Züchterisch überzeugend

Zum zweiten Mal in diesem Jahr präsentierte sich der Kaninchenzuchtverein der Öffentlichkeit. Nach der Jungtierschau im August wurden am Wochenende die Zuchterfolge bestaunt und preisrichterlich bestätigt.

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    Die Sieger der Lokalschau des Dettinger Kaninchenzüchtervereins können stolz auf ihre Tiere sein. Fotos: Wieland Lehmann
  • Die kritischen Augen von Preisrichterin Christine Hahn sehen alles. 2/2
    Die kritischen Augen von Preisrichterin Christine Hahn sehen alles.
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Jungtier- und Lokalschauen gibt es in vielen Gemeinden, in der Mehrzahl sind es Vereine der Kleintierzüchter, die ihre Tiere der Öffentlichkeit präsentieren. Darunter sind eben auch Kaninchen. Doch es gibt nur drei reine Kaninchenzuchtvereine im Landkreis, in Reutlingen, in Pfullingen und in Dettingen. Letzterer feierte vor zwei Jahren sein 100-jähriges Jubiläum. Hat man sich hier der einstigen Auffassung, Federn und Fell gehören nicht zusammen, standhaft widersetzt? Es mochte gute Gründe dafür gegeben haben. So jedenfalls stehen die wuscheligen Prachtexemplare einmal mehr im Mittelpunkt des Interesses. Am Wochenende war es wieder soweit. Im Zelt am Züchterheim waren 44 Tiere zu sehen, die sich dem kritischen Auge der Preisrichterin, Christine Hahn, auszusetzen hatten. Sie ist selbst Kaninchenzüchterin, doch ihre Liebe zu den Tieren reicht allein nicht aus, um Zuchtergebnisse bewerten zu können. Drei Jahre hat es gedauert, bis sie als Preisrichterin tätig werden konnte. In dem ersten Jahr ist man Anwärter, hat eine Prüfung zu bestehen. Dann folgen zwei Jahre als Hilfspreisrichter, die man nochmals mit einer Prüfung zu bestehen hat. Erst dann kann man selbst die Punkte für die Bewertungskriterien vergeben.

Am Samstagvormittag war Christine Hahn in Dettingen tätig, wog das Gewicht der Tiere, prüfte Körperform und Fellhaar, überzeugte sich vom Vorhandensein der rassespezifischen Merkmale und begutachtete den Pflegezustand. Für jedes Kriterium vergab sie die entsprechenden Punkte. Da zählt schon eine kleine Kahlstelle an der Unterseite des Laufs für einen Punkteverlust. Die Tiere ließen die Prozedur ganz geduldig über sich ergehen, sie wussten oder spürten, dass die sachten Hände der Preisrichterin keine Gefahr signalisieren. An ihren Käfigen hingen dann die Bewertungskarten, an denen sich die Besucher am Nachmittag und am Sonntag mit den Zuchtergebnissen nicht nur optisch, sondern auch informativ vertraut machen konnten.

Da wurden die Deutschen Kleinwidder in grau und chinfarbig, die Zwergwidder thüringenfarbig und grauweiß, die Luxkaninchen und Weiß-Rexe, die Dalmatiner-Rexe und Zwerg-Rexe rhönfarbig bestaunt. Zugleich konnte man sich über den Ursprung der Rassen, ihr Normalgewicht, Körperform und Typ, Fellstruktur, Nutzung und Verbreitung sowie Besonderheiten informieren.

Und das Ergebnis der Dettinger Züchter kann sich sehen lassen. An den Käfigen von 22 Tieren lautete die Bewertung sehr gut, an fünf hervorragend. So wurde die Zuchtgemeinschaft Febel/Klingberg mit dem ersten Platz Vereinsmeister, auf die Plätze zwei und drei konnten Nicole Klingberg und Klaus Friz stolz sein. Vereinsmeister bei der Jugend wurde Adrian Friz. Den Ehrenpreis des Landesverbandes erhielt die Zuchtgemeinschaft Febel/Klingberg, Ehrenpreise der Gemeinde gingen an Alexander Friz, Nicole Klingberg, Zuchtgemeinschaft Febel/Klingberg, Franziska Klingberg, Klaus Friz, Adrian Friz und Noah Friz.

Bei allen züchterischen Erfolgen - an Nachwuchs fehlt es. Man mag die Kaninchen süß und schön finden, zur Liebe zu den Tieren gehören Arbeit, die Zeit beansprucht, und Geld. "Da muss man miteinander schaffen", sagt Helga Friz, Vorsitzende des Kaninchenzuchtvereins. Wenn die Eltern nicht mitziehen, haben Kinder wenig Chancen, ein solches Hobby zu einem Teil ihres Lebensinhalts zu machen. Dabei kann sich gerade auch hier die Übernahme von Verantwortung ausprägen.

Jungtier- und Lokalschauen sind auch immer Begegnungen der Vereinsmitglieder mit Freunden, Bekannten und Interessenten. Für das Wohlergehen dabei sorgte die Bewirtung mit Schlachtplatte, Saitenwürstchen, Fischwecken sowie Kaffee und Kuchen. Und da ging es sowohl um die präsentierten Kaninchen, als auch um die alltäglich bewegenden Lebensfragen.

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