Unbequem im positiven Sinn

Ursula Klotz wurde nach sechs Jahren als Rektorin der Zaininger Grundschule auf eigenen Wunsch in den Ruhestand verabschiedet.

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Bürgermeister Matthias Winter bei der Verabschiedung von Schulleiterin Ursula Klotz in den Ruhestand.   Foto: 

Klotz wurde von allen Redner in der Zaininger Sport- und Festgalle als sehr engagiert, beharrlich und „unbequem“ im positiven Sinne bezeichnet. Die Welle der Wertschätzung machte ihr den Abschied nicht leicht. Mittags fand das Schulfest statt und anschließend folgte gleich die Verabschiedung von Rektorin Ursula Klotz. Schnell füllte sich die Zaininger Halle, um der beliebten Rektorin zum Abschied etwas mit auf den Weg zu geben.

Roland Hocker, leitender Schulamtsdirektor des staatlichen Schulamts in Tübingen, sagte zu Klotz: „Du warst stets unbequem – im positiven Sinne und genau dafür habe ich eine sehr hohe Wertschätzung für dich.“ Klotz hinterlasse Spuren, die noch lange zu sehen sein würden, so Hocker weiter. In seiner Ansprache ging der Schulamtsdirektor auf die oft angespannten Lagen der Schulen im ländlichen Raum ein. Nicht immer könne er alle Wünsche erfüllen, doch er sei bemüht, das Beste für jede Schule zu tun – aber eben immer in seinem möglichen Rahmen. Er appellierte an die anwesenden Eltern, die neu auf den Weg gebrachte weiterführende Schule in Römerstein zu nutzen, sonst habe diese keine Zukunft. Seines Erachtens gebe es zwei Wege zum Abitur – entweder direkt über das Gymnasium oder über eine gute weiterführende Schule mit dem späteren Quereinstieg zum Fachabitur. Bürgermeister Matthias Winter sprach Klotz großen Respekt und Anerkennung aus, die sie mit ihrer Leistung und ihrem Engagement erarbeitet habe. Klotz habe für eine angenehme Atmosphäre in der Schule gesorgt und sich mit Beharrlichkeit für die Römersteiner Schule eingesetzt habe. „Die Begeisterung für Ihren Beruf war bis zum letzten Tag als Ideengeberin und  Alleskönnerin erlebbar“, so Winter. Der Schultes schloss mit einem Zitat von Theodor Fontane: „Abschiedsworte müssen kurz sein – wie eine Liebeserklärung.“

Die Kinder des Grundschulchors sangen zum Abschied „Ein Kapitel geht zu Ende – ein Neues fängt an“ und rührten Ursula Klotz damit sehr. Pfarrer Albert Lächele zeigte die Gemeinsamkeit der Kirche und Schule an. Der Auftrag Menschen stark zu machen, sie mit Würde zu behandeln und mit dieser auszustatten, sei der gemeinsame Auftrag. Das Kollegium hatte ein musikalisches Stück und ein Gedicht für den Abschied einstudiert. Konrektorin Angelika, die durch das gesamte Programm führte, sprach auch hier die Penetranz von Klotz an, wenn sie ein Ziel verfolgte. „Das Krippenspiel war Stress für uns jedes Jahr und in der Fasnet als hex, war se emmer de Beschd“, dichteten die Kollegen.

Der Förderverein der Schule bedauerte ebenfalls sehr, dass Klotz nun nicht mehr in Ihren Kreis gehöre. „Mit Ihnen gemeinsam haben wir ein kontinuierliches Wirken der Verbesserung für unsere Schule erreicht“, so die stellvertretende Vorsitzende Kübler. „Nun beenden Sie den Ernst des Lebens, wie sie immer zu den Schülern bei der Einschulung sagen“, so der Förderverein. Klotz habe stets gefühlvoll und kompetent im Kreise des Fördervereins gewirkt. „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, damit verabschiede Kübler die Rektorin in den Ruhestand.

Eine tolle Einlage hatten die Schüler im Sportunterricht vorbereitet. Da Ursula Klotz den Schulzirkus sehr mochte, hatten sie tolle akrobatische Zirkusnummern einstudiert und führten diese im von Klotz kreierten und eingeführten Schul-T-Shirts jonglierend und balancierend auf.

Ursula Klotz trat nach Ansprachen und Darbietungen gerührt ans Mikrofon. Sie dankte für die Wertschätzung. „Der Abschied schmerzt, trotz der Freude auf den Ruhestand und ich gebe es zu – es fällt mir sehr schwer loszulassen“. Sie habe, als der Abschied immer näher rückte, oft Wehmut gehabt. Einen Nachfolger für Klotz gibt es indes noch nicht.

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