort betreut er nicht nur Durchschnittspatienten, sondern im Rahmen von Konsilen auch solche in anderen Abteilungen, die sich in der „Neurophase B“ befinden und sich nach einem Schlaganfall in der Ermstlaklinik erholen. Diese Begründung hat er längst den Krankenkassen vorgelegt.

Grundsätzlich steht der 40-Jährige einer möglichen Zentralisierung kritisch gegenüber. Unbehagen löst in ihm vor allem der Umstand aus, wonach es keine schlüssige Begründung gebe. Es handle sich zudem um eine wirtschaftlich rentable Abteilung. Ihm jedenfalls ist kein Grund ersichtlich, sie ohne Not weggeben zu müssen. Auch deshalb hat er eine Unterschriftenaktion gestartet und bereits hunderte Unterstützer auf seiner Seite, wie er sagt. Er hegt die Hoffnung, im Namen seiner Patienten die politischen Entscheider so noch zu erreichen. Wohl bis Herbst hat er noch Zeit.

Patienten werden derzeit in der HNO-Belegabteilung in der Ermstalklinik pro Jahr behandelt. Wie lange noch, ist unklar. Bereits zum Jahresende könnte Schluss sein.

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