Werben für die Region: Neuer Wanderweg für Touristen

Ein interkommunales, qualitativ hochwertiges Wanderwegenetz soll entstehen. Auch St. Johann beteiligt sich mit einer attraktiven Route.

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St. Johann hat touristisch viel zu bieten, deshalb beteiligt es sich an einem landkreisübergreifenden Projekt für hochwertige Wandertouren. Start der Route ist an der Gestütshof-Allee, weiter geht es zum Grünen Felsen und zum oberen Speicherbecken. Foto: Simon Wagner  Foto: 

Der Landkreis mit der Schwäbischen Alb erfreut sich unter Touristen immer größerer Beliebtheit. Seit 1985 hat sich die Zahl der Ankünfte und die der Übernachtungen mehr als verdoppelt. Ein Trend, der sich auch im Jahr 2016 fortsetzt. Bis August registrierte man rund 266 000 Besucher (Plus 6,5 Prozent), die rund 766 000 mal in der Region übernachteten (Plus sechs Prozent). Die aktuellen Zahlen, die Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Tourismusgemeinschaft Mythos Schwäbische Alb, mit in den St. Johanner Rat brachte, waren nicht die einzigen. Im Jahr 2015, so fuhr er fort, lag der Bruttoumsatz im Landkreis bei 465,9 Millionen Euro. Dank des Tourismus’ sind knapp 8300 Menschen in Lohn und Brot. Vor allem das Gastgewerbe profitiert.

 Um jenen Trend weiter zu befeuern, hat sich eine Projektgruppe zusammengefunden, die aus Vertretern der Tourismusförderung des Landkreises Esslingen, der Tourismusgemeinschaft Mythos Schwäbische Alb und des Biosphärengebiets besteht. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, über Landkreisgrenzen hinweg, ein qualitativ hochwertiges Wanderwegenetz auszuweisen und zu vermarkten. Erfasst werden sollen bestehende Wanderrouten und solche, die das Zeug haben, als Prädikatswanderwege zertifiziert zu werden. Gegenwärtig werden entsprechenden Vorschläge aus den Kommunen gesammelt. Am Ende sollen etwa 30 Touren ausgewählt und bis Herbst 2017 umgesetzt werden.

Start am Gestütshof

Nach dem Mehrheitsvotum des Rats wird St. Johann zusammen mit Eningen und wohl auch unterstützt von der Stadt Metzingen eine interkommunale Strecke ins Rennen schicken. Die Route mit einer Gesamtlänge von 13,9 Kilometern führt 6,7 Kilometer entlang über St. Johanner Markung (je 3,6 Kilometer über Eninger und Metzinger Gebiet). Sie beginnt entweder am Gestütshof oder beim Eninger Speicherbecken, geht am Trauf entlang zum Grünen Felsen über das Segelfluggelände, die Höllenlöcher und den Fohlenhof wieder zum Ausgangspunkt.

 Dass sich die Kommunen zusammentun, ist nicht nur ganz im Sinne von Schütz und der Idee, gebietsübergreifende Strecken auszuweisen, sondern hat auch finanzielle Vorteile: Man kann sich die Kosten, die bei der  Beschilderungen, Möblierung und der drei Jahre gültigen Zertifizierung anfallen, teilen. Für St. Johann kommen nach Abzug einer 50-prozentigen Förderung einmalig rund 7400 Euro zu. Die jährlichen Kosten für die Wegpflege sind auf rund 6400 Euro beziffert. Der Beitrag, den St. Johann für das Marketing berappen muss, bewegt sich momentan bei etwa 3200 Euro.

Vor allem die Folgekosten waren es, die für Stirnrunzeln im Rat sorgten. Wobei Schütz auf Einsparpotentiale bei der Wegpflege hinwies, die etwa durch ehrenamtliches Engagement oder durch Weg-Patenschaften erreicht werden könnten. Für Ottmar Leyrer dennoch Ausgaben, die er so lange für verfehlt hält, wie in der Gemeinde Einrichtungen geschlossen und etwa Spielplätze nicht eröffnet werden: „Das entzieht sich meinem Verständnis“, kritisierte er. Mehr Chancen als Risiken sieht indes Bürgermeister Florian Bauer: „Das wird sich mehr als rechnen“, ist er überzeugt, dass die Kosten durch Gewerbesteuereinnahmen „locker“ wieder hereingeholt werden.

Einmalige Gelegenheit

Der Bürgermeister verwies zudem auf den weißen Fleck, der in Sachen Tourismus über St. Johann liege, obschon großes Potenzial vorhanden sei. Die jetzige Gelegenheit, sich in die Wanderkonzeption einzuklinken, bezeichnete er vor diesem Hintergrund als „Riesenchance“. Gleicher Ansicht war auch der Upfinger Ortsvorsteher Helmut Schepper. Fünf St. Johanner Gemeinderäte stimmten dagegen.

St. Johann, Metzingen und Eningen wollen in Sachen Tourismus enger zusammenarbeiten. Gemeinsam weisen sie einen Wanderweg aus, mit dem sich für die Region werben lässt.

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