Viele Zeichen des Baumeisters

Gleich zwei Jubiläen feierte die evangelische Gemeinde Hülben am Wochenende. Und präsentierte sich einmal mehr als überaus lebendige Gemeinde.

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Beim Doppeljubiläum der Evangelischen Kirchengemeinde Hülben feierten alle Generationen mit. Da tat es der Freude keinen Abbruch, dass die Mauer aus Kartons zum Motto „Lebendige Steine“ später einstürzte. Und zum Leben gehört ja auch Bewegung.  Foto: Kirsten Oechsner  Foto: 

Ob Jung oder Alt, Kindergartenkind oder betagter Senior, aktiv in einer der vielen kirchlichen Gruppen oder nicht: Sie alle tragen ihren Teil dazu bei, dass sich Hülben zu Recht als lebendige Gemeinde verstehen kann. Das spiegelte sich im Gottesdienst zum diesjährigen Doppeljubiläum wider, gefeiert wurden 150 Jahre Pfarrstelle und die Einweihung der Christuskirche vor 50 Jahren.

Kein schlechtes Omen

Über Generationen hinweg waren gestern die Gemeindeglieder in den Gottesdienst eingebunden, es gab viele festliche und besinnliche, aber auch lustige und vor allem aktive Momente in diesem vom Gemeinschaftssinn geprägten Zusammensein: In großer Eintracht baute Groß und Klein gemäß des Jubiläums-Mottos „Lebendige Steine“ aus entsprechend bemalten Kartons ein Gebäude, das ein großes Herz ziert. „Hier bewegt sich etwas“, intonierte denn auch der Kinderchor und mobilisierte die mehrere hundert Besucher des Festgottesdienstes, bei diesem Mitmach-Lied tatsächlich aktiv zu sein.

Dass diese Mauer später durch ein leichtes Verrücken einstürzte, wollte Pfarrer Ralph Hermann nicht als schlechtes Omen für die Gemeinschaft der Gläubigen und deren Gotteshaus werten. „Unsere Gemeinde ist auf einem festen Fundament gebaut“, führte er in der Predigt aus. Es seien so viele Hände beteiligt, Jung und Alt bringe sich ein und im Mittelpunkt aller Aktivitäten stehe der Herzschlag Gottes. „Er hat ein Herz für uns.“ Im „heiligen“ Hülben bewege sich tatsächlich etwas, machte Pfarrer Hermann deutlich: „Heilig bedeutet, zu Gott zu gehören.“ Und das sei auch das, was die evangelische Kirchengemeinde auszeichne: „Wir sind in einer lebendigen Einheit verbunden und man braucht jeden Stein, damit das Gebäude hält.“ Was nicht fehlen dürfe sei der Baumeister: „Das ist Jesus, der hat den Plan.“

 Diese Verbundenheit über Generationen hinweg zeigte sich imposant, als alle unter dem Dach der Kirchengemeinde agierenden Chöre eine große singende und musizierende Gemeinschaft bildeten: Der Kinderchor und der Posaunenchor, der Beerdigungschor wie auch die Gruppe „Voices for Jesus“ und selbstverständlich auch der Kirchenchor. Sie unterstrichen eindrucksvoll, dass eine Kirchengemeinde aus Menschen gebaut ist und von aktiven Gemeindegliedern lebt, die sich denn auch in den Festgottesdienst einbrachten: Die junge Annika Scheu stand dem Pfarrer als Co-Moderatorin zur Seite und übernahm die Lesung. Dankesgebete hielten Kirchengemeinderätin Katrin Möck, CVJM-Vorstandsmitglied Wolfgang Götz und Dr. Siegfried Kullen von der Altpietistischen Gemeinschaft.

 Bis vor 150 Jahren wurde Hülben von der Pfarrstelle Dettingen aus betreut, von diesen alten Zeiten zeugt das immer noch als solches bezeichnete Pfarrwegle. Daran kann sich kaum jemand mehr erinnern, doch an den Bau der Christuskirche schon: Auf Nachfrage des Pfarrers, wer bei der Einweihung dabei war, schnellten viele Hände hoch – gesungen wurde denn auch dasselbe Lied wie damals. Viele Erinnerungen wurden mit einer Fotoschau wachgerufen, der Bau erregte damals weit über den Ort hinaus für Aufsehen.

„Als ‚Dom‘ zu Hülben wurde er vom Oberkirchenrat bezeichnet“, berichtete der Pfarrer aus der Vergangenheit. Fakt sei indes nach wie vor eines: „Die Christuskirche ist ein ortsprägendes Gebäude.“ Nicht nur das, wie Schultes Siegmund Ganser unterstrich: Die kirchliche bildet eine wichtige Säule der bürgerlichen Gemeinde. „Sie ist mitten auf dem Fels gebaut und da gehört sie auch hin.“

Lob für die Kirchengemeinde gab es von Hülbens Bürgermeister Siegmund Ganser. Was in und um die Christuskirche geschehe, sei beispielslos und würde über Hülben hinaus für Impulse sorgen. „Die weltliche Gemeinde steht immer zur kirchlichen“, machte der Bürgermeister deutlich und unterstrich dies mit einer Spende über 5000 Euro.

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