Wenn es knattert und raucht

Nicht alle sind in den Urlaub gefahren. Für die Daheimgebliebenen hatte der Liederkranz Grafenberg deshalb neben seinem Ferienhock gestern auch ein neuerliches Oldtimer-Treffen organisiert.

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Es knatterte und rauchte gestern ordentlich in Grafenberg. Und das alles wegen dem Liederkranz Grafenberg. Denn der Liederkranz ist ein rühriger Verein. Und immer, wenn er im Sommer zu seinem Ferienhock einlädt, kommen auch Liebhaber und Besitzer von Oldtimern, historischen Traktoren und Motorrädern rund um die Rienzbühlhalle auf ihre Kosten und bestaunen oder präsentieren die automobilen Träume.

Doch während da einerseits Blech und Chrom um die Wette schimmerten, ordentlich gefachsimpelt wurde, genossen andererseits die vielen Gäste den Tag sowie die zahlreichen Leckereien und Erfrischungen, ließen es sich schlicht gut gehen und verbrachten einen schönen Tag in Grafenberg.

Trotzdem begeisterten vor allem die historischen Fahrzeuge. Und während bei den Treckern der Hersteller Deutz im Mittelpunkt stand, gab es auch zahlreiche Schätzchen, die bei manchem heutigen Besitzer schon in Kinderzeiten für glänzende Augen sorgten.

Einer, der sich zwischenzeitlich seinen Kindheitstraum erfüllt hat, war gestern allerdings Reinhard Stipalkowsky aus Pliezhausen. Mit seinem knallroten Jaguar E-Type Coupé war er nämlich zum Treffen an der Rienzbühlhalle gekommen und erklärte, dass man ein ganzes Buch darüber schreiben könnte, wie er an den Wagen gekommen ist.

Denn ursprünglich aus Kalifornien importiert, landete der Jaguar des Baujahres 1970 zunächst bei einem Ludwigsburger Oldtimer-Fan. Doch weil der sich trennen wollte, wurde Stipalkowsky vor 16 Jahren auf das Auto aufmerksam. Und obwohl gerade das eigene Häusle gebaut war und laut dem Pliezhäuser „eigentlich überhaupt kein Geld da gewesen sei“, habe er es irgendwie geschafft, die damals 30 000 D-Mark für den Flitzer aufzubringen.

„Der Verkäufer hatte Tränen in den Augen“, erinnert sich der zwischenzeitlich 66-jährige Jaguar-Besitzer an den Tag, als er den Wagen übernahm. Und da habe er gar nicht mehr an jedem noch so kleinen Mäckle rummachen wollen, weil der Verkäufer sonst mit Sicherheit gesagt hätte, dass er den Wagen doch behält.

In originalem und gutem Zustand ist der Sechszylinder mit seinen 4,2 Liter Hubraum allerdings. Und Stipalkowsky weiß, was er an ihm hat. Denn während das Armaturenbrett dem eines Düsenjets ähnelt, habe Jaguar schon damals auf Scheibenbremsen, Klimaanlage und Alu-Motorblock gesetzt, was der Zeit weit voraus gewesen sei.

Nichtsdestotrotz: Manche Eigenheit hat der Wagen. Doch Reinhard Stipalkowsky schätzt die und weiß, wie er ihnen zu Leibe rücken muss. Und weil der Autofan trotzdem auch immer schon ein richtiges Cabrio haben wollte, gehört ihm seit kurzem außerdem ein Triumph Spitfire.

Doch so begeistert er von dem neuen Fahrzeug ist, habe die Gattin Einwände gehabt. Zwischenzeitlich habe sie den Oldtimer-Spleen jedoch akzeptiert. Seien es doch zwei echte Wunschträume, die sich für ihn erfüllt haben.

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