Zehn Jahre sind noch nicht genug

Vom informellen Nachbarschaftskreis zum strukturierten Verein ging die Entwicklung, dennoch blieb die Kreativität nicht auf der Strecke: "Kultur Kurios" feierte sein Zehnjähriges in locker-legerem Rahmen.

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Der Vorstand des "Kultur Kurios". Foto: Kirsten Oechsner

"Kultur Kurios" besitzt kein Vereinsheim, geschweige denn einen Raum. Und regelmäßige Zusammenkünfte der Mitglieder gibt es auch nicht. Dennoch hat der Verein im Lauf der vergangenen zehn Jahre das Leben des 700-Seelen-Ortes Kleinbettlingen entscheidend mitgeprägt - durch den lebendigen Adventskalender zum Beispiel, der inzwischen zu einer Tradition im Bempflinger Ortsteil wurde. Oder durch den Vierteles-Lauf, Ausstellungen, Open-Air-Konzerte und die Beteiligung am Ferienprogramm.

Mit diesen zum Teil fantasievollen und bis ins kleinste Detail liebevoll organisierten Veranstaltungen für die breite Öffentlichkeit hat es "Kultur Kurios" geschafft, Neubürger und Alt-Kleinbettlinger, junge Familien in den Neubaugebieten mit den Bewohnern in der Ortsmitte zusammen zu bringen. Denn sich kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen, das war der ursprüngliche Gedanke einer zunächst losen Gemeinschaft von zugezogenen Familien. Bald entwickelte sich aus dem informellen Nachbarschaftskreis ein Verein mit nunmehr 80 Mitgliedern, der nach wie vor vorrangig ein Ziel hat: "Kultur Kurios" soll eine Plattform für Mitmach-Angebote für Familien sein - deshalb wurde zum Jubiläum im Bürgerhaus auch bewusst gemeinsam gespielt von den Montagsmalern bis zum klassischen Faulei.

"Das soll das Miteinander stärken", erklärt Manuela Kreutzberg vom Vorstandsteam. Engagiert mittendrin einige Teenager, was Mitvorstand Heribert Pohl besonders freut: "Die waren vor zehn Jahren noch kleine Kinder und sind immer noch dabei."

Und alle miteinander sind gespannt, was sie in Zukunft an Aktivitäten noch erwartet: "Das Ding geht auf alle Fälle weiter", versprach Eric Engelhardt neben Matthias Redlich ebenfalls im Vorstandsteam bei der kurz gehaltenen offiziellen Begrüßung. "Zehn Jahre sind noch nicht genug, die Zukunft bleibt kurios." Denn immer wieder überraschte der Verein seit seiner Gründung mit geradezu verrückten Ideen: In einem Jahr hieß das Motto "Kultur Kurios sucht den Super-Sauger", bei dem die Leistungsstärke der einzelnen Staubsauger gemessen wurde. Dann wurde zum Wildschwein-Grillen eingeladen, selbstverständlich stilecht im Asterix-und-Obelix-Outfit. Dann machten die Erwachsenen bei einem Indianerlager ebenso begeistert mit wie ihre Kinder oder wurde sogar eine Disco nur für den Nachwuchs organisiert. Aber auch die Erwachsenen kamen nicht zu kurz: So konnten sie unter anderem Salsa lernen oder sich beim Nähen üben.

Bei "Kultur Kurios" wurde geschlemmt und ein Kochbuch erstellt, getanzt und zugehört, gebastelt und gewandert. "Wer Lust hat, kann sich einbringen", erklärt Manuela Kreutzberg das einfache Erfolgsrezept. Dafür braucht man nicht einmal Mitglied sein: "Wir sind für alle Ideen offen und versuchen, daraus etwas zu gestalten."

Die Mischung von ganz normalen Angeboten und verrückten Ideen macht den Erfolg aus, das Engagement wurde 2005 sogar mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Und weil vieles so ganz anders ist als bei anderen Vereinen, finden auch die Hauptversammlungen an den unterschiedlichsten Orten statt: Beim Grillen im Garten, bei einer Wanderung auf den Florian oder in der 2004 gekauften und gemeinsam renovierten Gondel, die einst auf den Montblanc fuhr. Sie ist das Markenzeichen des Vereins und wird unter anderem als Bar, aber manchmal auch wie am Jubiläumstag als Transportmittel benutzt.

"Kultur Kurios" und sein kreatives Angebot lässt sich in keine Schublade stecken: "Macht weiter so", lobte denn auch Bempflingens Bürgermeister Bernd Welser. Der ist bereits Mitglied im Verein und wird sich demnächst noch aktiver mit einbringen: "Ich ziehe nach Kleinbettlingen", outete er sich unter dem Applaus der "Kultur Kurios"-Mitglieder und deren mitfeiernden Wegbegleitern.

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