Vereine Hand in Hand im Jubeljahr

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Ein halbes Jahrhundert machen Akkordeonspieler in Grafenberg Musik. Das wurde gefeiert.  Foto: 

Mit einem vierstündigen Mammutkonzert in der nahezu überfüllten Rienzbühlhalle hat das Grafenberger Harmonikaorchester (HOG) seine Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen zusammen mit Gesangverein und Musikverein harmonisch ausklingen lassen. Die drei Vereine spielten und sangen nämlich teilweise alle zusammen, was bisher einmalig ist. Mehrfach gab es dazu ein Doppeldirigat mit Thomas Schäfer für die beiden Chöre des Gesangvereins und Kerstin Maurer vom HOG mitsamt Walter Klaus vom Musikverein.

Bei „Conquest of Paradise“, dem großem Finale aller Vereine, übernahm Maurer den Dirigentstab. Die Bühne in der Rienzbühlhalle war für alle beteiligten Musiker zu klein, sodass „angebaut“ wurde und jeweils kleine Umbauphasen zwischen den einzelnen Auftritten erforderlich waren. Auch das erforderte, unabhängig von den musikalischen Höchstleistungen, genauen und fehlerlosen Einsatz.

Beteiligt waren insgesamt vier Vereine, denn der Arbeitskreis Kelter übernahm die Bewirtung, die bei dem großen Andrang eine besondere logistische Herausforderung war. „Gefühlt 100 Mal geübt“ hatte besonders das Grafenberger Orchester unter Leitung von Kerstin Maurer, wie das Vorstandsteam Christel Arnold und Stefanie Lenz bei der Begrüßung sagte. Schließlich sollte das Jubiläumskonzert des Vereins das ganze Können perfekt erklingen lassen.

„Von allem etwas, für jeden etwas dabei“, beschrieben sie die Programmgestaltung für alle Orchestergruppen. Die gemeinsame Freude an der Musik sollte außerdem durch die Beteiligung von Liederkranz und Musikverein zum Ausdruck gebracht werden. Das erforderte im Vorfeld genaue Absprachen und Proben. Aber die Mühe hat sich gelohnt, denn in vier Stunden hatte jeder ausreichend Gelegenheit, das Können einzeln und gemeinsam mit anderen zu präsentieren.

Diese „musikalische Kooperation der besonderen Art“ hob auch Bürgermeisterin Annette Bauer in ihrem Grußwort als vorbildlich hervor. „Die heutige Veranstaltung zeigt uns, wie gut das Zusammenspiel, die Harmonie unserer Vereine, im Ort funktioniert.“ Sie haben für diesen Jubiläumsabend ein sowohl anspruchsvolles als auch abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt und in die gemeinsamen Vorbereitungen unter dem Titel „Akkordeon meets Chor und Blasmusik“ viel Engagement und Herzblut gesteckt.

Das wurde mit jedem Ton spürbar und vom Publikum mit viel Beifall bedacht. Außerdem wurde im Programm deutlich, warum das HOG sehr zuversichtlich in die Zukunft blicken kann und wie es gelungen ist, die Musikeranzahl seit der Übernahme durch Maurer vor zwei Jahren fast zu verdoppeln. Gab es vorher nur das „1. Orchester“, so gibt es jetzt zusätzlich Nachwuchsgruppen, die spielerisch für die Akkordeonmusik begeistert werden. Zum Beispiel erschienen beim Jugendensemble „Green Fire“ mit „Game-Boy“-Spiele von Helmut Quakernack kleine „Monster“ auf der Bühne und setzten die Musik zusätzlich in Szene. Für die „Goldenen Sternchen“, die Jüngsten, hatte die Dirigentin extra eine Melodie im Fünf-Ton-Bereich komponiert, was dazu beitrug, dass sie schon mit der Melodica voll konzentriert und dennoch mit Spaß bei der Sache waren.

Aber auch für die Älteren gibt es Angebote wie „Querbeet“, eine Gruppe, in der jeder auch mit anderen Instrumenten als einem Akkordeon mitspielen kann, unabhängig vom Alter und der Spielfertigkeit.

Es geht um die Freude am gemeinsamen Musizieren, auch wenn jemand nicht in einem großen Orchester mitwirken will. Es lassen sich entweder vorhandene Kenntnisse wieder aktivieren oder Instrumente neu lernen. Alle drei Vereine bewiesen mit ihrem Können und Zusammenspiel, dass Musik verbindet.

Auszeichnungen verdienter Musiker standen auch in Grafenberg an. Marion Mende vom Deutschen Harmonikaverband ehrte Ulla Klaubert für 20 Jahre, Elke Rödl und Karin Thüringer für je 40 Jahre aktives Akkordeonspielen. Nadja Heim wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

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