Nun regiert wieder die Tagespolitik
Dettingen. Aufatmen in Dettingen: Nach der klaren Entscheidung bei der Wahl am Sonntag für Bürgermeister Michael Hillert steht wieder das kommunalpolitische Tagesgeschäft im Vordergrund. Und das ist prall gefüllt.
Für Bürgermeister Michael Hillert ging am Tag nach dem Wahlsieg das politische Tagesgeschäft gleich mit vielen Terminen weiter. Die dringlichste Aufgabe, sagt Hillert, sei jetzt der Haushalt. "Aber es ist nicht so dramatisch, wie von einigen im Wahlkampf dargestellt." So rechnet die Kommune mit Gewerbesteuer-Einnahmen von 4,5 Millionen Euro. Allerdings müssen, wie bereits berichtet, Umlagen in Höhe von sieben Millionen Euro bezahlt werden, was dem guten Jahr 2008 geschuldet ist. "Wir haben eine Lücke von drei Millionen Euro, die wir abfedern müssen." Wie dies geschehen soll, darüber muss sich der Gemeinderat Gedanken machen. Allerdings gibt Hillert auch zu bedenken, dass die Kommune noch viel Geld in Grund und Boden stecken hat, das bei Verkäufen wieder in die Einnahmen fließt. Als herausragende Aufgaben, die Dettingen zu meistern hat, nennt Hillert den Abschluss der Ortskernsanierung II mit der Neugestaltung am Mühleplatz sowie den Start der Ortskernsanierung III mit der Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden Uniplast-Gebäudes. Zudem könnte sich auf dem Gelände der alten Polizeiwache an der Karlstraße etwas tun: Laut Hillert gibt es zwei Interessenten, die dort ein Altenkompetenzzentrum mit Tagespflege bauen möchten. "Angesichts der demografischen Entwicklung ist solch ein Projekt zukunftsträchtig."
Quer durch die Fraktionen im Gemeinderat macht sich Erleichterung über den Wahlausgang vom Sonntag breit. Vor allem, dass bereits im ersten Wahlgang eine deutliche Entscheidung zu Gunsten des Amtsinhabers gefallen ist, bewerten die Fraktionsvorsitzenden überaus positiv. Auch deshalb, weil Dettingen vor großen Aufgaben steht, die jetzt mit neuem Elan angegangen werden können.
CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Budweg betonte, er begrüße sehr, "dass wir jetzt klare Verhältnisse haben". Jetzt gehe es darum, Schwerpunkte im Haushalt zu setzen und nach Einsparpotenzialen zu fragen. Gleichzeitig dürfe man aber auch nicht aus dem Blick verlieren, dass Dettingen in punkto Schulden "die Gemeinde ist, die im Tal am besten aufgestellt ist". Als wichtige Projekte nennt Budweg die Ortskernsanierung III und die Zukunft der Stromversorgung.
Auch Jürgen Frisch, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Liste, zeigt sich überaus erleichtert. "Der Dettinger ist in der Lage, die Gesamtleistung eines Bürgermeisters zu bewerten. Und ich weiß, dass unser Bürgermeister für die Gemeinde Wertvolles geleistet und sich unglaublich für den Ort eingesetzt hat. Das sind Dinge, die man würdigen muss."
Auch Frisch sieht die finanzielle Situation der Gemeinde als größte Herausforderung für die kommenden Jahre. Vor allem auch deshalb, weil Land und Bund immer mehr Aufgaben an die Kommunen delegieren. Nicht zu vergessen sei allerdings, dass Dettingen viel Geld in Grund und Boden gesteckt habe, zum Beispiel im Wohngebiet Oberer Boden und im Gewerbegebiet Vogelsang, das irgendwann wieder in die Gemeindekasse zurückfließe.
Karin Salzer, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FWV betont, es gehe nun darum, das Erhaltene zu bewahren und durch die Krisenzeiten zu führen. Sie ist zuversichtlich, dass dies dem Gemeinderat in Zusammenarbeit mit der Verwaltung gelingen wird. Froh zeigt sie sich über den Wahlausgang vom Sonntag. "Ich bin stolz auf die Dettinger, dass sie mit gesundem Menschenverstand abgestimmt haben."
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Autor: CAROLA EISSLER | 09.03.2010
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Viele Aufgaben liegen vor Verwaltung und Gemeinderat in Dettingen. Foto: Thomas Kiehl
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