Zu Gast beim Herzog

Bad Urach.  Geschichte wird lebendig bei den Sonderführungen im Residenzschloss. Unter dem Titel "Fröhliche Kaffeerunde" gibt Maria Bonfert einen Einblick in die Lebenswelt von Graf Eberhard bis zu Herzog Karl Eugen.

Wer einmal an der herzoglichen Kaffeetafel Platz nehmen will, hat dazu bei einer neuen Themenführung im Residenzschloss Gelegenheit. Die Sonderführung gibt Einblicke ins wahre Leben der feinen Gesellschaft vergangener Jahrhunderte. Maria Bonfert berichtet anschaulich und lebendig vom Leben Graf Eberhards, dessen Hochzeit und dem gesellschaftlichen Aufstieg vom Saufkumpan zum weisen, württembergischen Landesvater.

Auch die weitere Geschichte des Herzoggeschlechts, seit 1495 wieder in Stuttgart beheimatet, wird lebendig erzählt. Die Teilnehmer erfahren von arrangierten Ehen, Geliebten, dem einen oder anderen Ehrenmord und den heute sehr absonderlich anmutenden Methoden der Körperhygiene.

Das Uracher Schloss wird auch in späteren Jahren immer wieder als Ort für die Jagd und das Vergnügen genutzt. Die Vorlieben und die Marotten der Mitglieder der Herrschaftsfamilie werden besprochen, genauso wie die Sitten und Gebräuche bei Tisch. Auch im Umgang mit den jeweiligen Ehefrauen waren die Herzöge nicht zimperlich. Die eine oder andere Flucht nach Urach hat stattgefunden. 18 Teilnehmer haben an der Premiere der neuen Themenführung teilgenommen und diese Entscheidung sicher nicht bereut. Maria Bonfert überzeugt mit ihrem profunden geschichtlichen Wissen auch zu Fragen, die über die Geschichte der württembergischen Herzöge hinaus geht. Nach einer informativen Einführung in die Geschichte findet die Kaffeerunde dann im tatsächlichen Sinne statt. Im Gesellschaftszimmer aus der Zeit Herzog Karl Eugens ist die Tafel gedeckt, bei Kaffee oder Tee und feinen Kuchen kann man sich als Mitglied des Hofs fühlen.

Die Führung findet in den nächsten Monaten am 29. April, am 21. Oktober und am 11. November jeweils um 15 Uhr statt. Teilnehmer müssen sich vorher anmelden. Auch für Gruppen kann die Führung durchgeführt werden.


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Autor: GUDRUN SCHMIED | 07.02.2012

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