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Aufgefangen vom Uracher Netz

Wer an Demenz erkrankt ist, der braucht vielfältige Hilfe, um seinen Alltag bewältigen zu können. Aus diesem Grund entsteht in Bad Urach ein Netzwerk, das Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite stehen will.

Autor: REGINE LOTTERER |
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Bislang hat es in der Kurstadt noch keine Betreuungsgruppe für Demenzkranke gegeben. Das ändert sich am kommenden Mittwoch: Künftig bietet die Diakoniestation Oberes Ermstal-Alb für acht an Demenz Erkrankte einen Nachmittag lang die Gelegenheit, eine Auszeit aus dem Alltag zu nehmen. Eine Möglichkeit, die auch den Angehörigen die Chance auf Freiräume eröffnet.

Das so genannte Café Herbstzeitlos ist in der betreuten Wohnanlage am Bad Uracher Stadtbachweg zu finden. Wer sich dort angemeldet hat, wird auf Wunsch zu Hause abgeholt und am Abend wieder zurück gebracht.

Das Café, das mit Hilfe von derzeit elf Ehrenamtlichen betrieben wird, ist nicht zuletzt ein Projekt, das aus den Demenz-Wochen des vergangenen Jahres erwuchs. 2011 gab es in der Kurstadt mehrere Abende, an denen sich die Bürger über die Krankheit informieren konnten. Seinerzeit, sagt Ursula Keinath, Pflegedienstleiterin der Diakoniestation Oberers Ermstal-Alb, haben viele Betriebe und Einrichtungen die Demenz-Wochen finanziell unterstützt. "Uns war es ein Anliegen, den Sponsoren etwas Nachhaltiges zu bieten", sagt Ursula Keinath. Ein Versprechen, das jetzt nicht nur mit dem Café Herbstzeitlos eingelöst wird, sondern auch mit einem "Netzwerk Demenz Bad Urach".

Das Netzwerk soll ebenfalls am kommenden Mittwoch aus der Taufe gehoben werden. Im Vorfeld hat ein Organisationsteam unter anderem niedergelassene Ärzte, das Altenheim Herzog Christoph, den Diakonischen Betreuungsverein oder die Grünen Damen angesprochen. Alle genannten sind in der einen oder anderen Weise mit dem Thema "Demenz" befasst. Sie zu vernetzen, um somit Betroffenen und deren Angehörigen effektiv und fundiert Hilfe und Rat geben zu können, ist das Ziel der Initiatoren. Je mehr potenzielle Ansprechpartner für Betroffene zur Verfügung stünden, desto leichter sei es, gezielt zu beraten. Gleichzeitig sehen die Mitglieder das Netzwerk auch als Plattform, um sich miteinander auszutauschen. Des Weiteren wollen sie vermittels des Netzes Hilfeleistungen besser fördern und organisieren.

Gemeinsam wollen die Akteure außerdem Ideen und Angebote entwickeln, die in die Kurstadt passen sowie mit verschiedenen Aktionen an die Öffentlichkeit treten. Denkbar wären etwa Infoabende für Angehörige oder für Einzelhändler, die Pflegeprodukte in ihrem Sortiment haben. Das Netzwerk, sagt Uta Röck von Pro-Urach, füge sich auch bestens in das geplante Stadtentwicklungskonzept Bad Urach 2030 ein. Schließlich müsse sich die Kurstadt die Frage stellen, welche Angebote in der Kommune für Demenzkranke notwendig und wünschenswert seien.

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