Verein legt Spielplatz an

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Diese Worte Erich Kästners könnten Pate gestanden haben, für die „Spielplatzfreunde Upfingen“. 25 000 Euro wollen sie in die Ausstattung eines Spielplatzes investieren.

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Entstehen soll in Upfingen ein kleines Spiel- und Erlebnisparadies, dort, wo heute der Löwenzahn im Sandkasten sprießt, marode Holzkonstruktionen vom Zahn der Zeit erzählen und das im Wildwuchs begriffene Areal als solches nur bedingt als einladendes Ensemble durchgeht. „Es wird nicht benutzt“, stellt denn auch Fabian Röcken fest, als er am Mittwoch zusammen mit Markus Schreiner dem St. Johanner Gemeinderat vorstellte, was sie als Teil der Upfinger Elterninitiative mit der Spiel-Brache vorhaben.

Aus dem Zusammenschluss von sieben Familien ist mittlerweile ein eingetragener Verein geworden, aus ersten Ideen ein handfester Plan. Die „Spielplatzfreunde Upfingen“ haben hierzu die Reutlinger Spezialisten in Sachen Spielplatzausstattung, die Firma „Holz Spiel Natur“ ins Boot geholt. Die haben nicht nur ein Gesamtkonzept entworfen, sondern auch konkrete Geräteausstattungen im Auge: Rutschen, das Spielhaus, die zentrale Kletterwand, Wackelbrücke, Vogelnestschaukel, Stelzenwald und die knapp 30 Meter lange Seilbahn sind nur einige der Inventar-Stücke, die Lust auf kindliche Bewegung machen sollen.

Das Gesamtpaket der Geräte hat einen Wert von rund 25 000 Euro. Und die will der Verein aus der eigenen Tasche zahlen. Sie ist gefüllt durch Spendengelder. Mit einstimmigem Beschluss des Gemeinderates hat sich die Kommune nun dazu verpflichtet, weitere 5000 Euro zuzuschießen. Die Mittel sollen für weitere Arbeiten verwandt werden, wie etwa das Ausbringen von geeigneten Bodenbelägen. Doch die Mitwirkung der Gemeinde erschöpft sich nicht in materiellen Dingen. Sie übernimmt schon aus versicherungsrechtlicher Notwendigkeit auch die Haftung und zudem die Pflege des Areals. Der Unterhalt ist der neuralgische Punkt derartiger Anlagen und zieht erfahrungsgemäß nennenswerte Beträge nach sich. Mit der Zusage, sie zu übernehmen, verbinden der Rat und Bürgermeister Eberhard Wolf auch den Dank an den Verein, einen Anstoß gegeben zu haben. Denn der Verein will mit der Wiederbelebung des Spielplatzes auch einen Treffpunkt schaffen. Einen Treffpunkt für Kinder, aber auch für ihre Eltern. Schon allein deswegen, so versprechen es die Väter, soll die Initiative auch kein Strohfeuer sein, sondern möglichst Strukturen etablieren, die sich als Selbstläufer erweisen. Ihr Ziel: „Eine dauerhafte Interessensgruppe.“ Noch ist man allerdings auf der Suche nach weiteren Mitstreitern, die etwa bereit sind, ein Auge auf das neue Spielplatzareal zu haben und etwaige Missstände oder unbefugten Zutritt zu melden.

„Für mich ist das ein Modell für ganz St. Johann“, befand Wolf, biete sich doch mit „Verantwortlichen, die sich mit in die Pflicht nehmen“, die Chance, solch eine Einrichtung langfristig zu erhalten. Gleichzeitig aber warnte er vor allzu großer Gründereuphorie. Nicht jede Freifläche biete sich als Standort eines Spielplatzes an, zudem steht die Frage im Raum: „Wie viele Spielplätze wollen wir?“ Einhellig gewollt ist jedenfalls erst einmal der Spielplatz in Upfingen, im „extrem kinderreichen“ Ortsteil. Er könnte schon bald Dinge beherbergen, die nicht nur das Herz der Kinder Freudensprünge machen lässt, sondern künftig auch das Herz der zuständigen TÜV-Mitarbeiter.

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